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Mord im Kölner Nobelhotel

Shownotes

Der sogenannte „Hilton-Mord“ hat für viel Aufsehen gesorgt – nicht nur, weil er mitten im Trubel des Weltjugendtages 2005 und noch dazu in einem Kölner Nobel-Hotel geschah. Die Frage nach dem Motiv für die Tat und nach den Verantwortlichen hat für viele Spekulationen gesorgt. Absolute Klarheit gibt’s bis heute nicht. Warum dieser Tatort? Warum sind der oder die Täter dieses Risiko eingegangen – denn natürlich gibt es Bildmaterial der Überwachungskameras in der Hotellobby? Die Tat ist geplant, sie geschieht nicht im Affekt. Warum dann diese Brutalität? Es gibt Irrungen und Wendungen bis zum Abschluss der Ermittlungen, bis zum Abschluss des Gerichtsverfahrens. Die Ermittler sind von zwei Tätern ausgegangen. Aber am Ende wird nur einer verurteilt. Hat man einen Mörder laufen lassen?

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Transkript anzeigen

00:00:01: True Crime Köln, der Podcast des Kölner Stadtanzeiger.

00:00:06: Über wahre Verbrechen, spannende Geschichten und spektakuläre Fälle!

00:00:13: Im August zwei tausendundfünf feiert Kölnen ein ganz besonderes Ereignis in der Stadtgeschichte.

00:00:19: Rund achthunderttausend junge Menschen aus fast allen Ländern sind der Einladung des Papstes zum Weltjugentag der katholischen Kirche gefolgt.

00:00:29: In Kölne herrscht ein fröhliches Chaos Der Verkehr kommt zum Erliegen, dazu wird Tag und Nacht gesungen.

00:00:36: Papst Benedikt der Sechzehnte ist in Köln übernachtet im erzbischöflichen Priesterseminar in der Kardinalfringsstraße als nur zweihundertfünfzig Meter entfernt ein grausamer Mord passiert.

00:00:49: Im Zimmer siebenhundertfünftzehn des Hilton Hotels in der Marzellenstraße wird der Fotograf Nikolaos Geier erschlagen.

00:00:58: Das Zimmer hatte kurz zuvor ein Mann angebietet, der sich als Lars Rodenstock ausgab.

00:01:03: Das Buchungsformular des Hotels hat er nicht aushüllen müssen, seine Hand war bandagiert – auch einen Zahlungsbeleg hinterlässt er nicht, er zahlt bar.

00:01:12: Am nächsten Morgen findet ein Mitarbeiter des Hotells im Zimmer des falschen Lars-Rodenstock die Leiche von Nikolaus Geier.

00:01:20: Er liegt in einer großen Blutlage, neben ihm ein Badehandtuch.

00:01:25: Ein Portemonnaie eine Armand-Uhr und mehrere Zähne die ihm ausgeschlagen wurden.

00:01:30: Das Radio läuft das Licht ist an.

00:01:33: Die Polizei wird später sagen dass wohl zwanzigmal mit einem baseball Schläger auf den Mann eingeschlagen

00:01:39: worden.

00:01:42: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von True Crime Köln der Podcast Reihe des Kölner Stadtanzeiger über wahre Verbrechen aus Kölnen und der Region.

00:01:51: Der Fall, über den wir heute sprechen ist als Hilton Mord in die Kölner Kriminalgeschichte eingegangen.

00:01:57: Er hat für viel Aufsehen gesorgt – nicht nur weil er mitten im Trubel des Weltjugentags und noch dazu in einem Kölnernobelhotel geschah.

00:02:07: Die Frage nach dem Motiv für die Tat und nach den Verantwortlichen hat für viele Spekulationen gesorgt.

00:02:14: Absolute Klarheit gibt's bis heute nicht!

00:02:17: Warum dieser Tatort, warum sind der oder die Täter dieses Risiko eingegangen?

00:02:22: Denn natürlich gibt es Bildmaterialer über Wachungskameras in der Hotel-Lobby.

00:02:27: Die Tat ist geplant und sie geschieht nicht im Effekt, warum dann diese Brutalität?

00:02:33: Es gibt Irrungen bis zum Abschluss des Gerichtsverfahrens.

