Der Fall Fonk: Als Kölns erster V-Mann einen Promi als Mörder überführen sollte
Shownotes
Nach einem Streit zwischen zwei Geschäftsleuten verschwindet der Mann, der die Bilanzen prüfen soll. Eine Vermisstenmeldung bringt die Polizei nicht weiter. Einige Tage später wird der Mann tot am Rheinufer gefunden. Schnell gerät einer der Unternehmer unter Mordverdacht. Weil die Beweislage schwierig ist, setzt die Polizei einen ehemaligen Räuber als verdeckten Ermittler ein. Die Ermittlungen und die juristische Aufarbeitung gehören zu einem der spektakulärsten Kriminalfälle der Stadtgeschichte, aber auch der deutschen Rechtsgeschichte. Bis heute wird in der juristischen Fachliteratur über den Fall des Peter Anton Fonk diskutiert, der in einer neuen Folge von „True Crime Köln“ erzählt wird. Der Prozess gegen den prominenten Kölner Kaufmann wurde zu einem deutschlandweiten Medienereignis und schließlich zu einem Kräftemessen zwischen dem Kölner Gericht und dem preußischen König. Die Kölner hatten den Kaufmann in einem Indizienprozess zum Tode verurteilt. Der König ließ das Verfahren prüfen und kassierte das Urteil. Was wirklich im November des Jahres 1816 geschah, ist nie abschließend aufgeklärt worden. Spekulationen und Verschwörungstheorien machten in der Stadt die Runde: Hatten dem prominenten Mann gute Kontakte und Klüngel das Leben gerettet? Oder war er wirklich unschuldig? Der Journalist und Autor Georg Bönisch ist sich sicher, dass der König einem Unschuldigen das Leben gerettet hat. Der ehemalige Redakteur von „Spiegel“ und „Kölnische Rundschau“ ist zu Gast im Podcast-Studio des Kölner Stadt-Anzeiger und berichtet bei „True Crime Köln“ von seinen Recherchen. Für ihn ist der Fall auch der erste in der Kölner Polizeigeschichte, bei dem offiziell ein verdeckter Ermittler eingesetzt wurde. Auch um diesen Mann ranken sich Spekulationen und Geschichten: Rüdiger Hilgers gehörte zur gefürchteten Bande des legendären Räuberhauptmanns Mathias Weber, genannt „der Fetzer“, dem 180 Überfälle in nur acht Jahren zugeschrieben wurden. Während Weber nach seiner Festnahme hingerichtet wurde, kam Hilgers schnell wieder frei. Ein Gericht hatte ihn zuvor zu 16 Jahren Haft verurteilt. Im „Fall Fonk“ sollte Hilgers nicht nur Informationen für Ermittler sammeln, Kölns erster V-Mann handelte auch als „Agent Provocateur“, als er in einer Kneipe am Kümpchenshof einen mutmaßlichen Komplizen von Fonk aus der Reserve locken wollte.
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Transkript anzeigen
00:00:01: True Crime Köln, der Podcast des Kölner Stadtanzeiger über wahre Verbrechen, spannende Geschichten und spektakuläre Fälle.
00:00:12: Ein Mann kommt nach Kölnen um im Streit zweier Geschäftsleute für Klarheit zu sorgen.
00:00:18: Es geht um möglicherweise falsche Zahlen in der Bilanz, um Untreue und Betrug.
00:00:23: Kurz nachdem er seine Arbeit aufgenommen hat verschwindet er Zunächst spurlos, zuletzt wurde er in einer Kneipe gesichtet.
00:00:32: Sein Chef und die Polizei bitten die Bevölkerung um Hinweise ohne Erfolg.
00:00:36: Einige Tage später wird der Vermisste am Rhein-Ufer angeschwemmt, der Mann, der die Bücher einer Likörfirma prüfen sollte ist tot.
00:00:45: Wusste er zu viel?
00:00:46: Hat er einen Skandal aufdecken können in den ein bekannter Kölner Geschäftsmann verwickelt war oder steckte etwas anderes dahinter – eine Schlägerei im Bordell, die ausgeartet?
00:00:58: Es dauerte nicht lange, bis sich die Polizei festlegte.
00:01:02: Der Geschäftsmann Peter Anton Fong sollte als Mörder überführt werden und weil die Beweise nicht reichten, kam ein verdeckter Ermittler zum Einsatz.
00:01:11: Ein ehemaliger Räuber sollte dabei helfen einen Mordkom-Plot aufliegen zu lassen.
00:01:18: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von True Crime Köln der Podcastreihe des Kölner Stadtanzeigers über wahre Kriminalfälle aus Kölnen und der Region!
00:01:27: Der Fall über den wir heute sprechen spielt Anfang des neunzehnten Jahrhunderts.
00:01:31: Er war damals ein echtes Medienereignis, wie man heute sagen würde – Ein Fall über dem die Menschen im ganzen Land kontrovers diskutierten.
00:01:40: Wohl einer der ersten, die so intensiv in der Öffentlichkeit begleitet wurden.
00:01:44: und nicht nur das!
00:01:45: Der Fall wurde auch von Fachleuten aufgegriffen.
00:01:48: In der zeitgenössischen Literatur wird von einer Kriminalprozedur gesprochen Eine sehr schöne Bezeichnung, wie ich finde und diese Kriminalprozedur ist bis heute Thema in juristischer und historischer Fachliteratur.
00:02:04: Ich habe es gesagt am Anfang steht eine Vermisstenmeldung.
00:02:07: sie erscheint am sechzehnten November achtzehn hundertsechzehn in der kölnischen Zeitung und im königlichen Amtsblatt.
00:02:15: Polizei-Meldungen sind auch in der heutigen Zeit nicht selten sprachliche Besonderheiten, das gilt erst recht für diese über zweihundert Jahre alte Nachricht der sogenannten Sicherheitspolizei.
00:02:28: Ein junger Mann, achtundzwanzig Jahre alt mit schwarz-braunen Haaren, roten Wangen etwas kräuselnden
00:02:34: Beckenbart
00:02:35: blauen Augen welcher zur Betreibung eines kaufmännischen Liquidationsgeschäft von seinem Prinzipalen hierhin abgeschickt worden war und sich einige Tage in der hiesigen Stadt verwahlte ist seit Samstag vermisst worden.
00:02:48: Er hatte abends gegen zehn Uhr aus dem Gasthause, worin er logiert hat – einen guten Freund durch eine sehr gelegene Straße, eine kleine Strecke des Weges begleitet und beim Abschied neben auf dieser kurzen Streckel den Weg nach dem Gasthause wieder eingeschlagen.
00:03:03: Aller mittlerweile geschehen dann vielfältigen Nachfragen um seine Person ungeachtet ist er bis hierzu noch nicht auszufindigen gewesen.
00:03:11: Der Prinzipal, welcher über das moralische Betragen dieses jungen Mannes sowie über seine Geschäftsbeziehung die besten Zeugnisse ablegt, ist über dessen bisheriges Vermissen äußerst bekümmert und demselben sein Opfer zu groß um Nachricht über seinen Aufenthalt oder sonstiges Schicksal zu erstatten.
