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Horror in der Nachbarschaft: Die Geschichte der Colonia Dignidad beginnt im Rheinland

Shownotes

Die furchtbare Geschichte der „Colonia Dignidad“ in Chile kennen viele. Dass sie im beschaulichen Örtchen Heide im Rhein-Sieg-Kreis, 13 Kilometer von der Kölner Stadtgrenze entfernt, begann, wissen die wenigsten. 1955 kaufen der Bonner Paul Schäfer und einige seiner Anhänger hier ein großes Grundstück. Die Behörden und seine ehemaligen kirchlichen Arbeitgeber schauen zu, obwohl es bereits damals Vorwürfe wegen Kindesmisshandlungen und sexuellem Missbrauch gab. Hätte das Leid unzähliger Kinder und Familien, die zu Opfern von Schäfer und seiner Sekte wurden, verhindert werden können, wenn man ihm bereits damals das Handwerk gelegt hätte? Als 1961 staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen ihn begannen, gelang Schäfer die Flucht nach Chile. Und nicht nur das: Hunderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus dem Haus in Heide reisten mit ihm aus.

„True Crime Köln“ begibt sich mit einem ehemaligen Nachbarn der „Privaten Sozialen Mission“ in Heide auf Spurensuche und spricht mit der Historikerin Holle Meding darüber, wie es Schäfer gelang, Menschen zu blindem Gehorsam und willenloser Gefolgschaft zu bringen.

Tipp für weiterführende Literatur von Holle Meding: – Nach Chile, um den Menschen zu helfen – Die Anfänge der Colonia Dignidad 1961 bis 1970 – Colonia Dignidad. Neue Debatten und interdisziplinäre Perspektiven (Das Buch kann man für 5 Euro plus Versandkosten bei der Bundeszentrale für Politische Bildung bekommen)

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Transkript anzeigen

00:00:01: True Crime Köln, der Podcast des Kölner Stadtanzeiger.

00:00:06: Über wahre Verbrechen, spannende Geschichten und spektakuläre Fälle!

00:00:12: Es war ein Ort schlimmster Menschenrechtsverletzungen und von massenhaftem Kindesmissbrauch – ein Ort wo gefoltert und gemordet wurde.

00:00:21: Ungefähr dreihundertfünfzig Kilometer südlich der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile hatten sich, Paul Schäfer und rund zehn Anhänger niedergelasten.

00:00:34: Über hundert Kinder aus dem Kölner Umland mussten mit.

00:00:37: Ihnen soll gesagt worden sein, dass man einen gemeinsamen Ausflug mache!

00:00:41: So begann die furchtbare Geschichte der Kolonia dignidad, der Kolonie der Gnade Ein zynischer Name wenn man bedenkt als dort in den kommenden Jahrzehnten geschah.

00:00:52: Zwangsarbeit, Mishandlungen und Missbrauch gehörten von Anfang an zum Alltag der Sekte um den ehemaligen evangelischen Jugendbetreuer und Prediger.

00:01:20: Von außen sah das Gelände aus wie ein landwirtschaftlicher Musterbetrieb.

00:01:24: Was tatsächlich hinter Stacheldraht und Mauern geschah, wussten lange nur die Täter und die Opfer.

00:01:29: Doch auch als es erste Aussagen über den systematischen Kindesmissbrauch der Sektenführer gab, schauten die Verantwortlichen lieber weg.

00:01:38: So wurde die Kolonia dignidad nicht nur zu einem dunklen Kapitel der chilenischen Geschichte sie steht auch für schlimmes Versagen deutscher Außenpolitik.

00:01:47: Die Sektor hatte Helfer in Deutschland auch in deutschen Behörden.

00:01:51: So schickte die deutsche Botschaft in Chiele Menschen zurück, die aus der Kolonie geflüchtet waren anstatt ihnen zu helfen.

00:01:58: Was viele nicht wissen – die Geschichte der Kolonia dignitat beginnt in Loma, dreizehn Kilometer von der Kölner Stadtgrenze entfernt!

00:02:07: Auf einem großen Grundstück gründete der Pädokriminelle Paul Schäfer die sogenannte private soziale Mission und missbrauchte ihm anvertraute

00:02:17: Kinder.

00:02:20: Wir sind hier auf dem Grundstuck, dass in den Neunfünfzig die private sozialen Mission also die heute Colonia Dignidad bewohnt hat oder bewohnbar gemacht hat.

00:02:33: Heute stehen hier sehr viele sehr schöne Häuser.

00:02:38: Die Zeit von damals, die kann man hier kaum noch erkennen.

00:02:42: Das war hier ein sehr großes Grundstück das war eingezäunt damals.

00:02:47: ich kann mich da noch als junger Mensch erinnern Da war ich so zehn, elf Jahre alt.

00:02:54: Wir haben in der Zeit immer von Sekt gesprochen weil man hatte keinen Kontakt zu den Menschen die hier auf diesem Grundstück in diesem Haus wohnten.

00:03:06: Das ist Gerd Albus, den ich an der Stelle getroffen habe wo alles begann Im kleinen Örtchenheide einem Stadtteil von Loma.

00:03:14: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von True Crime Köln, der Podcast Reihe des Kölner Stadtanzeiger über Ware verbrechen in Kölnen und in der Region.

00:03:23: Heide das ist ein beschauliches Örtchen.

00:03:25: hier entspringt der Aulsbach ein Nebenfluss der Agger.

00:03:29: Zeugnisse aus der Vergangenheit gibt es nicht viele.

00:03:32: Ein in der Umgebung bekanntes Gasthaus ist das Franz-Häuschen.

00:03:36: Franziskana Mönche sollen sich nach getaner Arbeit einen guten Tropfen an einem Häuschen am Waldesrand gegönt haben, da wo seit nineteenhundertdreizehn das Gasthaus steht.

00:03:48: Es gibt unzählige Dokumentationen und Filme über das, was zwischen nineteenhundertsechzig und zweitausendfünf in Chile geschah.

00:03:56: Die Vorgeschichte der Kolonia Dignidad ist weniger bekannt.

00:04:01: Der Schwerverbrecher, der als Prediger und selbst anannte religiöser Führer-Anhänger um sich scharte Kinderquälte, Mordfolter und Menschenversuche beförderte, ist in Bonn geboren und in Trostorf aufgewachsen.

00:04:14: Als Paul Schäfer mitte der Fünfziger Jahre in Loma, die sogenannte private soziale Mission gründete hatte es bereits sehr konkrete Vorwürfe wegen Kindesmissbrauchs gegeben.

00:04:26: Trotzdem konnte er die Einrichtung als Heim für Kinder und Jugendliche eröffnen.

00:04:32: In Loma beginnt im Kleinen was dann in Chile weitergeht.

00:04:36: Die Frage ob man in den fünftiger Jahren verhindern konnte war später geschah liegt auf der Hand.

00:04:42: Trotzdem spielt dieser Aspekt in den vielen Berichten über die Kolonia Dignidad keine nennenswerte Rolle.

00:04:48: Da geht es eher um die Rolle deutscher Behörden, in Zeiten der Diktatur und nicht um die Anfänge im Kleinen Heide.

00:04:56: Dort sind wir für diese Folge von True Crime Köln mit Gerd Albus unterwegs.

00:05:01: Später sprechen wir mit Historikerin Holle Medingen eine Expertin für die Geschichte der Kolonia-Dignidad aber auch für ihre Anfänger bei uns in der Nachbarschaft.

00:05:11: Sie ist in Chiele gewesen und hat dort aber auch in den Archiven im Kölner Umland nach Akten und Quellen gesucht.

00:05:19: Erst bleiben wir mal am Ort des Geschehens, Gerd Albus ist ein Keller dieses Ortes.

00:05:24: als Kind ist er mit seinen Eltern von Siegburg nach Heide gezogen.

00:05:28: Sein Vater hatte hier Ende der fünftiger Jahre einen Häuschen gebaut.

00:05:32: Heute lebt der Sechsohn-Siebzig-Jährige im Nachbarort Birk, Gerd Albus macht Führungen und bei denen erzählt er auch von der Gemeinschaft die sich hier auf dem großen Gelände niederließ.

00:05:43: Ich meine es sind zwölftausend Quadratmeter.

00:05:47: Es geht von der Hauptstraße bis zum Waldrand.

00:05:50: das war damals hier noch alles unbebaut.

00:05:56: Meine Eltern haben ja in der Zeit auch hier einen Grundstück in eine Nähe gekauft.

00:06:01: Die Grundstückspreise lagen damals bei zwei Euro, zweieurefünfzig und da konnte man sich noch große Grundstücke kaufen.

00:06:09: heute kostet ein Quadratmeter hier vierhundert

00:06:12: Euro.

00:06:20: Der Vorbesitzer war ein Kölner Anwalt, der während der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse gegen Verantwortliche der NS-Zeit den Chef der deutschen Wehrmacht Wilhelm Keitel verteidigt hatte.

00:06:32: Die Gemeinschaft baute sich ein neues Haus weitgehend in Eigenleistungen.

00:06:36: fast rund um die Uhr abends wurde eine Flutlichtanlage aufgebaut berichtet Gerd Albus.

00:06:42: mit den Menschen im Ort hatten die neuen Bewohner wenig zu tun.

00:06:45: man schirmte sich ab.

00:06:47: Die Kinder wurden anscheinend zu Hause unterrichtet, weil keins dieser Kinder ging auf die hiesige Schule in Berwick.