00:02:40: Die Ermittler sind von zwei Tätern ausgegangen, aber am Ende wird nur einer verurteilt.

00:02:45: Hat man da einen Mörder laufen lassen?

00:02:47: Man weiß nicht so genau wo man anfangen soll wenn man den Fall chronologisch erzählen will.

00:02:52: Es muss eine Vorgeschichte geben Aber auch hier weiß man nichts Genaues.

00:02:57: Was hat jemandem dazu gebracht diese grausame Tat zu begehen?

00:03:01: Auszüge aus der Berichterstattung des Kölner Stadtanzeiger und der Kölnischen Rundschau am XXIII.

00:03:07: August, zwei Tausendfünf drei Tage nach der

00:03:10: Tat.".

00:03:11: Der Mann, der am Sonntag in einem Zimmer des Hilton-Hotels tot aufgefunden wurde ist ermordet worden.

00:03:17: Bei dem Opfer handelt es sich um einen siebenundreißigjährigen Fotografen aus Berlin.

00:03:23: Oberstaatsanwalt Alfil Wacher sagte, der Mann wurde durch massive Gewalt ein Wirkung gegen den Kopf getötet.

00:03:30: Dies habe die Obduktion ergeben.

00:03:32: Der Täter hatte bereits am Vortag in der Junior Suite im siebten Stock des Nobelhotels unter einem falschen Namen eingecheckt.

00:03:39: Außerdem hat er bei der Anmeldung eine falsche Adresse in München angegeben.

00:03:44: Rund eine Stunde nach dem Einchecken sei das spätere Opfer auf das Zimmer des Unbekannten gekommen.

00:03:49: Ob sich die beiden bereits kannten, ob es ein geschäftliches Treffen war sowie die weiteren Hintergründe der Tat ermittelt derzeit eine Mordkommissionen der Polizei.

00:03:58: Der Fotograf hatte Kameras und ein Stativ dabei.

00:04:01: Er erkundigte sich nach dem Gast im siebten Stock, und fuhr dann mit dem Aufzug zu dessen Zimmer – was anschließend geschah ist unklar!

00:04:09: Der Portier beobachtete gegen zwanzig Uhr fünfzehn wie der Gast aus München mit seinem Gepäck das Hotel verließ.

00:04:16: Zunächst dachte er sich nichts dabei.

00:04:18: Doch als der Mann bis Sonntag Mittag nicht ausgecheckt hatte, ließ er das Hotelzimmer kontrollieren.

00:04:24: Dabei fand das Zimmermädchen auf dem Boden die blutüberströmte Leiche.

00:04:31: Es dauerte ein paar Tage, bis die Polizei die Zeugenaussagen der Hotelangestellten und die Videoaufnahmen aus dem Foyer ausgewertet hat.

00:04:39: Anfang September sind sich die Ermittler sicher, dass sie zwei Täter suchen müssen.

00:04:45: Die Mordwaffe soll kein Baseball-Schläger sondern ein Golfschläger gewesen sein.

00:04:50: Von beiden Männern gibt es Phantombilder.

00:04:53: Wie die Recherchen der neuen köpfigen Mordkommission MK-Foto ergaben, war der Tatverdächtige wenige Stunden vor dem Mord in Begleitung eines ca.

00:05:01: dreißig Jahre alten Mannes in einem Sportgeschäft in der Innenstadt erschienen.

00:05:06: Dort kauften sie die Golftasche und zwar Mützen.

00:05:10: Die Ermittler gehen davon aus dass in der Tasche der Golfschläger steckte mit dem Nikolaus G erschlagen wurde – die Tat war anscheinend sorgfältig geplant!

00:05:19: Warum die Männer dennoch das Risiko eingengen stunden vor der Tat und unweit des Tatorts, die Mordwaffe zu kaufen ist unklar.

00:05:27: Fest steht – um neunzehn Uhr zwei betrat der Täter mit der Golftasche das Hilton.

00:05:32: Bezahlte die Suite in Bar und ließ den Anmeldezettel von einem Angestellten ausfüllen, um später nicht anhand seiner Handschrift überführt werden zu können.

00:05:41: Achtzehn Minuten später tritt sein Komplize durch die Drehtür ins Hotel-Foyer.

00:05:45: Auch er trägt eine Baseball-Kappe.