00:03:28: Noch mehr wird es die Familie betreffen, die mit dem Ereignisse bisher noch unbekannt ist.
00:03:33: Beim Ausgehen aus dem Gasthause trug der Vermister einen runden Hut hatte wahrscheinlich bei sich ein rotes Portemonnaie und eine große, mehrschaubende Pfeife.
00:03:42: Auf dem Deckel des Beschlags finden sich die Bildnisse der drei hohen verbündeten Monarchen Franz Friedrich und Alexander.
00:03:49: Sämtliche Behörden sowie jeder private werden ergebendst und inständig ersucht insofern sie einige Wissenschaft von den Vermissten haben sollten davon die unterzeichnete Stelle auf das schleunigste Benachrichtigen zu mögen Köln im November, der Königliche Polizeieinspektor der Stadt
00:04:08: Kölnen.
00:04:11: Der Vermisste wird gefunden.
00:04:13: Sechs Tage vor Weihnachten wird die Leiche etwas nördlich von Krefeld im kleinen Örtchen Friemersheim am Rhein-Ufer gefunden.
00:04:21: Friemarsheim gehört heute zum Duisburger Stadtteil Rheinhausen.
00:04:24: Die kölnische Zeitung berichtete am elften Januar, dass der Leichnamen durch eine Menge an Zeugen identifiziert wurde.
00:04:34: Es handelte sich um die Person des Wilhelm Können – Zitat eines hoffnungsvollen und allgemein als rechtschaffen geachteten jungen Mannes.
00:04:45: Man hoffe mit Zuversicht das die Mörder nicht unentdeckt bleiben, eine Waage Hoffnung wie auch der weitere Verlauf unserer Geschichte zeigen
00:04:53: wird.".
00:04:55: Neben dem Opfer hat diese Geschichte zwei Hauptpersonen und beide gehören in der damaligen Zeit durchaus zur Prominenz in Köln.
00:05:04: Vielleicht muss man es an dieser Stelle noch mal klarer machen, wenn wir über Kölne am Anfang des neunzehnten Jahrhunderts reden sprechen wir über ein noch überschaubares Städtchen mit rund fünfzigtausend Einwohnern.
00:05:16: da wird man schnell zum Stadtgespräch.
00:05:19: Der eine Promi ist der Kaufmann Peter Anton Fong, ein bekannter Geschäftsmann im Rheinland mit prominenten Familienmitgliedern.
00:05:28: Siebzehnhundertundachtzig in Goch am Niederrhein geboren.
00:05:31: Zum Zeitpunkt der Ermordung Königs ist er also fünf und dreißig Jahre alt.
00:05:36: Seine Frau war die Tochter eines hochangesehenen und einflussreichen Kölner Tabakfabrikanten.
00:05:42: Einer seiner Onkel war ein hochrangiger Kirchenmann, der später Domprobst am Kölners Dom wurde.
00:05:49: Die andere Hauptperson, die heißt Rüdiger Hilgers.
00:05:53: Wahrscheinlich geboren in Sintzig am Rhein angeblich Stoffhändler.
00:05:58: Er ist aber aus ganz anderen Gründen ein bekannter Mann.
00:06:01: Er gehörte zu gefürchteten und legendären Räuberbande des Räuberhauptmanns Matthias Weber genannt der Fetzer.
00:06:10: Treue Hörerin und Hörer von Zugheim Köln kennen den Fetzer bereits bestens.
00:06:14: Es gibt eine sehr erhöhrendswerte Folge, wie ich finde mit dem Titel über hundert-achtzig Überfälle in acht Jahren die Geschichte des Räuberhauptmanns Fetza Matthias Weber.
00:06:25: Erschienen ist sie im Juni zwei tausenddreiundzwanzig.
00:06:28: Sie müssen also ein bisschen zurückscrollen um sie zu finden.
00:06:31: Der Erfolgsautor Tillmann Rörig war damals zu Gast bei True Crime Köln.
00:06:35: Mit ihm haben wir die Geschichte des legendären Räuberhauptmanns erzählt, der Fetzer wurde in Kölnen hingerichtet nachdem man ihn einjahrzvor verhaftet hatte und auch so inhaftiert hat dass er nicht wieder entwischen konnte denn spektakuläre Gefängnisausbrüche gehörten durchaus zum Repertoire der Räuberbanden.
00:06:56: Sein komplizter Rüdiger Hilgers war bereits deutlich vor seinem Chef verhaftet und verurteilt worden.
00:07:03: Achtzehnhundert wurde er wegen des Überfalls auf einen reichen Bankier im Westerwald zu sechzehn Jahren Haft verurteilten.
00:07:11: Der Mann blieb auch nach seiner Verhaftung Gesprächsthema.
00:07:14: anstatt im Gefängnis.
00:07:15: zur Schmoren lief er nämlich frei herum, da fehlte manchem doch das Verständnis.
00:07:21: Zugast im Podcaststudio des Kölner Stadtanzeiger ist dieses Mal Georg Bönig.
00:07:26: Er war Redakteur bei der Kölnischen Rundschau, Der Welt und beim Spiegel.
00:07:30: zu den Büchern die er geschrieben hat gehört das True Crime Buch Tatort Kölnen in dem er einige Kriminalfälle aus dem Mittelalter der Neuzeit bis ins XIX Jahrhundert gesammelt hat.
00:07:40: erschienen ist es in der True Crime Reihe des Körner Grevenverlags.
00:07:45: Der Fall, über den wir heute sprechen trägt in seinem Buch die Kapitel überschrift Verhängnisvolles Komplott.
00:07:52: Jörg Bönig ich habe es gesagt der Räuber Rüdiger Hilgers ist eighteenhundert verhaftet und zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden.
00:08:00: wie es heißt hat er jedoch nur ein paar Wochen im Gefängnis gesessen.
00:08:04: Wie ist das zu erklären?
00:08:05: Ja das ist so zu erklären dass Hilgers sozusagen von der Polizei angeworben worden ist, als das was man heute V-Mann nennt.
00:08:18: Also V. Vertrauensmann.
00:08:20: Solche Zuträger für die Behörden, für Polizeien, für Leute mit Spionagebeschäftigten sind ja so uralt wie diese Berufe Polizist oder Spion selber.
00:08:37: Sie müssen sich vorstellen wir leben jetzt in einer Zeit Die ist nicht so stabil Anfang des neunzehnten Jahrhunderts.
00:08:45: Und die Polizei gerade in Köln, die Polizei war ein ganz winziger Apparat, stand aus vier fünf Beamten, die Exekutivbeamte, die ermittelten und der Großteil ansonsten waren Nachtwächter und andere Leute ohne Exekutivebefugnisse war das Bandwesen ein ganz besonderes.
00:09:14: Die Polizei hat sich aus diesen Banten sicherlich Leute herausgesucht, die ihr helfen andere Banden zu infiltrieren oder halt wie in dem Fall über den wir jetzt reden tätig zu werden.