00:06:57: Der einzige Zugang war gelegentlich für den Postboten.

00:07:01: Wenn der eine Unterstrift benötigte dann musste er an der Pfrochte klingeln und dann ließ man ihn rein ins Büro auf schnellem Wege wieder das Grundstück verlassen, ansonsten hat hier niemand Zugang gehabt.

00:07:20: Hier waren auch Hunde und man hielt sich als Nachbarschaft von diesem Grundstuck fern.

00:07:29: gelegentlich waren auf umliegenden nicht benutzten Feldern Kinder abgestellt, um Gänse zu hüten.

00:07:40: Daran kann ich mich noch sehr gut erinnern.

00:07:42: wir haben aber nie versucht mit diesen Kindern Kontakt aufzunehmen.

00:07:48: das wollten die auch nicht.

00:07:49: Die sprachen mit der Bevölkerung kein Wort sie grüssten auch nicht man Die sprachen einen nicht an und wir sprachen sie auch nicht an.

00:08:02: Es war eine, ja wie gesagt ein Sekt zu denen die wohnten hier geschlossen in einem eigenen

00:08:12: Areal.".

00:08:14: Eine Kolonia dignidad im kleinen Format abgeschirmt von der Außenwelt aber trotzdem in unmittelbarer Nachbarschaft der Einwohner des Kleinen Ortes Heide.

00:08:24: Die Hintergründe kamen dann sehr viel später erst raus, dass der Paul Schäfer der Gründer dieser Mission halt zum einen den Zweck hatte sich an Kindern zu vergehen und zum anderen eine Gruppe um sich zu bilden die bestimmten Ziele Man könnte fast sagen so ein bisschen armisch piepelmäßig daherkamen.

00:08:58: Die Frauen hatten auch meistens weiße Kopftücher an und Röcke, also sie lebten nicht den Stil, die übliche Bevölkerung in der Zeit lebte.

00:09:12: Nur ein paar wenige Häuser standen damals hier.

00:09:15: Den Wohlstand, den man heute der Bebauung ansieht gab es in den neunzehnhundertfünfziger Jahren noch nicht.

00:09:21: Im Laufe der Zeit ist Heide ein beliebtes Zuzugsgebiet geworden, ein bisschen teurer als die Nachbarorte.

00:09:28: In einer Viertelstunde ist man mit dem Fahrrad an der Warnbach-Talschberre in eine halben Stunde mitten in der Warnerheide.

00:09:35: Viele Pendeln zum Arbeiten nach Köln, Siegburg oder Bonnen – zweitausend zweihundert Menschen leben hier!

00:09:41: Viele Familien haben in den vergangenen Jahren in Heide gebaut.

00:09:45: Als Paul Schäfer damals hier herzog, war Heide sehr viel kleiner als heute.

00:09:50: Alles war nicht anonym.

00:09:51: Man kannte sich und wusste ziemlich viel voneinander.

00:09:54: Doch von denen die da kamen, wusste man so gut wie nichts.

00:09:58: Da kannte man keinen!

00:09:59: Da ist keiner von hier in diese Gemeinschaft reingegangen.

00:10:08: mehrere Jahre Kontakt hierhin hatte, war der Sohn des Elektrobetriebes gegenüber.

00:10:16: Der war evangelisch als einer der wenigen und er ging dann mit einem dieser Mitglieder hier in der Sekte zum Konformationsunterricht und der durfte dann auch ab und zu mal hier rein und das war aber auch der einzige.

00:10:38: Dieser Junge, der damals in den Konfirmationsunterricht ging ist Jahrzehnte später einer der Zeitzeugen die darüber berichten was er in der Kolonia dignity aber auch schon im Haus in Heide ertragen musste.

00:10:51: Der junge Mann Ja, vergewaltigt

00:11:10: worden.

00:11:10: Paul Schäfer hatte sich dem Jungen als Onkel Paul genährt.

00:11:14: Er verstand es Kinder aber auch Erwachsene von sich einzunehmen und in seinen Mann zu ziehen.

00:11:20: Die Kinder die ihn im Haus lebten waren vernachlässigte Kinder oder Weisenkinder.

00:11:25: Da gab er sich als väterlicher Freund aus.

00:11:28: dass er sich abends jungen In sein schlafzimmer holte war in der gemeinschaft bekannt.

00:11:33: da musste er nichts vorheimlichen.

00:11:35: Die Erwachsenen in der Gemeinschaft dachten sich nicht Schlimmes dabei.

00:11:39: Und auch außerhalb der Gemeinschaft war klar vor den Verbrechen, habe man damals nichts ahnen können", sagt Gerhard Albus.

00:11:46: Offensichtlich funktionierte schon das System, dass Schäfer in Hele perfektionierte.

00:11:52: im Innern beherrschen Zwang, beherrschten Gehorsam und Abhängigkeit die Gemeinschaft und die Außenwelt wird mit einem schönen Schein geblendet.

00:12:01: Das sah alles sehr ordentlich aus, das hier war ein Pool für die Bewohner.

00:12:07: es war für die Gewohner saß nach außen hin wie ein kleines Paradies.

00:12:12: aber sie hatten sich ja vorher in jeglicher Hinsicht dem Paul Schäfer unterworfen und haben auch ihre Finanzen ihm gegeben.

00:12:23: Wahrscheinlich haben viele Leute viel Geld gegeben, wie es das heute ja auch immer schon mal noch gibt bei, ich sag nochmal wieder Sekten.

00:12:32: Da weiß man ja genau, wie's war früher hier in Heide und in Chile und dann später ja in Argentinien wo er nochmal geflüchtet ist.

00:12:42: Ja es ist natürlich ein Horror-Mensch Das kann man so sagen.

00:12:48: Was weiß man über diesen Horror Menschen?

00:12:51: Geboren wurde er am vierten Dezember, nineteenhundert und zwanzig in Bonn.

00:12:56: Zur Schule ging er wie gesagt in Trostorf.

00:12:58: Er soll kein guter Schüler gewesen sein.

00:13:01: Er wird als klein und schmächtig beschrieben, wie es heißt habe er seine Mutter gehasst.

00:13:08: Schon als Kind verlor er ein Auge.

00:13:10: Es gibt da unterschiedliche Berichte wie das Geschah, manchmal ist von einem Unfall im Bastelunterricht in der Schule die Rede.

00:13:17: dann gibt es einen Bericht dass er versucht habe mit einem spitzen Gegenstand einen verknoteten Schnürsenkel aufzumachen und dabei abgerutscht sei.

00:13:26: Paul Schäfer hätte im Zweiten Weltkrieg gerne im Heer der Wehrmacht gekämpft heißt es, dafür war er jedoch untauglich.

00:13:34: Als Sanitäter war er dann bei der Besetzung Frankreichs dabei.

00:13:39: Nach dem Krieg arbeitete er auf Jahrmärkten.

00:13:42: eine Ausbildung oder Ähnliches hatte er keine und doch fand er eine Anstellung als Jugendbetreuer in den evangelischen und katholischen Jugend.

00:13:52: Schließlich kam er zum CVJM, dem christlichen Verein junger Männer.

00:13:56: Heute heißt der christliche Verein jungermenschen.

00:13:59: da leitete er auch Zeltlager mit Kindern und Jugendlichen.

00:14:02: Und aus der Zeit gibt es die ersten Berichte über eine sadistische Neigung bei Paul Schäfer.

00:14:09: Da ist von Stockschlägen, Spießruten laufen und harten Strafen die Rede.

00:14:14: Das alles führt aber nicht dazu an seine Eignung zu zweifeln – das liegt natürlich auch daran, dass körperliche Züchtigung zur Zeit als nichts Verwerfliches angesehen wurde.

00:14:24: Allerdings kommt schon bald der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs hinzu!

00:14:29: Schäfer hatte eine Anstellung beim Diakoniewerk Betel als Erzieher gefunden und da wurde er dann entlassen, weil er Sex mit einem minderjährigen Jungen hatte.

00:14:40: Wenn unser Zeitzeuge Gerd Albus davon spricht das im Ort keine Ahnte was dahinter dem von Hunden bewachten Zaun geschah muss man klar sagen was für die Nachbarschaft gilt muss nicht für das berufliche Umfeld von Paul Schäver gelten.

00:14:54: Da gab es kirchliche Arbeitgeber die mehr wussten.

00:14:57: Wenn ich das mit heute vergleiche, können Sie Vergleiche ziehen die sich heute wiederholt haben bei der katholischen Kirche.

00:15:08: Wo auch schlimme Dinge von einer katholschen Obrigkeit gedeckt wurden.

00:15:15: Also das ist praktisch heute immer noch ein Thema.

00:15:19: Der Paul Schäfer tatsächlich kam ja aus Trostorf und hat damit auch schon Kindesmissbrauch betrieben und konnte dann trotzdem hier... Gut, er hat sich dann hier versebstständigt.

00:15:33: Er hat ja dann praktisch seine eigene Glaubensgemeinschaft gegründet und war damit für die herkömmlichen, katholischen, evangelischen, christlichen Glaubenrichtungen außen vor und hat dann auf diesem Grundstück für sich alleine abgeschottet eine eigene Kirche gegründet sozusagen und war damit dann außen vor.