00:05:47: In der linken Hand hält ein Metallkoffer.

00:05:50: Kurz darauf erschien Nikolaus G. im Helden, bei Handy war er in der Junior Suite gelockt worden.

00:05:57: Dort sollte er angeblich einen Fotoauftrag

00:05:59: ausführen.".

00:06:00: Die Ermittler schließen nicht aus, dass die Täter mit einem Taxi oder Mietwagen zum Hotel gefahren sind.

00:06:06: Die Polizei fragt – wer kennt die beiden Männer?

00:06:09: Wer hat sie am Samstag den zwanzigsten August zwischen achtzehn und einundzwanzig Uhr?

00:06:18: Wer hat beobachtet, wie sie möglicherweise mit Blut beschmierte Kleidungsstücke oder Gegenstände entsorgten?

00:06:26: In der Berichterstattung von damals wird der Name des Opfers abgekürzt.

00:06:30: Ich denke um dem Mann gerecht zu werden und auch um an ihn zu erinnern sollte man sagen wer er war.

00:06:37: es hat nach seinem Tod einige Texte aber auch Ausstellungen mit seinen Arbeiten gegeben um Nikolaus Geier zu würdigen.

00:06:45: Er hat prominente Menschenportretiert, zum Beispiel für die bekannte Serie der Zeit Ich habe einen Traum.

00:06:52: Er hat für Geo und Mare gearbeitet.

00:06:54: Es gibt eine beeindruckende Fotoserie zum Leben in der libanesischen Hauptstadt Beirut.

00:07:00: Wegbegleiter beschreiben ihn als einen intelligenten Menschen mit tiefgründigem Humor.

00:07:06: Studiert hatte er in Köln und in Essen, gelebt hat er in Berlin.

00:07:10: Im Oktober, im Berliner Tagesspiegel erschien ein sehr persönliches Porträt von Nikolaus Geier.

00:07:17: Da wird er als eigensinniger Charakter beschrieben der an Grenzen geht und diese manchmal auch überschreitet.

00:07:25: Es schmerzt nicht zu wissen warum er sterben musste.

00:07:27: Wer hat das entschieden?

00:07:29: Jeder hatte Geheimnisse.

00:07:31: Hatte er ein besonderes?

00:07:32: Eines dass ihn in Gefahr gebracht hat?

00:07:34: Hat er etwas geahnt oder ist der arglos in eine Falle getappt?

00:07:39: Er hat Grenzen ausgelotet, das ist sicher.

00:07:42: Jetzt ist es als habe er allen ein letztes schwieriges Puzzle zu lösen aufgegeben und es liegen längst nicht alle Teile auf dem Tisch.

00:07:51: Er fehlt – da ist eine Lücke die nicht mehr aufzufüllen ist.

00:07:55: Es schmerzt, die Freude nie wieder Termine machen zu können mit Nikolaus Am Samstagmittag.

00:08:00: einen kurzer Anruf Ich bin in der Stadt, lass uns sehen.

00:08:04: Damit ist alles gesagt.

00:08:05: Wenn er einen Freund oder eine Freundin sehen will, hält er sich nicht mit Kleinigkeiten auf.

00:08:11: Die Intensität die er erwartet, ist nicht jeder gewillt zu geben – doch wer sich darauf einlässt der bekommt etwas zurück.

00:08:18: Einen intelligenten, eloquenten und interessierten Begleiter!

00:08:22: Mal einen väterlichen Freund, der die Leute in seiner Küche mit den vielen Fotos aufwendig bekocht.

00:08:28: Mal ein unbequem Besserwisser, der ganze Gespräche rekapitulieren kann – auch wenn sie Jahre zurückliegen!

00:08:35: Die liebsten Treffen sind ihm zu zweit, stundenlang.

00:08:39: Meistens geht es um Beziehungen, manchmal um Politik… immer darum, Gefühle zu verstehen.

00:09:03: Am Tag des Mordes war er über einen Telefonanruf zum Hyatt Hotel nach Deutsch gelockt worden, um den damaligen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Kathina Lehmann zu fotografieren.

00:09:32: Der war wegen des Weltjugentags natürlich auch in Köln.

00:09:35: Später stellte sich heraus, dass bereits diese Verabredung vorgetäuscht war.