00:09:33: und das war der Dank dafür dass er sich bereit erklärt hat Es gibt ja über ihn keine Akte in dem Sinne, bevor Leute nie bis heute keine richtigen Akten zugänglich sind.
00:09:45: Aber durch die Aussagen Dritter von damals kann man ganz klar sagen er war Vau Mann weil es bezeichnet wurde als Geheimerspion der selbst von oberen Behörden empfohlen worden ist.
00:09:58: Einer hat einen Polizist gesagt, er hat uns manch wichtige Entdeckung gemacht.
00:10:04: in einem Vermerk eines Gerichts heißt es Er habe sich zum Geschäft gemacht durch jedes auch das unerlaubteste Mittel Verbrecher zur Erdeckungen zu bringen.
00:10:14: Das ist klassische V-Mann Arbeit Spitzeltätigkeit bis hin zum Agent Provokateur wie hier im Fallfunk.
00:10:24: Sie schreiben ja in ihrem Text über den Fall, dass Hilgers der erste offizielle V-Mann der Kölner Polizeigeschichte sein könnte.
00:10:32: Aus meiner Sicht gibt es keinen Hinweis auf frühere V Leute!
00:10:40: Diese Aussagen habe ich gefunden im Übrigen.
00:10:43: Im Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Köln, das gab es ja seit achtzehn, fünfzehnt, sechzehnten, da wurden solche Sachen zum Teil veröffentlicht und da habe ich die Beschreibung über ihn entdeckt.
00:10:56: Er ist für mich der erste Vormann der Kölner Polizei.
00:11:00: Welche Rolle er in diesem Fall spielt, wenn wir gleich besprechen.
00:11:02: Aber jetzt müssen wir noch mal Herrn Fonk ein bisschen vorstellen, Peter Anton Fonkh.
00:11:07: Der Kaufmann beschließt ins Likör-Geschäft einzusteigen und tut sich dafür mit dem Kräfel der Apotheker und Chemiker Franz Schröder zusammen.
00:11:16: einen guten Plan
00:11:17: oder?
00:11:18: Ja das war für die beiden was ein guter Plan.
00:11:20: In anderthalb Jahren solange die beiden richtig kooperierten haben wir ein super Geschäft gemacht.
00:11:30: Wir haben damit ein Netto gewinnt von fast zwanzigtausend Talern erwirtschaftet, das war ausgesprochen viel Geld und es war ja vereinbar zwischen den beiden dass aus diesem Topf jeder für die Finanzierung seines Haushalts hundertfünfzig Taler pro Monat nehmen durfte.
00:11:50: dann stellt sich heraus dass der Schröder ganz offensichtlich da richtig in die eigene Tasche gearbeitet
00:11:57: hat.
00:11:58: Also der Fonk bemerkt Unregelmäßigkeiten und beschuldigt den Schröder.
00:12:03: Der Streit wurde nicht beigelegt, im Gegenteil, Schröda dreht den Spieß um und beschuligt Fonks.
00:12:08: Ja genau so macht er das, der sagt okay du warst das Geld was da fehlt die haben wir irgendwann mal festgestellt bei einer Revision.
00:12:17: da fehlt jede Menge Geld.
00:12:20: Und dann hat er einfach ein Schmieß umgedreht.
00:12:23: Er hat behauptet, der Funk habe ihn betrogen indem er in der Bilanz niedriger Verkaufswerte angegeben hat als tatsächlich erzielt.
00:12:32: Der Schröder schickt einen Mitarbeiter nach Köln um die Bücher zu kontrollieren.
00:12:35: das ist Willhelm Können und aus den Zeitungsberichten die wir am Anfang zitiert haben wissen wie.
00:12:41: der Mann wird nach Köln geschickt wurde, nicht mehr lange leben.
00:12:46: Er beginnt damit die Rechnungen und Belege zu prüfen.
00:12:49: was findet er raus?
00:12:50: Ja das was er herausfindet wird ja bis zum Ende nicht deutlich.
00:12:54: er behauptet nur dass er festgestellt habe dass tatsächlich der Fonk den Schröder über Tisch gezogen haben aber es ist nicht erwiesen.
00:13:07: Er bezieht sich auch auf Aussagen eines Mitarbeiters von Fonk, nämlich seinem Buch Halte Harnenbein.
00:13:16: Der ihm steckt... Pass auf!
00:13:19: Der Kerl hat doch Dreck am Stecken?
00:13:21: Du musst nicht in den Papieren suchen, sondern in einem anderen im Haupt- und Kassabuch.
00:13:26: Das war jenes Buch, in dem die Geschäftsverbinderung Fonkschröder nicht stattgefunden haben.
00:13:31: Da musst du suchen.
00:13:34: Aber Können hat ja bis zu seinem Verschwinden kein Belege liefert.
00:13:41: Für die Überlegung Funk sei ein
00:13:44: Betrüger.".
00:13:45: Und trotzdem geht er davon aus, dass es Funk der Betrüge ist?
00:13:49: Es gibt keinen klaren Beweis!
00:13:50: Er
00:13:50: geht davon aus definitiv.
00:13:52: Er zählt doch überall rum.
00:13:54: Ist ja nicht so das er für sich behält und das wird jetzt auch bald sozusagen Stadtgespräch.
00:13:59: Das ist der Bekannte von sein Onkel Generalvika in Aachen-Do-Probs in Köln und seine Frau, eine Tochter eines reichen Tabakfabrikanten das der hier betrogen hat.
00:14:14: Können prüft eine Woche lang.
00:14:16: dann kommt sein Auftraggeber Schröder nach Köln und es kommt zu einer Aussprache in vonkswohnung.
00:14:23: Die sagen okay pass mal auf wir haben jetzt so gut zusammen gearbeitet.
00:14:27: Wir müssen jetzt ein bisschen zusammenraufen und am nächsten Tag treffen wir uns, machen einen neuen Vertrag über unsere Zusammenarbeit.
00:14:37: Und dann ist alles andere vergessen.
00:14:41: Das war der Sachstand an dem Tag als der König
00:14:45: verschwindet.".
00:14:46: Also eigentlich
00:14:49: deutet sich eine Einigung an?
00:14:51: Für den nächsten Tag.
00:14:52: Am
00:14:53: Abend treffen Schröder und Können dann auf dem Buchhalter von Fonk in einem Lokal, also mit dem schönen Namen Harnenbein.
00:15:00: Und danach verliert sich die Spur von
00:15:02: Können.
00:15:03: So ist es ja!
00:15:04: Man weiß gar nichts.
00:15:05: Es gibt keine Zeugen... Nichts!
00:15:07: Man weiss überhaupt nichts.
00:15:09: Was man weiß, ist dass der Könn ab und an gerne ins Modell gegangen ist.
00:15:17: Das war damals eine Überlegung.
00:15:20: sein Verschwinden damit zu tun gehabt haben könnte, aber sonst weiß man definitiv nichts.
00:15:27: Und deswegen kommt es ja auch zur polizeilichen Ermittlung nachdem Schröder eine Anzeige geschaltet hat in der kölnischen Zeitung und dreitausend Taler Belohnungen ausgelobt hat.