00:15:59: Schäfer entzog sich der Kontrolle durch die Arbeitgeber, die es nicht für nötig hielten jemanden über mögliche Zweifel an seine Einigung für den Job in der Kinderbetreuung und Jugendpflege zu informieren.

00:16:11: Denn das war damals genau wie heute – wer eine Einrichtung für Minderjährige betreiben wollte brauchte dafür eine Genehmigung!

00:16:18: Und dafür war die kommunale Verwaltung

00:16:20: zuständig.".

00:16:22: Im Archiv der Kreisverwaltung des Rheinsieg-Kreises ist eine Akte zur privaten sozialen Mission erhalten geblieben.

00:16:29: Diese Akte ist in den Recherchen von Kölner Stadtanzeiger erstmals aufgetaucht.

00:16:35: Man kann die Unterlagen als Beleg dafür sehen, wie Paul Schäfer Behörden und Öffentlichkeit täuschte.

00:16:40: Aber man kann sie auch als Belege dafür nehmen, wie sich Behörde und Öffnlichkeit täuschen

00:16:46: ließen.".

00:16:47: In der Akte findet man eine Satzung des Trägervereins, der privaten sozialen Mission.

00:16:53: Sein Ziel ist es als gemeinnützig anerkannt zu werden.

00:16:57: Da steht drin dass man ausschließlich gemeinnünzige und mildtätige Zwecke verfolge, minder Bemittelten- und Erholungsbedürftigen wolle man äußere und innere Hilfe leisten.

00:17:08: Gefährdete und bedürftige Jugendliche sollten aufgenommen werden kann man da lesen.

00:17:14: Für Jugendliche und Erwachsene sollten Ferien- und Freizeitaufenthalte organisiert werden.

00:17:19: Außerdem steht da, Zitat mit diesen Aufgaben ist verbunden die Verkündigung des Evangeliums.

00:17:26: Eingereicht wurde der Antrag am einund dreißigsten Dezember nineteenhundert sechsundfünfzig.

00:17:32: Ein Mann namens Hugo Barr ist als Vorsitzender genannt Paul Schäfer als Treuhänder.

00:17:39: Man findet in der Akte eine Liste mit dem Datum, Juli, auf der sind siebzehn Kinder als erste Bewohner der neuen Einrichtung.

00:17:48: In Heide gemeldet wurden darunter der kleine Sohn des Sektengründers und zwei weitere Kinder die über Jahrzehnte dabei bleiben und dann als Erwachsene sehr wichtig werden.

00:17:59: Der einige Junge wurde zu Schäfers Stellvertreter.

00:18:04: Von dem anderen haben wir bereits gesprochen.

00:18:06: Das ist der Junge, der später davon berichtete, dass er gleich in seiner ersten Nacht im Haus zu Schäfer ins Bett

00:18:11: musste.".

00:18:12: Die Einrichtung wurde kontrolliert aber es wurde nichts Problematisches gefunden.

00:18:18: Man dokumentierte vielmehr die Einschätzung – die Kinder würden sich hier wie zu Hause fühlen.

00:18:23: und zu denen, die sich dertäuschen ließen, gehörten auch die Kollegen der lokalen Zeitungen.

00:18:29: Dazu gleich mehr!

00:18:35: Hier ist Sarah Brassack, stellvertretende Chefredakteurin des Kölner Stadtanzeiger.

00:18:38: Wir berichten in der gedruckten Ausgabe oder im E-Paper des Köllner Stadtanziger sowie auf ksdr.de täglich intensiv über alles Wichtige was in Köln passiert – aber natürlich auch in der Region Deutschland und der Welt!

00:18:52: Dieser Podcast ist für Sie kostenfrei hörbar.

00:18:54: Deshalb freuen wir uns wenn sie unseren Lokaljournalismus und die Arbeit der Redaktion mit einem Abo unterstützen.

00:19:00: Alle Infos dazu finden sie unter ksda.de slash abo Oder für das rein digitale Abonnement unter castia.de-plus.

00:19:09: Und jetzt geht's weiter mit dem Podcast.

00:19:12: Es gab sehr viel Lob für Paul Schäfer im rechtsrheinischen Kölner Umland.

00:19:17: Für kritische Fragen gab es wenig Raum.

00:19:21: Der Bonner Generalanzeiger berichtete in den Jahren, von höchster Anerkennung aus berufendem Munde für Schäfers Arbeit.

00:19:29: Die kölnische Rundschau widmet ihm in ihrer Ausgabe für den Rheinsiegkreis ein regelrechtes Loblied, in Form eines Porträts der Woche und dem Kölner Stadtanzeiger ist von einem musterhaften Werk die Rede.

00:19:43: Der Kollege verschweigt nicht das es kritische Fragen an die Verantwortlichen der privaten sozialen Mission gab.

00:19:49: er macht aber auch gleich im ersten Satz deutlich was er von denen hält.

00:19:53: Die Besucher einer öffentlichen Veranstaltung im Heim seien bis an die Zähne mit Vorurteilen bewaffnet gewesen, kann man da lesen.

00:20:01: Ausschnitte aus der Rundschau und aus dem Stadtanzeiger aus dem September.

00:20:06: Die Damen und Herren der privaten sozialen Mission bleiben keine Antwort schuldig.

00:20:11: Die Tatsache dass das Haus heute überhaupt steht ist schon der Beweis für das Gelingen eines bedeutsamen Werks.

00:20:18: Das was die zahlreichen Ehrengäste sahen und hörten kurz die Atmosphäre dieses Hauses verfehlte ihre Wirkung nicht.

00:20:25: Ohne öffentliche Mittel ist hier ein imposantes Werk gewachsen, sagte der stellvertretende Landrat Buchholz.

00:20:32: Die einzige Kraft die hier wirksam geworden ist war die Kraft der Liebe.

00:20:37: Eine Berühmtheit ist der schlanke, dunkelblonde Mann nicht und er hat auch nie Publicity gemacht – doch hat Paul Schäfer einen großen Kreis von Freunden und Anhängern nicht nur in der ganzen Bundesrepublik sondern in Besteuropa, Amerika oder Afrika.

00:20:49: Fünfundzwanzig Kinder- und Jugendliche denen die Heimstadt das Elternhaus ersetzt werden in Zucht gehalten Nicht durch äußeren Zwang, sondern durch den eigenen Wunsch dieser Gemeinschaft würdig zu sein.

00:21:01: Das ist seine Erziehungsmethode – in der Jugend den Wunscht zu wecken, dass niemand der Gemeinschaft Schande machen will!

00:21:08: Sie hat sich bewährt und ihm das Herz der Jugend geschenkt….

00:21:12: Dieser große Freundeskreis, auf den die Rundschauder anspielt.

00:21:15: in ihrem Artikel wird auch in der Geschichte der Kolonia Dignidad eine wichtige Rolle spielen.

00:21:21: Schäfer konnte auf ein Netzwerk zurückgreifen das ihn unterstützte und deckte.

00:21:25: Wie groß dieses Netzwerk wirklich war ist allerdings nie richtig klar geworden.

00:21:31: Die Erzählungen vom großen Freundeskreis mit besten Kontakten kann auch Teil der gezielten Öffentlichkeitsarbeit gewesen sein.

00:21:39: Wie man das einschätzen muss, werden wir noch mit der Historikerin Rolemeding besprechen!

00:21:59: Zu denen gehörte auch der schon erwähnte Hugo Bar, der Schäfer zunächst halb sein Talent als Redner prediger und Führungspersönlichkeit zu schulen.

00:22:08: Mit der Zeit wurde Schäffer der Dominante in diesem Tandem – der Baptisten-Prediger Hugo Bar war später die rechte Hand von Schäfern in Deutschland nachdem die Gemeinschaft nach Chile gegangen war.

00:22:19: Bar sprach später davon dass er im dämonischen Einfluss Schäfers gestanden habe.

00:22:26: Dass es Schäfer gelang, Anhänger zu finden hatte sicher auch mit der Idee zu tun die er da in schwierigen Zeiten voller Unsicherheiten nach dem Zweiten Weltkrieg predigte.

00:22:36: Er warb für ein Leben nach dem Vorbild der christlichen Urgemeinde in Jerusalem wo alles in eine Art Kollektiv geteilt wurde und man erlöse mit Bedürftigen teilte.

00:22:48: Dazu verbreitete er Schreckensszenarien zur bevorstehenden Endzeit.

00:22:54: Die Gemeinschaft sollte ein Schutzraum vor kommenden Katastrophen sein.

00:22:58: Wer sich der Anschluss musste zunächst ein Zehntel seines Besitzes abgeben, später forderte Schäfer von seinen Anhängern

00:23:05: alles.".

00:23:07: Und damit sind wir bei der Frage, wie hat der Mann das gemacht?

00:23:10: Wie hat er es geschafft Menschen so abhängig von sich zu machen dass sie im Blind folgten.

00:23:16: Wie funktioniert seine Manipulation und Indoktrination die schließlich zu blindem Gehorsam führen und Verbrechen wie den massenhaften sexuellen Missbrauch möglich machen?

00:23:28: Ich bin jetzt mit der Historikerin Holler Meding in Berlin verbunden.

00:23:32: Sie promoviert zurzeit am Latein-America-Institut der Freien Universität Berlin.

00:23:38: Holler meding ist in Siegburg aufgewachsen und arbeitet seit zehn Jahren zu unserem Thema.

00:23:44: Eine Expertin, wenn es um die Geschichte von Paul Schäfer der privaten sozialen Mission und der Kolonia dignität geht.