00:09:41: Der Anrufer meldete sich erneut und bot ganz kurzfristig einen weiteren Fototermin als Ersatz für den Lehmann-Termin an.

00:09:49: Jetzt ging es um den Unternehmer und damaligen Manager der Formel I Rennfahrer Michael und Ralph Schumacher.

00:09:56: Willy Weber könne am Abend im Hilton Hotel fotografiert werden – er solle sich da an der Rezeption melden!

00:10:04: Nicolas Geier fand diese Art der Auftragsvergabe selbst seltsam.

00:10:08: Es gibt Telefonanrufe von den Zeugenberichten, die das nahe legen.

00:10:13: Auf einem Anrufbeantworter eines Freundes hinterlässt Nicolas Geir, dass sein Auftrag immer skurriler werde und er sich nach Meternacht noch einmal melden wolle.

00:10:23: Eine Freundin berichtet vor einem Gespräch in dem Geier von einer realen Mafia gesprochen haben soll.

00:10:31: Trotz dieser Umstände, trotz der Bedenken fährt er ins Hilton.

00:10:35: Da lädt er seine Ausrüstung auf einen Gepäckwagen – man lässt ihn im Foyer warten – bis ihn der oder die Täter über den Mann an der Rezeption ins Zimmer siebenhundertfünfzehn bitten!

00:10:48: Man muss wissen, dass wir es mit einem körperlich sehr fitten Mann zu tun haben der wohl auch asiatische Kampftechniken trainiert hatte.

00:10:56: Es scheint als hätten das die Mörder gewusst!

00:10:59: Die Polizei ging später davon aus, dass Gaia unmittelbar nach dem Betreten des Zimmers von hinten angegriffen wurde.

00:11:06: Ein Mann habe ihm ein Handtuch um den Kopf geschlungen und ein anderer habe dann sofort auf ihn eingeschlagen.

00:11:13: Das ganze Vorgehen deutete darauf hin, dass man es mit Profikillern zu tun haben könnte so die Polizei damals.

00:11:20: Die Männer hatten keinerlei Fingerabdrücke hinterlassen – es gab keine Faserspuren am Tatort.

00:11:26: Für die Profi-Killerthese sprach auch das man trotz der Phantombilder bis zum Dezember zwei tausendfünf keine einzige brauchbare Spur hatte, die zu einem der Männer führen

00:11:38: konnte.".

00:11:39: Am achten Dezember, zwei tausendfünf nahm sich Aktenzeichen X Y der Sache an.

00:11:44: Natürlich auf die typische Akten-Zeichen XY Weise mit düsterer Hintergrundmusik mittelmäßiger Schauspielkunst und einer tiefen Erzähler Stimme.

00:11:55: Der Sprecher hat auch Clint Eastwood und Gandalf bei Herr der Ringe synchronisiert.

00:12:00: Köln wird in diesen Tagen vom Weltjugentag beherrscht, der hunderttausende

00:12:04: Besucher anzieht.

00:12:05: Geier bleibt

00:12:06: hier mehrere Tage

00:12:07: und übernachtet in der Wohnung einer befreundeten Familie, die in Urlaub gefahren ist.

00:12:14: Wie beabsichtigt knüpft ein

00:12:15: Fotograf aus Berlin Kontakte zu Nationalspielern

00:12:18: um sie für sein WM-Buch zu begeistern?

00:12:21: Doch dann am Freitag den neunzehnten August

00:12:23: einen Tag

00:12:24: vor dem Mord erhält er einen Anruf mit dem er nicht gerechnet hat

00:12:31: Ja hallo Ach Sie sind Sie jetzt eigentlich In Köln?

00:12:39: Nämlich einen Auftrag.

00:13:01: Klar Erzählt wird, was bislang bekannt ist bevor mit unschafen Bildern zu Mystery Musik der Mordnaken spielt.

00:13:20: über dreißig Schlägen

00:13:21: ermordet.

00:13:30: Fünf Minuten

00:13:31: später verlassen

00:13:31: die Mörder kurz nacheinander das Hotel.

00:13:34: Das Handy ihres Opfers nehmen sie mit,

00:13:36: sonst nichts.

00:13:38: Warum haben Sie Nikolaus Geier

00:13:40: getötet?