00:15:41: Man geht zu Polizei in Köln, man geht zu Polizeien Bonn um das alles mitzuteilen.
00:15:48: von der Seite Schröders ausgesagt, der Funk.
00:15:52: Der Funk muss es
00:15:53: sein.".
00:15:54: Und Sie haben eben schon gesagt das ist Stadtgespräch sehr schnell.
00:15:57: also jetzt wird eben auch die Beschuldigung von Schröder durch die Stadt getragen.
00:16:03: Ist der böse Mann in diesem
00:16:04: Fall.
00:16:06: Es spricht vieles gegen ihn aber irgendwie bleibt Spekulation.
00:16:10: Also ich persönlich halte ihn nicht für den Täter, weil das was später geschehen ist, nämlich die Begutachtung der Bücher durch ein Handelsgericht.
00:16:21: Was er gesagt hat... Da standen dem Fonk, achtzehntausend Taler glaube ich zu und der andere hat beschissen auf Deutsch gesagt.
00:16:31: Hat ja keinen Grund gehabt!
00:16:32: Da greifen sie jetzt schon ein bisschen vor.
00:16:34: Vielleicht müssen wir erst noch mal über den Leichenfond sprechen, der verschwundene Mann im Auftrag von Schröder die Bücher prüfen sollte taucht wieder auf.
00:16:44: König ist tot Seine Leiche wird am Rheinufer angeschwemmt.
00:16:48: Sie haben es erwähnt Die Polizei als Exekutivorgan ist in der damaligen Zeit eine noch sehr kleine Truppe.
00:16:55: Über ihre Ermittlungsmethoden und die begrenzten technischen Möglichkeiten Anfang des neunzehnten Jahrhunderts Haben wir bei Thugheim Köln immer wieder mal gesprochen, nicht nur als wir die Geschichte des Fetzers erzählt haben.
00:17:07: Das hat auch beim spektakulären Doppelmord auf den Polar Wiesen eine Rolle gespielt, als man den sogenannten Vampir im Priestergewand überführt hatte.
00:17:16: Was man allerdings schon recht gut konnte war Erkenntnisse aus der Obduktion von Leichen zu gewinnen – das hat man auch im Fall König gemacht!
00:17:24: Ja,
00:17:24: er ist ja am neunzehnten Dezember….
00:17:29: Königs gefunden worden in der Nähe von Krefeld und es haben mehrere Mediziner, haben eine Obduktion durchgeführt auf Antrag des Kölner Staatsanwalts.
00:17:43: Das Ergebnis war Kopfverletzungen die vermutlich von einem Gegenstand her rühren.
00:17:51: vielleicht ein Bandmesser ist So eine Art kleines Beil, richtig kräftiges Gerät mit dem Arbeiten Küfer fassbinder um die Hölzer für die Fässer zu bearbeiten.
00:18:08: Da haben wir Drosselspuren am Hals festgestellt, Hautverletzungen im Kniebereich, die vermutlich durch dicke Stricker fuhrursacht worden sind.
00:18:18: Klammer auf!
00:18:19: Später hat es ja ein weiteres Gutachten gegeben in dem Wenn das alles in Frage gestellt worden ist.
00:18:26: Also man hat keine eindeutige Todesursache festgestellt, aber es gibt viele Verletzungen die weiter viele Spekulationen zulassen.
00:18:33: Genau so ist es.
00:18:36: Am Tag vor Investor beantragt die Staatsanwaltschaft ein Haftbefehl gegen FONK
00:18:40: doch
00:18:40: der Untersuchungsrichter macht nicht mit
00:18:43: und nicht Der macht nicht mit, weil die Begründung, die geliefert worden ist natürlich eine ganz schwache gewesen ist.
00:18:59: den Haftbefehl begründet unter anderem damit, dass der Fonk in üblim Ruf stehe und mit Sonderheiten in dessen benehmen.
00:19:10: Das ist natürlich für einen Haft Befehl, es ist äußerst wenig und der Richter hat entsprechend gesagt.
00:19:17: also diese öffentliche Gerüchte sind entstanden durch vorlaute Äußerungen von Polizeiwaben.
00:19:22: Also bitte halt mal die Füße still.
00:19:24: auf Deutsch gesagt!
00:19:25: Also keine echten Beweise gegen FONK.
00:19:28: Ein unklares Motiv, kein klares Obduktionsergebnis und ein Untersuchungsrichter der eine offensichtlich nicht ganz neutrale Polizei in die Schranke weist.
00:19:39: Wir müssen uns immer wieder vor Augen führen, dass wir es mit einem prominenten Geschäftsmann zu tun haben.
00:19:44: Einem Mann der in der Stadt einige Freunde hat die ihn trotz der Gerüchte nicht fallen lassen.
00:19:50: Die Polizei bleibt auch nach der Entscheidung des Untersuchungsrichters bei ihrer Haltung.
00:19:54: Sie hält Peter Anton Fong für schuldig Auch wenn sie nichts wirklich Überzeugendes gegen ihn in der Hand hat.
00:20:02: Und das ist jetzt der Moment an dem oder in dem Rüdiger Hilgers ins Spiel kommt, der ehemalige Räuber im Auftrag der Polizei.
00:20:11: Der Mann den sie den ersten offiziellen Formen an der Kölner Polizeigeschichte nennen.
00:20:16: die Polizei setzt diesen Mann Rüdig Helgers auf einen möglicherweise auskunftsfreudigen Mitarbeiter von Fongan.
00:20:24: Die Polizei war sicher, der Fong ist der Täter und die hatten natürlich sein berufliches Umfeld gecheckt.
00:20:32: auf Deutsch gesagt.
00:20:34: Und da ist ihnen der Küfer von der für Fong arbeitete ein Mensch namens Hamacher aufgefallen.
00:20:41: Hamacher war ein sehr einfältiger Mann hat viel getrunken aufgefallen war.
00:20:51: Er hat in letzter Zeit offenbar viel mehr Geld ausgegeben, als er verdient oder ihm zugerechnet wurde.
00:20:58: und jetzt war die Überlegung der Polizei sich diesen Haarmacher zu greifen und den Richtigen zu schütteln um mal gucken was der sagt so da hat man ein richtiges Szenario aufgebaut.
00:21:12: Der Hilgers ist beispielsweise nach Sinnostorf geritten.
00:21:17: Da kam nämlich jeder Haarmacher und hat da erklärt, der Haarmacher habe geholfen in Köln einen jungen Menschen zu töten, zu ermorden.
00:21:26: Anschließend seien die Leiche in ein Fass gesteckt worden, dass man ihn reingeworfen hat.
00:21:31: aber in Kologne zurück hatte Hilgers erzählt das man genau darüber auch in Sinnostorff spekuliert werde.
00:21:39: also wurde etwas aufgebaut gegen den Haarmacher.
00:21:43: Also er hat selbst ein Gerücht, eine Spektration gestreut und dann hinterher erzählt dass es das Gerücht gibt?
00:21:49: Genau!