00:23:52: Sie war in Chiele und hat mit vielen Ex-Mitgliedern der Kolonia gesprochen.

00:23:56: In den Archiven im Rheinland hat sie nach Unterlagen zur privaten Sozialmission in Heide gesucht Und natürlich habe ich sie im Vorgespräch gefragt woher denn dieser sehr besondere Vorname Holle kommt.

00:24:08: Der geht tatsächlich auf Frau Holle zurück.

00:24:10: Den haben ihre Eltern gegeben weil sie nineteenhundertfünfeinundneunzig während eines Schneesturms gebrühen wurde.

00:24:18: Ole Meding, wie hat Paul Schäfer das gemacht?

00:24:20: Wie hat er die Menschen zu blindem Gehorsam entziehen können?

00:24:23: und Paul Schaefer war ein Leienprediker der versuchte gezielt Kriegswürtteln und auch ihre Söhne für sich einzunehmen Und für Mütter ja auch gewissermaßen in das tägliche Überleben kämpften bei diese organisierte Jugendarbeit eine Entlastung In.

00:24:42: Zugleich entstand ein Raum, der von erwerbstätigen Eltern nur begrenzt kontrolliert werden konnte.

00:24:49: Und früh wurde dieser Zugang dann auch durch ritualisierte Gemeinschaftsformen wie Jugendfreizeiten und auch Zeltlager vertieft die Nähe, Loyalität und ein starkes Wiege für Erzeugten.

00:25:03: Da gibt es Berichte vom Zeitzeug in dieser Zeit, vom verstörende Ernährungsversuchen Und ein frühes Muster dieser seelsorgerlich legitimierten Grenzverschiebung und den Übergriffen.

00:25:20: Das radikalisierte sich dann ganz stark in den Jahren der neunzehn-fünfziger Jahre, und Schäfer verlangte ein absolutes Gehorsam, diffamierte Abweichler und etablierte auch gemeinsam mit dem Baptistenbastorp Hugo Barre, der eine ganz wichtige Rolle in der Frühphase gespielt hat – umfassender Beichte.

00:25:42: Und das ist ganz wichtig, gerade für die private soziale

00:25:45: Mission.".

00:25:46: Die Beichte also als Möglichkeit, um Informationen zu sammeln mit denen man dann Menschen erpressen kann?

00:25:52: Paul Schäfer erfuhr davon intimsten Geheimnissen!

00:25:55: Man musste das was zu beichten war sogar aufschreiben.

00:25:58: Da gibt es Rundbriefe von Paul Schaefer selbst wo er um diese verschriftliche Beichte bittet bzw sich fordert, die auch unterschrieben und ihm zugeschickt werden sollte das ja doch sehr, sehr ungewöhnlich ist.

00:26:12: Und da wurden dann Seelsorgeakten archiviert und angelegt und diese intimen Informationen wurden auch zu Kontroll- und Erpressungsmitteln genutzt.

00:26:25: Da gibt es auch Fälle in denen beispielsweise die Ausreise von Kindern nach Chile erzwungen wurde eben durch Geheimnisse, die in der Seelsorge preisgegeben worden.

00:26:36: Ein weiteres Instrument, eine weitere Strategie war den Zusammenhalt in Familien.

00:26:41: Also die Verbindung zwischen Eltern und Kindern zu schwächen?

00:26:44: Wie muss man sich das vorstellen?

00:26:45: Religiöse Feste wie Weihnachten sollten beispielsweise als gemeine Feste begangen werden und nicht mehr privat im Familienkreis gefeiert werden.

00:26:54: Und auch finanzielle Zuwendungen und Weihnachtsgeschenke an einzelne Kinder galten als Loyalitätsbruch.

00:27:03: Und hinzu kamen schrittweise ökonomische Bindung der Mitglieder durch die Abgabe eines Zehntels ihres Einkommens.

00:27:10: Besonders engagierte Mitglieder sollten sogar vollständig ihren Besitz und ihr Einkommen der Gemeinde übereignen.

00:27:17: Hier kommen also verschiedene Praktiken zusammen, systematisierte Beichte, Schwächung von Familienstrukturen, finanzielle Abhängigkeit und dann ein Machtgefüge in dem Grenzüberschreitungen verdeckt werden konnten mit einem Blindergehorsam erwartet wurde, dem sich auch viele fügt.

00:27:35: Hinzu kommt die Anwendung von Gewalt.

00:27:38: Es gibt einen Bericht einer Frau aus dem Haus in Heide, die übelst zusammengeschlagen wurde?

00:27:44: Ja und auch in den Zeltlagern wird schon vom Bestrafungsaktion berichtet.

00:27:50: also beispielsweise gibt es Berichte von einem Jungen der dann durch ein Spalier von Menschen von anderen Kindern durchrennen muss nackt und er geschlagen wird.

00:28:02: Also auch da diese Dinge gibt es in Heide, die gibt es schon in den frühen Zeltlagern.

00:28:07: Die vorheidischen stattgefunden haben.

00:28:10: und auch diese starke Unterdrückung einerseits der Sexualität so sexuelle Aschise wurde gefordert Und wie Schäfer's nannte?

00:28:19: Die Fleischeslust wurde verboten und gleichzeitig aber auch Gewalt ausgeübt, Gewalt an den Kindern und Gewalt auch beispielsweise in dem Einfall, den Sie jetzt gerade genannt haben von einer Frau die eine Liebesbeziehung hatte.

00:28:35: Die dann aufgedeckt wurde und die sehr stark zusammengeschlagen wurde Und dazu wurde sie auch von der Staatsanwaltschaft befragt und hat das erst verschwiegen.

00:28:47: Das kann dann auch Jahre später raus und deswegen sieht er Falschaussage angeklagt wurde.

00:28:53: Welche Rolle spielte denn die Religion beim Aufbau dieser Schreckensherrschaft?

00:28:58: Also, Religion bildet den zentralen Legitimationsrahmen Schäfers und auch der privaten sozialen Mission.

00:29:04: also wie gesagt suchten in der Nachkriegszeit viele Menschen nach Sinn Halt und einer moralischen Ordnung.

00:29:11: Und Schäfer knüpft dann evangelikale und Erweckungs religiöse Strömungen an ohne sich fest im kirchliche Strukturen einzubinden und er präsentiert sie Ich dann als charismatischer Leinprädiger, der gelebtes Christum verspricht.

00:29:27: Emotional, auch gemeinschaftlich und lebensnah mit viel Film- und Musik- und Theateraufführung.

00:29:34: Und das hat viele Menschen angesprochen.

00:29:37: Also auch viele der Mitglieder der privaten Sozialemissionen und späteren Kolonialignidad beschreiben, dass sie auf ihrer Sinnsuche zunächst anderen Religionsgemeinschaften beitraten beispielsweise den Baptisten.

00:29:50: Bei diesen hätte ihnen jedoch der Lebensgeist gefehlt.

00:29:54: Und das hat Schäfer ganz geschickt mitgebracht, eben durch Musik, er hat sehr gut Gitarre gespielt.

00:30:00: die Zeltfreizeiten dann auch verschiedene Theateraufführungen insbesondere mit Kindern und das berichten die ehemaligen Mitglieder auch.

00:30:09: also die sagen dann da war ein Leben wir haben gesungen musiziert und dass hat uns fasziniert.

00:30:15: gleichzeitig wurden die religiösen Praktiken weiter Funktionalisiert, also weichte Diente dann weniger der Seelsorge.

00:30:23: Sondern Kontrolle und späterer Entpressung.

00:30:26: Religiöse wie Weihnachten wurden umdefiniert aus dem familiären Kontext herausgelöst Und auch die Abweichung von der Gruppe und von Schiefer wird als Abfall von Gott deklariert.

00:30:39: So wird Religion nicht als Glaubenssystem gelebt sondern auch als Herrschaftsinstrument eingesetzt.

00:30:45: Was würden Sie sagen, deutet sich in Loma schon an?

00:30:48: Was in Schiele geschieht?

00:30:49: oder kann man sogar sagen, Heide ist im kleineren Maßstab das was dann in der Kolonia-Dignität passiert.

00:30:56: Ja absolut

00:30:57: und zwar

00:30:58: nicht nur in einzelnen Elementen sondern in der ganzen Grundlogik.

00:31:03: also ein Heide entsteht ein unabhängiges Zentrum am Waldrand dass nach außen als eingemeinütziges Jugendheim auftritt Abschottung und Radikalisierung betreibt.

00:31:16: Und die private soziale Mission erfindet sich dann institutionell als Verein mit Satzungszielen wie Hilfe für Minderbemittel, Aufnahme bedürftiger jugendlicher Organisation von Viren aufenthalten – das ist dann die öffentliche Fassade, also sozial- und christlich humanitär.

00:31:36: Parallel werden Strukturen geschaffen, die später in Chile massiv ausgebohrt wurden Das Leben in Gemeindehäusern, Druck zur Übergabe von Kindern in die Opo der Leitung.

00:31:48: Unterdrückung des privaten, regierende Strafen und eben auch die Kontrolle der Sexualität.

00:31:53: Und eben auch diese thematisierte Beichte und Forderungen der absoluten Loyalität.

00:31:58: Auch diese ganze Öffentlichkeitsarbeit ist bemerkenswert ähnlich.

00:32:04: Die Öffentlich- keitsarbeit folgte bereits... Ja, bekannten Mustern.