00:13:41: Warum in einem

00:13:42: Kölner Hotel?

00:13:43: Warum auf so riskante Weise?

00:13:45: Auf diese Fragen

00:13:46: weiß bis heute niemand eine Antwort.

00:13:49: Im Aktenzeichen Xipsalon Studio bei Rudi Zerne ist der Kölner Kriminalbeamte Alfred Möldgen.

00:13:55: Er wird nach möglichen Motiven gefragt, in den Medien war zuvor der Verdacht geäußert worden dass es sich um die Tat der Russen Mafia handeln könnte.

00:14:04: Also die Motivation für die Tat ist nach wie vor unklar.

00:14:07: sie kann im persönlichen wie beruflichem Bereich liegen was gesagt wird Richtung Russen mafia

00:14:14: völlig spekulativ.

00:14:15: Nach der Ausstrahlung der Sendung bleibt es dabei keine hilfreiche Hinweise, keine neuen Spuren.

00:14:21: von den Zuschauerinnen und Zuschauern kommt nichts was die Ermittler weiterbringt.

00:14:26: Acht Monate nach der Tat verkündet die Polizei dann eine überraschende Wände.

00:14:33: sie hat alle Namen aus dem Adressbuch des Toten ausgewertet und nach irgendwelchen Verbindungen gesucht um ein mögliches Motiv für die Tat finden zu können.

00:14:43: Da ging es vor allem um geschäftliche Verbindungen, um den Verdacht dass sich Gaia mit sehr gefährlichen Leuten eingelassen haben könnte.

00:14:51: Doch nun auf einmal sind alle Spekulationen über Profikiller, über die Mafia oder andere verbrecherische Zirkel hinfällig.

00:15:00: Die Spur, die die Polizei findet führt zu einem Mann der in Berlin in Untersuchungshaft sitzt.

00:15:06: Ihm wurden Betrügereien vor Geworfen.

00:15:08: unter anderem soll er über eBay hunderte gefälschte Eintrittskapazitäten für Rockkonzerte verkauft haben.

00:15:15: Er soll Ticketrohlinge gestohlen und dann selbst bedruckt haben, der Betrug flog bei Konzerten von Deepash Mote in Dresden und in Berlin auf.

00:15:24: am Einlass war aufgefallen das auf den Tickets eine falsche Uhrzeit stand.

00:15:29: dieser Mann heißt Daniel Cee und er sitzt in der Haftanstalt Moabit.

00:15:33: damals ist er neunundzwanzig Jahre alt.

00:15:36: geboren wurde er im Müllheim an der Ruhr.

00:15:39: Der Mann ist bereits vor dem Ticketbetrug ein paar Mal verurteilt worden.

00:15:43: Er hat illegale Doktortitel vermittelt mit manipulierten Geldkarten, teure Waren gekauft und einen Nobelhotel um tausende Euro geprellt Und dieser vorbestrafte Mann war mit einer Frau liiert, mit der auch Geierengen Kontakt hatte.

00:16:00: Die Frau war keine Unbekannte.

00:16:02: Sie war Schauspielerin mit einer Rolle in einer Voramtsserie im Fernsehen.

00:16:06: Die Ermittler vermuten nun eine Beziehungstat.

00:16:11: Das Motiv soll Eifersucht gewesen sein, das hatten Ermittlungen in Berlin im Umfeld der Schauspielerin bestätigt.

00:16:19: Seltsamerweise war die ehemalige Lebensgefährtin von Daniel C nicht einfach von der Polizei befragt worden.

00:16:25: man hatte einen V-Mann, also einen verdeckten Ermittler auf sie angesetzt.

00:16:30: Vielleicht hatte man angenommen, dass die Frau ihren Ex decken könnte – er war auch der Vater von zwei gemeinsamen Kindern.

00:16:37: Außerdem hatte man das Telefon der Schauspielerin abgehört und so erfuhre man, dass man es bei Daniel C tatsächlich mit einem krankhaft eifersüchtigen und gewaltbereiten Menschen zu tun

00:16:50: hatte.".

00:16:51: Seltsamerweise hat sie später vor Gericht nicht selber aussagen müssen.