00:21:50: Belegt dafür genug.
00:21:52: Und der Vormann muss über den Stand der Mittel genau Bescheid gewusst haben denn er hatte auch was zu möglichen Tatwaffe bei seinem Gerüchte streuen gesagt nämlich diesem Bandmesser.
00:22:06: An der Stelle müssen wir vielleicht noch einmal erklären, was ein Küfer ist.
00:22:10: Das werden viele nicht wissen, obwohl es den Beruf trotz aller maschinellen Hilfen immer noch gibt.
00:22:15: Ein Küfer macht Fässer!
00:22:17: Er isst einen Fassbinder in unserem Fall also... Ein Handwerker im Dienste des Kaufmanns Fong ersetzt aus gebogenem Holz Fässer für Wein und Bier zusammen.
00:22:28: Und das Bandmesser eines Küfers war früher das Werkzeug, woran man ihn erkannte – damit wird das Holz bearbeitet und ein Küfer der etwas auf sich hält besaß in aller Regel ein prachtvoll verziertes
00:22:41: Bandmesser.".
00:22:42: Der Köfer Hamacher wird in eine Kneipe gelockt.
00:22:45: Der Vrmann Hilgers hat eine Falle für ihn
00:22:47: vorbereitet.".
00:22:48: Das war die bekannte Kneipe im Kymchen, das war so ein Treffpunkt der, ich sag mal, der Subkultur.
00:22:57: Dann Bettler-Schmuggler alle möglichen Leute trafen sich dort.
00:23:03: Der Wirt selbst war auch sozusagen Teil der Sub-Kultur.
00:23:07: Der Plan war, Hamacher wirt einbestellt Der Hammer soll irgendwie was im Keller machen, bekommt eine Flasche Wein dafür und dann werden wir schon versuchen den irgendwie zum Reden zu bekommen.
00:23:23: Und dann sitzen da der Hilgers mit einigen anderen die auch Polizeispitzel gewesen sein sollen in der Kneipe.
00:23:30: Einer dieser Typen fragt den Hilge so ganz nebenbei, was gibt es Neues?
00:23:34: Und der sagt ich komme gerade aus Krefeld.
00:23:37: Dort geht das Gespräch ein Fassbinder habe Können getötet und zwar mit einem Bandmesser!
00:23:43: Und dann ach da sitzt doch der Küfer vom Fond der Haarmacher.
00:23:47: Das ist doch der Arbe doch mit Bandmessern auf Deutsch gesagt.
00:23:51: Der sagt ja ich bin das tatsächlich.
00:23:53: aber eins will ich euch sagen die Geschichte wird nie ans Tageslicht kommen.
00:23:58: Und jetzt entwickelt sich das.
00:24:00: Es kommt sogar zum Handgemengel, Prügeleinschlägerei.
00:24:05: Das bauen die immer weiter auf, einer lässt Blut tropfen und das ist genauso wie damals beim Können.
00:24:15: Du hast ihn mit einem Bandmesser auf den Kopf geschlagen und da gibt ein Wort das andere und er schreit erst.
00:24:24: davon weiß ich nicht.
00:24:25: lasse mich in Ruhe aber der Hilgers attackiert ihn immer weiter.
00:24:29: Der Hammerer sagt das entscheidende Wort.
00:24:32: Hätte ich dich, also den Hilgers, wo ich den hatte damals nämlich den Können dann sollst du mir nicht entgehen?
00:24:40: Das wurde interpretiert als sozusagen Eingeständnis einer Tat und daraufhin wurde er in Haft genommen.
00:24:48: Also er wird wegen Mordverdacht festgenommen.
00:24:51: es wird weiter getrickst.
00:24:53: da verbraucht die Polizei gar nicht nur den Hilger sie trickt auch selber.
00:24:56: Die
00:24:56: trägt selbst.
00:24:57: nämlich Der zuständige Polizeibereamte sagt, der von Kathitar so gut wie zugegeben.
00:25:08: Das war eine
00:25:09: Lüge!
00:25:11: Und dieser Einfallspinsel Hamacher bricht möglicherweise deswegen sozusagen noch mehr zusammen.
00:25:20: Dann fängt er an zu reden, ja das ist so gewesen.
00:25:26: Der Funk habe zu ihm gesagt der Kerl muss weggeschafft werden, der ruie nied mich ihr müsst mir helfen.
00:25:32: und dann habe der Funk seiner auf den Köln losgegangen und habe ihn mit einem Bandmesser auf den Kopf geschlagen.
00:25:40: und dann hat man die Leiche weggeschaft und sein Bruder habe ihm dabei geholfen...
00:25:47: ...der Bruder von Hamacher.
00:25:50: Er gesteht
00:25:53: im Grunde die Tat.
00:25:55: Aber er wiederruft sie aber auch, ganz bald wieder.
00:25:59: Das kriegt man nicht so genau raus?
00:26:01: Hat man ihn sehr unter Druck gesetzt, dass er ein falsches Geständnis abgegeben hat oder was?
00:26:06: Ich glaube das gibt es ja, das hat er immer wieder gegeben.
00:26:11: Gerade bei Leuten, bei Menschen die nicht so auf der Höhe geistig sind.
00:26:15: Irgendwann haben sie die Schnauze auf Deutsch gesagt voll und sagen ich will meine Ruhe haben.
00:26:22: Dann gestehen die im Prinzip alles und wenn die wieder beisigt sind einigermaßen dann sagen die das war natürlich nicht so.
00:26:30: Ich habe nur gesagt um eine Ruhe zu haben.
00:26:32: Das hat es ja immer schon gegeben.
00:26:35: In einigen Quellen wird als Tatort das Mühlheimer Häuschen genannt.
00:26:39: Ein interessanter Ort der kölnischen Stadtgeschichte am Rielereinufer, also damals außerhalb der Stadtmauer.
00:26:46: Das Müllheimer Häuschen war der Ort, wo die Fähre aus dem damals unabhängigen Mühlheim auf der linken Rheinseite anlegte.
00:26:53: Dort hatte Funk einen Keller für die Lagerung von Brandwein.
00:26:57: Später war das Müllhammer Häuschchen in den Namen eines Ausflugs lokalst direkt am Schiffsanleger.
00:27:02: Das soll bis und neunundzwanzig existiert haben.
00:27:06: hier soll es also geschehen sein Ja,
00:27:08: aber das stimmt ja
00:27:09: nicht.
00:27:09: Das stimmt nicht?
00:27:10: Nein,
00:27:10: nein.
00:27:10: Das steht zwar bei Wikipedia so, aber da stimmt es nicht.
00:27:15: Der Tatort soll das Funk anwesen in Köln direkt gewesen sein.
00:27:21: Aber man hat die Leiche angeblich im Fass dahin geschleppt und dort in den Rhein gewohnt.
00:27:28: Die Beweislage bleibt dünn.
00:27:30: Es gibt so etwas wie ein Geständnis dass der Beschuldigte aber wieder ruft.
00:27:34: Diesmal macht der Untersuchungsrichter mit.