00:32:08: Und da gibt es große Einweihungsfeiern in Heide vom Jugendheim und dann zu dem auch Lokalpolitiker aber eben auch Bundespräsident Heinrich Lübcke eingeladen worden war der ist letztlich nicht gekommen Aber das Bundespräsidialamt holte darauf in Erkundigung über das Jugendheim ein.

00:32:28: Dann gab es einen Kamerateam dass den Aufbau des Jugendheims filmt und auch Chorproben und Festivitäten in Szene setzte Und diese wurden dann wiederum bei dem Jugendamt, bei Besichtigungen vorgezeigt.

00:32:41: Es wurden gewissermaßen Imagefilme hergestellt und das Gleiche ist auch in Chile passiert.

00:32:47: Die begeisterten Berichte die dann auch in der Presse kamen über das Jugendheim und die Lobreden von Lokalpolitikern sind dann auch wieder frühe Beispiele dafür wie Schäfer ein Narrativ produzierte, das staatliche und gesellschaftlich der Akteuren betragen.

00:33:06: Und Chile bietet dann später vor allem eines.

00:33:09: Räumliche Distanz einerseits zu den deutschen Behörden und damit auch der Strafverfolgung aber auch von der Hauptstadt- und staatlichen Kontrolle in Chile selbst.

00:33:19: Schelfer versteht es ja die Öffentlichkeit zu täuschen Aber tatsächlich gab's ja schon sehr früh Hinweise dass man ihm keine Kinder anvertrauen sollte.

00:33:29: Von dem Aufbau der Einrichtung in Heide hat das Schäfer kirchliche Arbeitgeber.

00:33:32: Danach hätten staatliche Aufsichtsbehörden genauer hinschauen müssen, was würden sie sagen?

00:33:37: Hat da jemand versagt?

00:33:38: hätte man Schäfers früher stoppen können?

00:33:41: Also die Quellen zeigen ganz deutlich es gab eben durchaus Hinweise und Skepsis und es gab im kirchlichen Kontexten schon Frühvertragsmomente.

00:33:51: Entscheidend ist dann, wie sind diese Hinweise gesellschaftlich verarbeitet worden?

00:33:55: Die öffentliche Deutung wurde von einem wohlwollenden Narrativ des sozialen Jugendheims dominiert.

00:34:02: Und zum einen war die Einrichtung als Gewinn für die Region erschienen zu ein Heim das sich um Kinder aus ärmlichen oder instabilen Verhältnissen kümmerte dass Disziplin und Sauberkeit und Edelsinn ausstrahlte.

00:34:17: Solche Signale wirken gerade in einer Nachkriegsgesellschaft stark.

00:34:21: Es gab aber auch Kontrollbesuche vom Kreis Jugendamt.

00:34:25: Diese Berichte sind kritisch, aber tendenziell wohlwollend.

00:34:30: So man registriert Unregelmäßigkeiten, lobt das Auftreten der Kinder und dann die Ausstattung des Heims den religiösen Geist.

00:34:40: Das führt zu dem paradoxen Effekt... Gerade das mustergültige Auftreten der Kinder, dass Ergebnis eines enormen Drucks ist wird als Beweis guter Pädagogik gelesen.

00:34:52: Und zum anderen werden formale Zuständigkeiten als Ausrede genutzt.

00:34:57: Weil es eine private Einrichtung war.

00:35:00: ohne eine staatliche Förderung hat man keine Handhabe gesehen.

00:35:05: und Auflagen wie bei Anerkanten öffentlichen Heimen greifen nicht.

00:35:10: Und das sind eher fadenscheinige Ausreden, mit denen aber in den Berichten argumentiert wird.

00:35:16: In der Praxis wird bei Verstößen eher geholfen sie abzustellen statt die Struktur zu hinterfragen.

00:35:23: und beispielsweise bei einem unangekündigten Besuch im Jugendheim ist dann aufgefallen dass eine Pflegeerlaubnis für einen jungen Feld, der dort lebt ein Nachgang wird dann aber das erforderliche Dokument ausgestellt.

00:35:36: Also das Grundproblem sektorischer Indoktrinierung und regierter Strafen werden nicht als systematisch erkannt.

00:35:44: Und von sexuellem Missbrauch ist wiederum an den Aktienkreis Jugendamts bis Ende neunzehntzig gar keine Rede.

00:35:52: Was die kirchlichen Arbeitgeber betrifft, da scheint auch ein Muster institutionellen Wechselns.

00:35:58: So es gibt da Konfliktscheuheit vielleicht auch die Angst vor Skandal und eine Praxis, Probleme intern klären zu wollen statt staatliche Behörden einzuschalten.

00:36:11: In den Berichten taucht immer wieder der Verdacht auf das durch ein Netzwerk geschützt wurde, dass es Leute gab die ihn gedeckt haben.

00:36:18: Haben Sie dafür irgendwo irgendwelche Hinweise oder belegenden Akten gefunden?

00:36:23: Also, dass er beispielsweise gedeckt wurde und sich sexuellen Missbrauch betrieben hat, der von dem Behörde gedecked wurde da sieht man nichts von in den Quellen.

00:36:33: Und auch mit diesem Netz der Freunde und des Freundeskreises, der Kolonialdignidad muss man etwas vorsichtig sein.

00:36:40: Weil das ist ein Mythos, der von der Kolonia Dignidad mitgetragen wird.

00:36:44: So es gab das Netzwerk in Siegburg und in Loma.

00:36:48: da gab's die private soziale Mission ja auch lange weiter bestehen und Gelder flossen in die Kolonia Dignitat.

00:36:55: dann gab bestimmte Gemeinschaften in Gronau und noch in anderen Gegenden von ehemaligen Mitgliedern Hamburg zum Teil.

00:37:03: Aber es war kein großes Netzwerk, das sich über ganz Deutschland hinweg die Bundesrepublik gezogen hat.

00:37:11: Das wird gerne so gesagt.

00:37:13: Es wird auch gerne von einem internationalen Freundeskreis gesprochen.

00:37:17: Da kann man transnational sagen in der Bundesrepublik und Chile vielleicht, aber international doch auch sehr klein.

00:37:24: Und da gibt es dann diese Kontakte beispielsweise mit dem Waffenhändler Gerhard Merthins.

00:37:30: Dieser Kontakt ist bestätigt und beispielsweise über Kontakte bei die westdeutsche Botschaft.

00:37:37: Aber wie gesagt kein groß aufgespanntes Netzwerk sondern eher den Versuch einzelne Politiker dann einzuladen, anzuwerben was aber auch nur im kleinen Maße passiert ist.

00:37:52: Sprechen wir über die Flucht von Paul Schäfer.

00:37:55: es gab Hinweise auf Straftaten aber eben lange keine Anzeige bei der Polizei.

00:38:00: Die Opfer schwiegen und wenn sie sich mal Erwachsenen wie ihren Eltern anvertrauten glaubte man ihnen nicht.

00:38:07: Holle Meding hat über das gesellschaftliche Klima gesprochen.

00:38:10: Das kommt hinzu, da wurde viel verschwiegen um Skandale zu vermeiden.

00:38:14: Das ändert sich jedoch dann.

00:38:15: im Januar nineteenhundertsechzig Da ist ein Junge bereit bei der Polizei auszusagen.

00:38:22: Er sagt dass er zweimal bei einer Jugendfreizeit in Heide von Schäfer missbraucht wurde.

00:38:28: Jetzt muss die Justiz gegen Schäfe ermitteln.

00:38:30: allerdings lässt sie sich sehr viel Zeit.

00:38:33: Schäfers erfährt irgendwie von diesen Ermittlungen.

00:38:36: zumindest schöpft er Verdacht.

00:38:38: Er kann fliehen und er nimmt direkt Menschen aus der Gemeinschaft mit, die Erwachsenen soll er unter anderem mit dem unmittelbar bevorstehenden Ausbruch des Dritten Weltkriegs in Angst versetzt haben – Die Flucht garantiere das Überleben.

00:38:52: Gerd Albus erinnert sich an den Moment als das Haus in seiner Nachbarschaft plötzlich leer

00:38:56: war.".

00:39:01: Dann waren die halt weg, aber man wusste ja nicht wohin.

00:39:04: Auch der Paul Schäfer hat seinen Anhängern gesagt wir machen jetzt eine Choreise Das waren ja zweihundert Leute hier und dann haben sie einen Ausflug gemacht.

00:39:19: Was sollten wir als Anwohner dazu sagen?

00:39:22: Dann waren sie vielleicht mal in Urlaub eine Weile.

00:39:26: Wir wussten ja gar nicht, wer hier war und wie viele wussten wir auch nicht, wie viele hier wohnten.

00:39:31: Und dann waren die weg und später hörte man, dass sie für immer weg sind.

00:39:36: Dann war das Haus dann leer.

00:39:37: Der Aufbau der Kolonia Dignidad in Chiele hängt also unmittelbar zusammen mit der Anzeige gegen Schäfer im Rheinland Mit Behörden, die nicht schnell genug agierten.

00:39:48: Vielleicht auch mit einer unlichten Stelle, die für eine rechtseitige Warnung des Daters sorgte.

00:39:53: Albus glaubt, dass Schäfer gerne in Heide geblieben wäre.

00:39:57: Der wollte ja hier bleiben und er wollte seine kriminellen Dinge hinter dem Zaun weiter fortführen.

