120 Schüsse in Braunsfeld: Ex-Terroristin Silke Maier Witt über ihre Zeit in der RAF
Shownotes
Am 5. September 1977 fielen in Köln-Braunsfeld über 120 Schüsse, abgefeuert auf die Begleiter des damaligen Arbeitgeberpräsidenten Hans-Martin Schleyer. Die vier Männer hatten keine Chance und starben im Kugelhagel. Schleyer wurde entführt und zunächst in eine Wohnung in Erftstadt-Liblar gebracht. So begannen in Köln die Wochen, die als „Deutscher Herbst“ in die Geschichte der Bundesrepublik eingegangen sind. Als Helferin dabei war Silke-Maier, Mitglied der sogenannten „zweiten Generation“ der Terrorgruppe „Rote Armee Fraktion“, kurz RAF. Die mittlerweile 75 Jahre alte Ex-Terroristin stellt sich bei „True Crime Köln“ den Fragen von Helmut Frangenberg. Im Interview für die Podcastreihe des Kölner Stadt-Anzeiger berichtet sie von ihrer Zeit in der RAF, ihrem Ausstieg und ihrem Leben danach unter falschem Namen in der DDR. In die RAF aufgenommen wurde sie am 7. April 1977, dem Tag des Mordes am Generalbundesanwalt Siegfried Buback. Danach gehörte sie zu den meistgesuchten Straftäterinnen der Republik. Silke Maier-Witt ist eine von wenigen Ex-Terroristinnen und Terroristen, die offen und selbstkritisch über diese Zeit sprechen. Sie hat als Zeugin vor Gericht ausgesagt, während sich die meisten Komplizen von damals in Schweigen hüllen. Sie gehe davon aus, dass man sie als „Verräterin“ sehe, sagt Maier-Witt im Interview bei „True Crime Köln“. Kontakt zu anderen Beteiligten habe sie nicht mehr. Nach zehn Jahren in der DDR wurde sie 1990 enttarnt und zu einer zehnjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. 1995 wurde sie vorzeitig entlassen. Heute lebt sie in Skopje in Mazedonien. Über ihr Leben berichtet sie auch in einer Autobiografie, die im Februar dieses Jahres unter dem Titel „Ich dachte, bis dahin bin ich tot“ erschienen ist.
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