00:27:37: Der Küfer von Fong wird angeklagt, Hamacher soll sich verantworten während es für seinen Chef den prominenten Kaufmann noch nicht reicht.
00:27:45: Der Prozess gegen Hamacher findet in Trier statt.
00:27:49: das ist in der damaligen Zeit kein Katzensprung.
00:27:51: dafür hat eine Kutsche von Köln aus mindestens zwei Tage lang hin.
00:27:56: Warum wird der Prozess nach Trier verlegt?
00:27:59: Es gab damals die Möglichkeit Das war im Code der Instruktion kriminell festgelegt, also französisches Recht.
00:28:10: Dass ein Verfahren einem Gericht weggenommen werden konnte wenn bestimmte Gründe vorlagen unter anderem irgendein rechtmäßiger Verdacht dass das anordentlich nicht ordnungsgemäß erledigt würde und deswegen oder weil die stark Staatsanwaltschaft, der Staatsanwalt glaubte.
00:28:30: Der Einflussbereich dieser mächtigen Familie vonk in Köln sei zu groß.
00:28:36: Hat man das nach Trier verlegt?
00:28:38: Das war der nächste Assisenhof den es gab und das Argument war weil hier so viel Wirbel gewesen ist in Kologne würde man keine unbeeinflussten Geschworenen finden.
00:28:52: Das ist der Grund der wahrscheinlich oder vermeintliche Grund warum das nach Trier verlegt worden ist.
00:28:57: In dem Prozess gibt es auch Hinweise und Andeutungen auf das Vorgehen der Kölner Polizei, die Verbindungen zu verbrechern wie dem Ex-Räuber Hilgers.
00:29:06: Das hat ja schon das Potenzial eines Skandals.
00:29:11: Aber es bleibt bei andeutung.
00:29:12: Der Skandal fliegt nicht richtig auf?
00:29:14: Nein, er fliege nicht richtig aus, obwohl der Verteidiger von dem Haarmacher ist dabei sozusagen Als er eine der Zeugen, einer der Polizeispitzel im Kümmchen im Lokal mit dabei gewesen war.
00:29:32: Die Frage des Anwalts war ob er den geheimen Auftrag gehabt habe diesen Vorfall im Kümpchen mitzuveranlassen.
00:29:41: also ganz eindeutig war das eine Provokationshandlung damals.
00:29:46: und Da hat der Zeug gerade gesagt, nein ich habe das getan weil ich davon als Schuld von Haarmacher überzeugt war.
00:29:55: Und die Frage war auch haben Sie denn mal als Agent der Geheimpolizei gearbeitet?
00:30:01: Das hatte er auch nie im Leben.
00:30:04: Wenn jetzt der Anwalt da weiter gebohrt hätte und dem Gericht vorgeschlagen hätte... geht noch mal dieser Sache weiter nach.
00:30:13: Dann wird der Skandal aufgeflogen, denke ich.
00:30:17: Aber
00:30:17: es ist nicht passiert.
00:30:19: Wie endet der Prozess?
00:30:21: Der Hamacher ist ja verurteilt worden zur lebenslanger Zwangsarbeit und dass dieses Urteil ist wie es ja üblich war durch den König dann bestätigt worden.
00:30:35: aber das ist nicht vollzogen worden weil man gesagt hat jetzt warten wir erstmal den Prozess gegen den Funk ab.
00:30:41: Damit sind wir mittendrin in der komplexen Materie des Justizsystems jener Zeit.
00:30:46: Das Gericht ist davon überzeugt, dass Hamacher den Buchhalter getötet hat aber das reicht nicht weil schweren Verbrechen hat das Wort des Königs entscheidendes Gewicht In der preußischen Strafjustizordnung erhalten alle Todesurteile und alle Verurteilungen zu lebenslangerhaft.
00:31:04: erst durch die Bestätigung des Monarchen Rechtskraft Am Preußischen Hof werden also bei schweren Straftaten die Urteile eines Gerichts überprüft.
00:31:14: und hier in unserem Fall, Sie haben es gesagt entscheidet der König höchstpersönlich dass das Urteil gegen Hamacher ausgesetzt wird.
00:31:22: Er findet man solle den Ausgang der Ermittlungen gegen Fong abwarten und die dauern an Das urteil gegen den Küfer.
00:31:29: Christian Hamacher fällt im Oktober Und erst im April, in den letzten Jahren muss sich dann auch sein Chef verantworten als mutmaßlicher Drahtzieher mit Täter oder Auftraggeber.
00:31:44: Auch dieser Prozess findet in Trier statt.
00:31:47: Die sogenannte Kriminalprozedur bleibt aufwendig, es wird ein regelrechter Mammut-Prozess.
00:31:53: Diese Aufwand dazu die Prominenz des Angeklagten und die nicht eindeutige Beweislage führten zu Zeitungsberichten und Diskussionen im ganzen Land.
00:32:02: man diskutierte über Schuld und Unschuld das Angeklargten.
00:32:06: auch im Prozess geht es offenbar hoch her.
00:32:09: Das heißt, sein Verteidiger habe am Schluss unter Tränen sein Plädoyer beendet.
00:32:15: Wie entscheidet das Gericht?
00:32:16: Wie geht es aus?
00:32:17: Der Prozess dauert vierzig Tage, vierzig Verhandlungstage, zweihne.
00:32:21: siebenvierzig Zeugen waren aufgelistet, sieben Sachverständige und am Schluss hat das geschworenen Gericht geurteilt.
00:32:31: Es ist nicht so, dass wie in den USA heute bei geschworenen Gerichten ein einstimmiges Urteil geben muss.
00:32:38: Sondern es muss ein mehrheitliches Urteil gehen und die Geschorenen haben nach nur zweieinhalb Stunden Beratung gesagt der ist schuldig der Beihilfe zum Mord und zwar mit acht zu vier Stimmen.
00:32:53: das heißt das ist ein niedriges Korum eigentlich Aber es reicht natürlich.
00:32:59: Der Staatsanwalt hat daraufhin die Todesstrafe beantragt, die das Gericht auch nach zwanzig Minuten Beratung ausgesprochen hat.
00:33:07: Hat's denn eigentlich neue Beweise gegen FONC gegeben bis dahin?
00:33:10: Weil bis jetzt war ja alles wackelig und unklar.
00:33:14: Und jetzt fällt dann doch so ein drastisches klares Urteil.
00:33:17: Aus meiner Sicht hat es keine weiteren ... Also über den, was im Fall Hamacher schon vorgetragen worden ist gegeben.
00:33:26: Nein!
00:33:27: Und deshalb beginnt dann auch eine Debatte über dieses Urteil, auch eine öffentliche Debatte.
00:33:30: Fong hat Unterstützer die sich zu Wort melden.
00:33:34: Das erklärt man mit einem guten Netzwerk oder mit einen guten Leumund oder Klügel?
00:33:38: Oder was ist die Erklärung?
00:33:39: Also es gibt ja diese massive Berichterstattung weil das eben eine öffentlich-Hauptverhandlung gewesen ist mit sogenannten Geschwindsschreibern, die jedes Wort nach draußen getragen haben.