00:40:07: Die Flucht war was Unvorhergesehenes und das war ne ganz neue Richtung Und er hat in Schiele dann das ja ganz neu aufgebaut mit Hilfe der dochigen Behörden und auch mithilfe des Staates.

00:40:24: Das wissen wir ja, dass nachher dann auch Gegner des schielenischen Staates dort in dem Paul Schäfer, in der Apokolonier Diegni, der hat diese dann hieß gefoltert wurden.

00:40:38: Das Wissen wir ja alles!

00:40:40: Das ist ja eine neue Richtung, die konnte man damals aus der Zeit neunfünfzig, neunsechzig hier in Heide überhaupt nicht erkennen.

00:40:51: So erinnert sich Gerhard Albus tatsächlich... ...ist das aber wohl nur zum Teil richtig?

00:40:56: Die Flucht musste ohne große Vorbereitung erfolgen, das stimmt!

00:41:00: Tatsächlich hat es aber wohl schon vorher Umsiedlungspläne gegeben.

00:41:04: Das hat Holle-Meding herausbekommen.

00:41:06: Wo wollte man denn hin, Frau Medig?

00:41:08: Also... Die Umsiedelung wurde in der Tat langer geplant, doch dann überhastet umgesetzt.

00:41:14: So Schäfer suchte ein Ort an dem er unabhängig agieren konnte und weder vom Jugendamt kontrolliert werden konnte noch durch Nachbarn oder ehemalige Anhänger denunziert werden konnten.

00:41:26: Auch die Besuche vom Kreis Jugendamt sind ihm sehr lästig!

00:41:31: Und das Zielland wurde dabei im längeren Prozess ausgewählt.

00:41:35: Aufgrund bestehender Auslieferungsabkommen schied Europa für eine Umsiedlung aus.

00:41:41: Und als Option sollen Israel, Marokko und Ägypten ins Auge gefasst worden sein.

00:41:47: Die haben dann auch Schäfer und weitere Personen aus der Leitungsregel mit und bar v.a.

00:41:52: im Sommer in den Sommersetzten auch bereist.

00:41:56: In Ägyptien, vorallem ein Volk der Soes-Krise, ist ein Colonisationsprojekt aus einem europäischen Staat und denkbar.

00:42:04: und weder in Marokko noch in Israel ließen sich nennenswerte Beziehungen aufbauen.

00:42:09: Und dann kam ein Kontakt zustande mit dem chilenischen Botschafter Artudo Maschke, der auch zu den Einweihungsfeierlichkeiten des Jugendheims anwesend war.

00:42:20: Hier muss man das auch den Kontext berücksichtigen – das war alles bevor es den Haftbefehl gab!

00:42:26: Dann fiel die Wahl auf Chile als Auswanderungsland.

00:42:31: Das Land war seinerseits seinerzeit aufgrund des verheerenden Erdbebens vom Mai, ins allgemeine Bewusstsein gerückt.

00:42:41: Und das war dann die offizielle Begründung – so die Hilfe für die Opfer des Erdbehbens in Chile und auch den Aufbau eines Jugendheims vor Ort.

00:42:51: Auch die überwiegende Mehrheit der Mitglieder der privaten sozialen Mission wurde dieser gemeinnützigen Aufbau eben eines Weisenhauses als Grund für die Auswanderung kommuniziert.

00:43:04: Und gleichzeitig wurde auch schon, neunzehneunfünfzigneunzensechzig viele Mitglieder angeworben und auch angesprochen Ausbildung durchzuführen die auf einen Neuanfang in Eigenleistungen im neuen Land ausgerichtet waren.

00:43:21: So es gab Ausbildungen, da wurden Personen angesprochen sie sollen jetzt eine Krankenschwester-Ausbildung machen weil man brauche eine Krankerschwester am neuen Land.

00:43:30: Schreienausbildung, also die Ausrichtung auf eine Autarkesiedlung.

00:43:34: Die stark vorangetrieben wurde und das eben auch schon neunzehnneinundfünfzig, neunzensechzig.

00:43:39: Schäfer ist nach seiner Flucht noch einmal nach Europa zurückgekommen?

00:43:43: Das kann man kaum glauben.

00:43:45: Schaefer reißt tatsächlich noch einmal von Chile nach Belgien.

00:43:50: Es ist ungeheuerlich allerdings nicht um sich den Behörden in der Bundesrepublik zu stellen sondern um die Missbrauchsfälle, die es im Jugendherrnheide gegeben hatte zu vertuschen.

00:44:02: Und andere Mitglieder der Leitungsregel Kurt Schnellenkamp und Heinz Kuhn brachten dann die Kinder, die Schäfer sexuell missbraucht hatte zu ihm damit Schäfe ihn einschärfen konnte vor der Kriminalpolizei keine Aussagen darüber zu machen.

00:44:21: Und Schnellenkamen, Kuhnen und auch Bar, die zugesichert hatten, auch schriftlich.

00:44:27: Schäfer jegliche Kontaktaufnahme zu den Kindern des Jugendheims, zu verwehren täuschten gezielte Behörden, setzten Zeugen und Betroffene unter Druck und betrieben ganz gezielt Strafverhaltler.

00:44:40: Und diese Strategie ist aufgegangen!

00:44:42: Die Kreisverwaltung bat schließlich Hugo Bar und auch Schmitzehefrau die Heimleitung komissarisch zu übernehmen.

00:44:51: da sich Dann Schäfer, von dem die Gefahr für die jugendlichen Ausgänge ins Ausland abgesetzt hatte, sah dann auch das Landesjugendamt Nordrhein-Westfalen keine Notwendigkeit weiter einzugreifen.

00:45:05: Und auch hier die Begründungen in den Akten sind fadenscheinig.

00:45:08: da wird erneut argumentiert dass sich um eine private Einrichtung ohne staatliche Förderunghandler habe das Landesjugendamt ohnehin keine Handhabe.

00:45:20: Und auch, ob ein Widerruf der Pflegerlaubnisse nun nach dem Ausscheiden Schäferes Bestand habe wird dann gesagt es sei mangels genügend greifbarer Gründe gegen die Unterbringung im Haus Heide zweifelhaft.

00:45:34: Sie schreiben dass die Missbrauchsfälle in Heide nach Schäfers Flucht nicht aufgehört haben.

00:45:38: ist hing also nicht alles an ihm allein?

00:45:41: Ja

00:45:42: Inhaltat lassen Zeitzeugen Berichte darauf schließen das die missbrauchs fällen Jungheim heide nicht mit Schäfers Flucht nach Chile endeten.

00:45:51: Also auch Hugo Barr soll sich in den neunzehnsechziger Jahren an Minderjährigen vergriffen haben, nicht in dem Ausmaße aber es gab weiterhin Übergriffe und einer der ehemaligen Mitglieder berichtet beispielsweise dass seine Schwiegermutter missbraucht wurde als Mädchen im Jugendheim Heide nachdem Schäfer schon abgereist war nach Chile und dass Hugo Bar vor seinem Tod bei seiner Schwiegermutter dann um Entschuldigung gebeten hatte.

00:46:22: Und ein weiteres Mitglied bestätigt das, versucht es aber halbwegs zu rechtfertigen und sagt, dass es nicht so wie bei Schäfer gewesen sei, dass Hugo bar allein war ohne Frauen Kinder die mit nach Chile genommen wurden Mädchen missbraucht hätte, aber vor seinem Tod sich entschuldigt habe und die Dinge geordnet haben.

00:46:50: Die Macht- und Missbrauchsstrukturen scheinen insofern nicht vollständig von Schäfer abhängig gewesen zu sein.

00:46:56: Und offensichtlich nutzte auch Hugo Baas seine Position als kommissarischer Heimleiter und Vorsitzender der privaten Sozialmission aus.

00:47:06: Das Jugendamt wiederum, dem nach der Anzeige gegen Schäfers die Missbrauchsfälle bekannt waren scheint keine weiteren Untersuchungen zur sexuellen Gewalt im Jugendheim heide durchgeführt zu haben.

00:47:17: Da versandeten die Ermittlungen, niemand fühlte sich zuständig und weder die Kriminalpolizei noch das Kreis Jugendamt eroierten die möglichen Missbrauchsfälle im Jugendhelm besonders gründlich.

00:47:30: Und dann auch die Massenauswanderung nach Südamerika und die hohe Wahrscheinlichkeit dass ich dann Siegburger Kinder unter dem Zugriff eines mutmaßlichen Pederasten befanden, scheint die Behörden nicht genügend Alarm hierzu haben.

00:47:45: Also im Gegenteil, in der Erkannte des Finanzamts die Gemeinnützigkeit der privaten sozialen Mission an.

00:47:53: Der Siegburger Verein liebt noch Jahrzehntelang tätig und unterstützte die Kolonadignidad in Chile.

00:47:58: Herzlichen Dank, Halle-Meding!

00:48:00: Zur weiteren Geschichte von Paul Schäfer und seiner Gemeinschaft gehört das Versagen deutscher Behörden untrennbar dazu.

00:48:07: Schäver musste seine Kontakte nach Deutschland nie kappen, auch hier gab es weiterhin Unterstützer.

00:48:14: Vor-und nach der Flucht war der Kreis der Wissenden sicher sehr klein aber schon wenige Jahre später konnte sich eigentlich keiner mehr darauf berufen nicht zu wissen mit wem man es da zu tun hatte.

00:48:26: Es gab die ersten Berichte von Opfern in Chile und dann auch eine ausführliche Berichterstattung in einigen deutschen Zeitungen.

00:48:34: Zur Lage in Chile, in dieser Zeit muss man sagen das Land war noch keine Diktatur.

00:48:38: wenn man heute die Geschichte der Kolonia dignitat erzählt ist diese immer sehr eng mit der Militärdiktatur verbunden.

00:48:45: Die beginnt tatsächlich aber erst.

00:48:48: Davor ist Schiele eine halbwegs funktionierende Demokratie mit einem Parlament, in dem mehrere Parteien sitzen.

00:48:57: Regierungschef ist ein Christdemokrat.

00:49:00: Trotzdem wird Schäfer auch in Schiele nicht gestoppt – es gibt zwar einen Prozess gegen ihn bei dem er aber nicht erscheint.

00:49:07: Anhänger behaupten dass er spurlos verschwunden sei und damit gibt sich die chilenische Justiz zufrieden.

00:49:14: Ich habe im Archiv einen Zeitungsartikel aus dem April, aus dem Kölner Express gefunden und dieser Text ist nicht nur aufschlussreich weil er belegt wie früh man über die Verbrechen Bescheid wusste.

00:49:27: Er ist auch ein befremdliches Zeitdokument weil man nämlich lernen kann wie in den sechziger Jahren über Kindesmissbrauch gesprochen und berichtet wurde.

00:49:36: Da ist schon die Überschrift bezeichnend der Kindes-Missbraucht wird verharmlost als die Tat eines Sittenstreus.

00:49:43: Im Text wird der Kindesmissbrauch zudem mit sogenannten homosexuellen Trieben gleichgesetzt, auch das ein Ausdruck seltsamer Zeiten.

00:49:52: Missionsleiter Ein Sittenströlch steht mit Fragezeichen über dem Artikel.

00:49:57: Paul Schäfer bekommt wegen seines Unfalls in Kindertagen im Express den Namen Das Glasauge.

00:50:04: wurden die dreihundert Deutschen Siedler, die in Schiele im Blickpunkt öffentlicher Kritik stehen von dem Bonner glasauge Paul Schaefer hinter gang und zu unsüchtigen Handlungen angetrieben?

00:50:12: Paul Schäfer wird seit den ersten Jahren von der Staatsanwaltschaft Bonn wegen Umzug mit minderjährigen Jungen gesucht.

00:50:18: Das Bundeskriminalamt lässt inzwischen über Interpol nach infarmen.

00:50:21: Express sprach mit einem früheren Freund Schäfers, der diesen als einen energischen Mann bezeichnete – nach dessen Pfeife alle tanzen würden und der seiner Meinung nach immer noch das Oberhaupt der privaten sozialen Mission sei.

00:50:35: Der Siegburger Sprecher der Privaten Sozialen Mission Hugo Barr behauptete, dass das chilenische Mustergut nun mehr von einem fünfköpfigen Direktorium mit dem ehemaligen Luftwaffen-General Hermann Schmidt an der Spitze geleitet werde.

00:50:50: In der chilenischen Presse wurde jedoch der Verdacht geäußert, dass Schäfer sich nach wie vor in Chiele aufhalte und das Dorf immer noch indirekt beherrschen.

00:50:58: Das chilenische Abgeordnetenhaus hat einstimmig die Entsendung eines Regierungsbeauftragten in die Siedlung Ladigneta beschlossen, die von ehemalsen Mitgliedern als Konzentrationslager bezeichnet wird.

00:51:09: Kriminalbeamte, die das Dorff durchkämmen wurden angewiesen, sich insbesondere nach Ex-Nazis umzusehen.

00:51:15: In Südschiele leben nach Schätzungen der Polizei etwa dreitausend ehemalige Nazis.

00:51:21: Die Ermittlungen gegen Schäfer und Chiele wurden nach einiger Zeit eingestellt.

00:51:25: Auch der Regierungsbeauftragte, der sich die Sache vor Ort ansehen sollte hatte wenig erhellendes Beitragen können genau wie einen Untersuchungsausschuss im chilenischen Parlament.

00:51:36: Wie gesagt das alles spielt vor der Militärdiktatur vor dem Putsch den Schäver dann mit Geld und Waffen unterstützen wird.

00:51:44: Der nicht aufzufindende Verdächtige war übrigens keineswegs so spurlos verschwunden, wie es seine Anhänger behauptet hatten.

00:51:50: Die deutsche Berutschaft hatte sogar recht genaue Angaben – sie wusste wo sich der sowohl in Chiele als in Deutschland gesuchte Mann befand.

00:51:59: Sie wusste auch, dass neunzehntelhundertsechsundsechzig-siebensächzig etwa sechzig minderjährige Kinder auf dem Gelände der Kolonia dignidad waren.

00:52:07: Sie wußte das Menschen daran gehindert wurden die Kolonia zu

00:52:10: verlassen.".

00:52:12: Nicht nur in Chile konnte es weitergehen, auch hier im Rheinland sah offensichtlich keiner Handlungsbedarf die intakten Verbindungen zur Foltersekte zu kappen.

00:52:22: Im Zeitungsartikel wird der ehemalige Baptistin Prediger Hugo Bar als Sprecher der privaten sozialen Mission zitiert, die also weiter existiert – hat ihre Zentrale in Siegburg?

00:52:34: Von dort soll es eine direkte Verbindung über eine Funkanlage zum Sektenführer nach Chile gegeben haben!

00:52:42: In Deutschland werden Maschinen und Ersatzteile beschafft, die man für die Kolonia-Dignität in Schiele braucht.

00:52:48: Es werden Medikamente für das Krankenhaus der Gemeinschaft geliefert – dazu nochmal Gerd Albus.

00:52:54: Es gab übrigens in Siegburg fünf Kilometer von hier entfernt zwei gemischt waren Läden oder von Mitgliedern Ich muss sagen, der privaten sozialen Mission betrieben wurden.

00:53:11: Das waren Frauen.

00:53:13: da konnte man Obst Gemüse und alles Mögliche kaufen.

00:53:16: die waren übrigens noch nach dem Paul Schäfer mit dieser Gruppe hier nach Schiele geflüchtet ist Noch viele Jahre in Siegburg bis in die Achtzigerjahre tätig.

00:53:28: das hat uns alle sehr gewundert.

00:53:31: dass diese zwei Geschäfte Die kriminellen Machenschaften unterstützten auch weiterhin in Chile, was man heute weiß.

00:53:44: Dass man vonseiten des Staates diese Geschäfte nicht geschlossen hat.

00:53:51: Menschen die mal in diesen Läden gewesen sind beschreiben eine ganz eigentümliche Situation so als wenn man mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit zurückgereist wäre.

00:54:03: Die Frauen, die dort gearbeitet haben trugen weiße Hauben und Schürzen.

00:54:07: Zum endlichen Kunden wurde der Augenkontakt verhindert.

00:54:11: Kaufen konnte man auch Produkte aus Chile, die wohl direkt aus der Kolonia dignidad importiert wurden.

00:54:18: Es soll noch andere Geschäfte gegeben haben, ob da viel Geld verdient wurde.

00:54:21: Dass man nach Hiele überweisen konnte weiß man nicht so genau.

00:54:25: Wahrscheinlicher ist dass diese kleinen Läden Fassaden für größere Transaktionen waren und da dürfte es auch um Waffengeschäfte gegangen sein.

00:54:35: Hugo Barr hat später zugegeben in den siebziger Jahren Handgranaten für die Freunde in Südhile auf dem Schwarzmarkt besorgt zu haben.

00:54:44: Wenn es um Waffen ging, war jedoch ein Mann aus Königs Winter die deutlich größere Nummer.

00:54:49: Holle Meding hat ihn eben schon erwähnt.

00:54:51: Gerhard Merthins hieß der Mann.

00:54:54: Während der NS-Zeit war er Mitglied der WaffenSS.

00:54:57: Nach dem Krieg stand er in Verbindung mit Neonazi Gruppen.

00:55:01: Dieser Mann wurde zu einem der bekanntesten Waffenhändler in der Bundesrepublik.

00:55:06: Mertins gilt als Mitbegründer eines Freundeskreises der Kolonia Dignidad.

00:55:12: Herauszubekommen, wer da sonst noch so alles zugehörte ist nach wie vor nicht einfach.

00:55:17: Eine Mitgliederliste ist wohl nicht geführt worden.

00:55:20: Es heißt diesem Freundeskreis hätten zeitweise hundertzwanzig Mitglieder angehört.

00:55:25: Darunter sollen auch Politiker gewesen sein.

00:55:28: Auch der Name eines bekannten und umstrittenen ZDF-Journalisten wird immer wieder genannt.

00:55:34: Dieses Netzwerk ist für Schäfer hilfreich, weil er gegen die angehen will.

00:55:40: Die Menschenrechtsverletzungen in der Kolonia dignitat anprangen.

00:55:44: Das trifft zunächst seine ehemalige Jugendorganisation CVJM, die sich vorbildlich dem Thema stellen wollte.

00:55:51: Schließlich gab es daher Verbindungen als Schäffer ohne Berufsausbildung mit Kindern und Jugendlichen arbeiten durfte.

00:55:58: Dann wurden gegen die deutsche Sektion von Amnesty International die Anwälte losgeschickt, mit denen die Menschenrechtsorganisation jahrelang streiten wird.