00:33:50: Das wurde in allen Zeitungen und auch in der kölischen Zeitung alles ausgebreitet.
00:33:55: Man hatte hier eine Debattengrundlage im Volk, wie sonst bei keinem Prozess vorher gewesen ist.
00:34:02: Es gab schon ganz bald auch Bücher, Aufsätze.
00:34:06: Es gabs Leute hochmögliche Juristen wie den Johann Feuerbach dem Großvater von dem Mahler-Anseln Feuerbach der Nesto, der modernen Strafrechtslehrer ist, der sich eingesetzt hat für Fonk.
00:34:19: Diese Leute hießen von Chihana.
00:34:21: Das war eine breite Bewegung in ganzen Reich!
00:34:25: Nicht nur im Rheinland, im ganzen Reich.
00:34:27: Die hatten Einfluss dieser Leute.
00:34:29: Wenn heute im Zeitstand des Fernsehens würde das stehen Breaking News wenn da irgendwas aus dem Prozess kommt.
00:34:37: Jedem rechtsgelehrten ist schon... muss aufgefallen sein, wie dürftig im Prinzip die Beweislage gegen Fonds gewesen ist.
00:34:47: Und das hat sich ja später herausgestellt als im Auftrag des Königs seinen Justizminister nochmal ganz eingehend dieses Urteil analysiert hat und dann seinem König geraten hat, das Urteil nicht zu
00:35:02: bestätigen.".
00:35:03: Aber dass die Prüfkommission, also das Revisionsgericht hat ja eigentlich erst mal gesagt.
00:35:07: Das Urteil ist richtig und dann...
00:35:09: Nein, nein!
00:35:09: Ist es richtig?
00:35:11: Die Revision hat gesagt Ja, das ist okay
00:35:13: Und das hat den Justizminister nicht interessiert?
00:35:16: Das hat ihn gar nicht interessieren sondern der hat sich nochmal die gesamten Akten bringen lassen.
00:35:22: alles was es gab einschließlich der verhandelte Wortprotokolle der Zeugenvernehmungen und ist da zu einem völlig anderen Bild gekommen nämlich Funk ist unschuldig.
00:35:35: Also wir fassen zusammen, ein Mann wird nach einer langen Gerichtsverhandlung als Mörder verurteilt.
00:35:40: Ein Revisionsgericht bestätigt das Urteil – man ist sich sicher!
00:35:45: Die Richter sind sich sicher, Anton Fong hat zusammen mit seinem Küfer den Buchhalter König ermordet.
00:35:50: Fong soll hingerichtet werden und dann geht der König hin und kippt das ganze Urteil.
00:35:56: Der König war damals übrigens Willem
00:35:58: III.,
00:35:59: ein wichtiger Mann für die deutsche Geschichte.
00:36:01: aber das vertiefen wir jetzt hier mal nicht.
00:36:03: Für uns ist wichtig wie er im Fall Anton Fonk entschieden hat Nicht schuldig.
00:36:09: Das klingt schon verwirrend genug.
00:36:11: Jetzt kommt aber noch ein weiter sehr besonderer Umstand hinzu.
00:36:14: Im Rheinland gelten etwas andere Regeln als im Rest von Preußen.
00:36:20: Denn hier sind einige Dinge erhalten geblieben, die die Franzosen mit nach Köln und ins Rhein-Land gebracht haben.
00:36:26: Kölnen gehörte ja bis zu Frankreich und das hat Spuren
00:36:30: hinterlassen.".
00:36:32: Hier prallen französisches Recht und preußisches Recht aufeinander.
00:36:36: Das liberale franzöische Recht mit den geschworene öffentlichen Hauptverhandlungen
00:36:41: usw.,
00:36:43: hat den Nachteil, dass ein Urteil in Preußen durch den König bestätigt werden muss.
00:36:51: Das heißt der König macht die ganze Arbeit... das ist ja die Kritik an dem damals gewogenen... heute immer noch!
00:36:59: Der König macht die ganze Arbeit, das Gericht über einen Vierzig-Verhandlungstage wie im Fall vonk gemacht.
00:37:07: Macht er sozusagen zu Nichte?
00:37:09: Nach französischem Recht gibt es nur die Begnadigung.
00:37:11: Das heißt wer verurteilt wurde in der Funk und irgendeiner hätte dann mal gesagt nach fünf Jahren da war so Sinister alles ich begnadige dich aber die Bestätigung und dann sagt er Ich bestätige das Urteil nicht macht alles zu Makulatur.
00:37:27: Das muss man sich dann so vorstellen, dass das im Kabinett also auf höchster Ebene diskutiert wird.
00:37:33: die Gerichtsurteile werden faktisch außer Kraft gesetzt Fong und Haarmacher werden frei gelassen.
00:37:37: jetzt können wir sagen das war ein dreiste Eingriff in die Justiz und ihre Arbeit.
00:37:42: aber vielleicht haben König- und Justizminister auch einen Fehlurteil verhindert?
00:37:46: Genau ich glaube sie haben ein Fehlurtall verhindern.
00:37:52: Da bin ich ziemlich sicher, dass es so gewesen ist.
00:37:55: Aber es ist natürlich, wenn man das sozusagen unter Rechtsaspekten betrachtet, ein gefährliches Terrain.
00:38:05: der König diskreditiert im Prinzip sein ganzes Justizwesen einschließlich des Revisionsgerichtshofs in Berlin, der das Urteil kurz zuvor noch bestätigt hatte.
00:38:18: Der macht also mit einem Federstrich machte daraus Makulatur.
00:38:22: Das ist der Nachteil, aus meiner Sicht gewesen, der Rechtssituation.
00:38:27: Du hast auf der einen Seite in den Rheinlanden das weitergehende französische Recht und das dringt nicht ganz durch sondern ein Urteil im Prozess.
00:38:40: wo es um Leben und Tod geht muss vom König bestätigt werden dass es altpreußisches Recht.
00:38:48: Das war ein Wahnsinn, nicht nur unter Juristen.
00:38:53: Ein Wahnsinns-Thema und wenn man heute mal schaut das wird immer noch diskutiert.
00:38:58: aber ich glaube dass reinische Recht als nachfolgerechtes französischen Recht hatte.
00:39:02: immer insgesamt hatte das Vorteil.
00:39:05: Wenn sie auf der Seite des Königs sind trotz dieser rechtlichen Gemengelage uns sagen er hat einen Fehloteil verhindert dann ist natürlich die Frage wie war es denn wirklich?
00:39:14: Wer hat den armen Können umgebracht?
00:39:17: Also ich bin ja überzeugt davon, der war es nicht.
00:39:22: Es ist natürlich heute nicht zu sagen nur man kann spekulieren.
00:39:27: zum Beispiel Ist der König an dem Abend oder in der Nacht verschwunden?
00:39:33: Das war möglicherweise im Modell wie er Tage vor immer im Modellen gewesen ist.
00:39:39: Ist er da in einer Schlägerei geraten?
00:39:42: möglicherweise hat man ihn da sozusagen außer Verkehr gezogen.
00:39:46: denn ist, dass die Prostituierte mit der er sich verglügt hat.
00:39:53: Plötzlich im November, den September, war es glaube ich, sich aus Köln verabschiedet hat ohne das zu begründen.
00:40:04: Die wäre auch als Zeuge nicht mehr greifbar gewesen.
00:40:08: Einer solchen Spur ist die Polizei überhaupt nicht nachgegangen.
00:40:12: Vielleicht war's ja auch der Schröder selber Weil Schröder war ja eigentlich der Übeltäter.
00:40:21: Und wenn der Könin sein Handwerk richtig gemacht hat oder hätte, hätte er ja entdeckt dass eigentlich sein Auftraggeber derjenige ist.
00:40:31: Vielleicht hatte dem gesteckt was mauf ich habe längst erkannt du bist doch derjenig wissen wir nicht.
00:40:39: Also im Grunde haben wir zu tun mit einem nie aufgeklärten Fall Und trotzdem gibt es viel Literatur dazu.
00:40:45: Sie haben das angedeutet, es geht eben um diese grundsätzliche rechtsgeschichtliche Frage.
00:40:50: da kollidiert ein etwas freiheitlicheres reinisches Recht was noch aus napoleonischen Zeiten stammt mit dem preußlichen Recht und da haben sich unglaublich viele Fachleute mit beschäftigt und Dinge aufgeschrieben.
00:41:06: Das ist bis heute quasi ein historisch interessantes Thema.
00:41:10: Es gibt an der Dissertation Doktorarbeit von Ingrid Zipüler Räuber über diesen Fall Funk aus dem Jahr two-thausen-eins.
00:41:17: hier... Wie heißt
00:41:18: Räiber?
00:41:19: Räber, das passt natürlich
00:41:20: gut.
00:41:22: Eine Diss aus dem Jahre zwei-tausend-einzehnt.
00:41:24: es gab im Ende des neunzehnten Jahrhunderts da gab's schon einen Verzeichnis der Literatur über diesen Prozessfunk.
00:41:32: Das muss man sich mal vorstellen!
00:41:35: einen dreibändigen Roman, Mangel an Beweisen.
00:41:39: Der damals ein Renner war im Ende des neunzehnten Jahrhunderts hochmögende, aber auch natürlich kritikwürdige Historiker wie Heinrich von Treitschke in seiner deutschen Geschichte damit beschäftigt.
00:41:52: Und die Bedeutung ist tatsächlich so darin liegend dass man als auch für das Rheinland oder für Köln festhält, dass hier ein ja ist.
00:42:01: es kann sein ein freiheitlicheres oder ein faireres oder rechtsstaatliches Recht gegolten hat?
00:42:06: Aus meiner Sicht ja!
00:42:08: Das meine ich ja.
00:42:11: Dieses reilische Recht hat weiter nach der Revolution in den Sechzigerjahren des Jahrhunderts übergegangen, auf dem zivilen Sektor ist er erst durch das bürgerliche Gesetzbuch.
00:42:27: im Jahr ist getilgt worden und die Nachwirkungen finden sie heute noch.
00:42:36: Es gibt linksrheinisch darf man als Anwalt nicht notar sein?
00:42:40: gleichzeitig.
00:42:41: Das ist eine Sonderregelung, die aus dem französischen Recht resultiert.
00:42:45: Tatsächlich?
00:42:45: Ja natürlich!
00:42:47: In anderen überall da wo die Franzosen waren links des Rheins darfst du nur anwalt oder notar seien.
00:42:54: in andern Gegend in Deutschland darfst Du beides sein auch im westfälischen Teil der Reihenprovinz.
00:43:00: darfst Dich also rechtsrheinig Nur linksrheinig nicht.
00:43:03: das ist alles noch franzöische Zeit.
00:43:06: Das müssen wir nachprüfen.
00:43:07: Die Regeln für Notare unterscheiden sich in Deutschland, das ist so!
00:43:10: Aber ob das Nachwirkungen der französischen Besatzungszeit von siebzehntetvier neunzig bis achtzehnunddreizend sind... ...ist zu prüfen.
00:43:18: Wer etwas weiß, der kann uns schreiben.
00:43:21: Ihr kennt die Adresse truecrimeatksdrmedien.de.
00:43:25: Ist unsere Mail-Adresse Truecrime at ksdrmedienne.
00:43:30: alles aneinander.de.
00:43:32: Alles was uns schlauer macht, ist immer willkommen genau wie Anregungen, Kritik und Vorschläge.
00:43:38: Der Fallfunk endet also damit dass der Geschäftsmann und sein Küfer freikommen.
00:43:44: Der König legt zwei Monate später noch einen drauf erordnet an das die Staatskasse alle Verfahrenskosten übernimmt.
00:43:52: Die waren angesichts der langen Dauer der Kriminalprozedur natürlich in immense Höhen gestiegen.
00:43:59: Die Polizei hatte einseitig ermittelt, das war klar.
00:44:02: Die Ermittler verließen sich auf Spekulationen und Gerede sowie auf die Aktion ihres V-Manns Rüdiger Hilgers.
00:44:10: Der Fall ist nicht aufgeklärt worden.
00:44:13: Der König ließ sogar protokollieren, dass noch nicht einmal unzweifelhaft festgestellt werden konnte das Köhnen ermordet wurde.
00:44:20: Tatsächlich gab es auch Spekulationen darüber, dass sich Willem Könn selbst getötet haben könnte vielleicht aus wirtschaftlichen Nöten nach einer katastrophalen Ernte und wegen einer sich abzeichenden Hungersnot.
00:44:33: Was wurde aus Peter Anton Fonk?
00:44:35: Er zog nach Goch, wo er mit seiner Familie bis zu seinem Tod lebte.
00:44:49: für alle Ewigkeit, Ruhm und Ehre zuteil wurde.
00:44:53: Frank Adolf vonk wanderte nach Schiele aus wo er sich dann Francisco vonk nannte.
00:44:59: da wurde er als Naturforscher und Entdecker eine ziemlich große Nummer.
00:45:03: ihm zu ehren trägt nicht nur ein archäologisches Museum seinen Namen sondern sogar ein ganzer Berg.
00:45:10: der Cero vonk Im Süden des Landes ist für chilenische Verhältnisse mit neunhundert und siebzig Metern zwar ziemlich klein, also nicht besonders hoch aber immerhin.
00:45:21: Und einen Ort der seinen Namen trägt gibt es auch noch, Puerto Fonk heißt er.
00:45:27: Vom Ruhm des Sohns hat der Vater nichts mehr mitbekommen.
00:45:30: Peter Anton Fonks Stab bereits, achtzehnhundertzweiunddreißig in Goch.
00:45:34: überliefert ist sein toten Zettel mit einem Bibel-Zitat, mit dem er nochmal auf die Ermittlungen gegen ihn anspielt.
00:45:41: Der Nachruhm der Gerechten bleibt ewig.
00:45:45: Er fürchtet nichts bei schrecklichen
00:46:10: Gerüchten.".
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