00:56:07: Es gab eine Informationsveranstaltung von Amnesty im Siegburger Kolpinghaus, bei der zahlreiche Belastenaussagen vorgetragen wurden.

00:56:17: Ein Rechtsanwalt von Schäfer saß in Publikum und hatte vor dem Bonner Landgericht eine einstweilige Verfügung gegen Amnestie International erreicht.

00:56:25: Amnesti sollte nicht mehr sagen dürfen dass auf dem Gelände der Kolonia gefoltert würde.

00:56:31: Außerdem durfte eine Informationsbroschüre über Schäfers Machenschaften nicht mehr verteilt werden.

00:56:37: Amnesty kritisierte auch den Siegburger Bürgermeister Adolf Herkengrad, der hat sich noch Ende der achtziger Jahre immer wieder schützend vor die private soziale Mission gestellt.

00:56:48: Fünfundzwanzig Jahre war Herkenrad Bürgermeister bis Ninzehundertneun und Achtzig.

00:56:53: Von Ninzehnundachzig bis Neunundachtzig war er auch für die CDU Mitglied des Bundestags.

00:56:59: Man warf ihm vor, durch Blauäugigkeit eine Weihilfe zur Kindesmisshandlung zu leisten.

00:57:05: Er hat ihn zu lange Zügel gelassen.

00:57:09: da hätte man sofort einhaken müssen.

00:57:13: Da hat der Herr Herkenrat glaube ich Fehler

00:57:15: gemacht.".

00:57:15: Das fand irgendwie auch die Jugendorganisation seiner Partei, die Junge Union hielt ihn für nicht mehr tragbar.

00:57:22: Zu seiner Entschuldigung sagte Herkenrad in einem Stadtanzeigerinterview er habe nicht genug über die Kolonia dignidad gewusst.

00:57:30: eine kühne Behauptung der Verein private soziale Mission konnte noch bis nineteenhundert fünfund neunzig unbehelligt weiter wirken.

00:57:39: Wie es in Chile weiterging, ist vielen in Grundzügen bekannt.

00:57:43: Wer das noch einmal nachvollziehen will wird viele Quellen finden.

00:57:47: deshalb nur ganz kurz die völlig entmündigten Bewohner der Kolonia Dignidad wurden zu Zwangsarbeit ohne Lohn gezwungen und durch Manipulation und Indoktrination dazu gebracht zu glauben dass dies alles zu ihrem eigenen Wohl zu ihrer eigenen Erlösung geschieht.

00:58:03: Es herrschte ein Regime mit strengsten Gewaltstrafen.

00:58:08: Kinder der eigenen Bewohner, aber auch aus chilenischen Familien in der Umgebung wurden von ihren Familien getrennt und in der hermetisch abgeriegelten Gemeinschaft dann sexuell missbraucht.

00:58:21: Während der Militärdiktatur wird das Areal zu einem Stützpunkt der Geheimpolizei – das Militäre deckt Paul Schäfer und die Kolonia und im Gegenzug darf auf dem Gelände der Deutschen gefoltert und gemordet werden!

00:58:34: Es ist längst noch nicht alles aufgearbeitet, viele Fragen bleiben ungeklärt.

00:58:39: Nicht zuletzt die Fragen nach den Helfern.

00:58:42: Immerhin hat sich das Auswärtige Amt einigermaßen seiner Verantwortung gestellt.

00:58:46: Der deutsche Botschafter in Chiele in den siebziger Jahren Erich Strädling hat damals alle Vorwürfe gegen die Kolonia als haltlos dementiert.

00:58:56: Es muss eine rege Verbindung zwischen der Botschaft und der Sekt gegeben

00:59:00: haben.".

00:59:01: Wie weit die Verbindungen in die Politik gingen, lässt sich nur erahnen.

00:59:05: Da gibt es eine vielsagende Bundestagsdebatte aus dem Jahr.

00:59:13: Blüm hatte nicht nur dem Diktator Pinochet ins Gesicht gesagt, dass er ein Folterknecht sei.

00:59:32: Er hatte auch die Überweisung von Renten in die Kolonia dignitart gestoppt.

00:59:37: Aber wie schwer es mit seiner Haltung in der eigenen Partei hatte zeigte sich dann in dieser Bundestagsdebatte In der es um die Lage in Chiele gehen sollte.

00:59:45: Da setzte ihn seine eigene Partei als Letzten auf die Rednerliste und weil alle vor ihm ihre Redezeit überzogen, wäre er nicht mehr dran gekommen wenn ihm nicht die Grünen einen Teil ihrer Redezeits zur Verfügung gestellt hätten.

01:00:01: Zwei Jahre später, in den letzten Jahren endet die Diktatur in Chile.

01:00:05: damit verliert auch die Kolonia dignidad ihren Schutz.

01:00:08: Schäfer soll verhaftet werden.

01:00:10: Er kann sich ein Jahr auf dem großen Gelände der Kolonie verstecken.

01:00:14: dann flieht er nach Argentinien.

01:00:17: Im Jahr Zwei-Tausendfünf wird er dort endlich festgenommen und an Chiele ausgeliefert.

01:00:22: Da wird er wegen mehrfachen Kindesmissbrauchs zu zwanzig Jahren Gefängnis verurteilt, weitere Prozesse sollten Folgen doch zu denen kommt es nicht.

01:00:30: weil Schäfer im Jahr zwei-tausendzehn im Gefängnis stirbt Bleibt die Frage, wie es in Heide weiter ging.

01:00:38: Was wurde aus dem Haus?

01:00:39: Die Antwort ist ein weiterer Beleg für beste Verbindungen.

01:00:43: Es gelingt der Gemeinschaft das Anwesen nach ihrer Flucht ohne finanzielle Einbußen zu verkaufen berichtet Gerd Albus und mit der Einnahme konnte man in Chile diese heruntergekommene Farm kaufen Aus der dann die Kolonia Dignidad gemacht wurde.

01:00:58: Der Käufer des Hauses Inheide war.

01:01:00: Achtung Die Bundeswehr?

01:01:02: Ja, das hat mich auch sehr gewundert.

01:01:04: Dass gerade die Bundeswehr, die ja eine gewisse moralische Verantwortung darstellt, dass dieses Haus mit dieser Vergangenheit dann übernommen hat wie das immobilienmäßig marklamäßig über die zugegangen ist... Das weiß ich natürlich als Junge, da hatten wir keinen einen Blick auf einmal waren die Soldaten hier

01:01:31: Und wieder wunderte sich die Nachbarschaft im kleinen Heide.

01:01:35: Heute erinnert nichts mehr an die ehemaligen Eigentümer des Areals, es gibt keine Spuren und keinen Ort der Erinnerung an diese furchtbare Geschichte, die hier ihren Anfang nahm.

01:01:46: Das Areal ist in viele Grundstücke aufgeteilt worden Auf dem Häuser für die neuen Einwohner von Heide gebaut wurden.

01:01:53: Man müsste den vielen Leuten, die jetzt hier wohnen, gerne mal persönlich fragen ob sie wissen auf welchem Grund, mit welcher Vergangenheit sie hier leben.

01:02:09: Viele werden das gar nicht wissen weil ich weiß aus der Erfahrung und wenn ich Führungen mache viele wundern sich was früher hier war und viele machen sich aber auch persönlich keine Gedanken.

01:02:24: die Leben ihr Leben und was wahr?

01:02:27: Das war.

01:02:28: Das gilt natürlich nicht für die vielen Opfer Schäfers seiner Gemeinschaft und ihrer Helfer-und-Helferinnen.

01:02:36: Wäre das Leid der Opfer verhindert worden, wenn man die Vorwürfe damals ernster genommen und Schäfer verhaftet hätte?

01:02:42: Darüber kann man nur spekulieren – selbst wenn ihn ein Gericht verurteilt hätte, wäre er wohl nicht lange in Haft geblieben und seine Anhänger hätten wahrscheinlich zu ihm gehalten.

01:02:53: Schäffer wäre dann in das Haus in Heide zurückgekehrt.

01:02:58: Man weiß es nicht, wie gesagt.

01:03:00: Alles Spekulation!

01:03:02: Das war's für heute bei True Crime Köln mit einer Folge über die Anfänge Ecolonia Dignidad in unserer Nachbarschaft.

01:03:09: Diese Episode geht übrigens auf die Anregung einer Hörerin zurück.

01:03:13: Herzlichen Dank und

01:03:14: Guus

01:03:15: an Astrid Wallenfang.

01:03:16: Danke auch an Laura Ostender und Johannes Mönch, die als Sprecherinnen und Sprechern dabei waren.

01:03:21: Und natürlich an Gerd Albus und Holle Meding Alle, die das Gürtel noch ein bisschen vertiefen wollen kann ich auf einen Buch von Holle-Meding verweisen nach Chiele um den Menschen zu helfen.

01:03:32: Die Anfänge der Kolonialdignidad, Ninzehunderteinundsechzig bis Neunzehundertsiebzig lautet der Titel und über die Zeit davor in Heide hat sie einen Text im Buch Kolonia Dignitat neue Debatten und interdisziplinäre Perspektiven geschrieben.

01:03:48: Das kann man bei der Bundeszentrale für politische Bildung für nur fünf Euro plus Versandkosten bestellen.

01:03:54: Bleiben Sie wachsam, aber bitte auch gelassen.

01:04:07: Tschö!

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