00:16:55: So ein Zeugnisverweigerungsrecht hatte man eigentlich nur als verwandte Ehepartner oder Verlobte.

00:17:01: Warum ihr der Richter die Aussage ersparte, wenn wir gleich mit meinem ehemaligen Kollegen Thorsten Möck besprechen, der bei der überraschenden Urteilsverkündung im Gerichtssaal dabei war?

00:17:12: Kleine Werbeunterbrechungen in eigener Sache.

00:17:14: Hier ist Sarah Brassack stellvertretende Chefredakteurin des Kölner Stadtanzeiger.

00:17:19: Wir berichten in der gedruckten Ausgabe oder im E-Paper des Kölner Stadtanzeiger sowie auf ksdr.de täglich intensiv über alles Wichtige, was in Köln passiert – aber natürlich auch in der Region, Deutschland und der Welt!

00:17:32: Dieser Podcast ist für Sie kostenfrei hörbar.

00:17:34: Deshalb freuen wir uns wenn sie unseren Lokaljournalismus und die Arbeit der Redaktion mit einem Abo unterstützen.

00:17:40: Alle Infos dazu finden Sie unter ksdr.de slash abo Oder für das rein digitale Abonnement unter kssda.de.

00:17:49: Und jetzt geht's weiter mit dem Podcast.

00:18:04: Es dauert bis Daniel C. seinen Schweigenbericht, die Polizei ist über den Betrug mit den Konzerttickets auf einen Komplizen gestoßen der auch in Köln dabei gewesen sein könnte ein fünfunddreißigjähriger gebürtiger Serbe und ausgebildeter Kampfsportler.

00:18:22: Mit dem zweiten Phantombild hat er wenig Ähnlichkeit aber die Polizei isst sich nach vierzehn Monaten Ermittlungsarbeit sicher den richtigen gefunden zu haben.

00:18:32: Agron B. wird vor seiner Wohnung in Stuttgart festgenommen.

00:18:36: Ein halbes Jahr später, im August, es beginnt im Kölner Landgericht der Prozess gegen Daniel C und Agron A. Die Staatsanwaltschaft hat die beiden wegen gemeinschaftlichen Mordes angeklagt.

00:18:49: Daniel C. soll Nikolaus Geier aus Hass aus Wut und Eifersucht getötet haben, weil der Fotograf eine enge Beziehung zu seiner Ex-Lebensgefährtin und Mutter der gemeinsamen Kinder gehabt haben soll.

00:19:03: Im Podcaststudio sitzt mir gegenüber mein ehemaliger Kollege Thorsten Möck, der damals unter anderem als Polizeireporter in der Lokale Redaktion des Kölner Stadtanzeigers gearbeitet hat.

00:19:14: Nach einigen Jahren bei der kölnischen Rundschau ist er in die Pressestelle der Kölner Verkehrsbetriebe gewechselt, macht also nun etwas ganz anderes.

00:19:24: Das war damals nicht nur ein besonderer Fall es war auch ein besonderer Prozess.

00:19:29: für den Staatsanwalt war die Sache klar für die Verteidigung und auch die Angeklagten allerdings nicht.

00:19:35: Agon B bestreitet dabei gewesen zu sein im Gegensatz zu Daniel C. Der gibt zu Nikolaus Geier getötet zu haben aber Er bestreitet die Mordabsicht und das Motiv.

00:19:47: Thorsten, wie lautete seine Version?

00:19:49: Wie lautete die Version der Verteidigung der Geschichte bevor der Prozess begann?

00:19:54: Bis zum letzten Verhandlungstag beharrte die Verteiligung darauf, die Ereignisse in der Hotelsuite als tragisches Geschehen darzustellen.

00:20:04: Das Opfer habe damals freizügige Fotos von der Lebensgefährtin des Angeklagens gemacht trotz einer hierfür geleisteten Geldzahlung nicht gelöscht, aus dem Internet.

00:20:17: Fünf Tausend Euro seien gezahlt worden heißt es.

00:20:20: in dem Gerichtssaal nahm der angeklagte Selberstellung zu den Vorwürfen und er sagte er sei sauer auf den Fotografen gewesen, sauer darüber dass er jahrelang vertröstet worden sei was die Geldzahlungen angeht und das Ziel dieses Treffens im Hotel letztendlich aber nur eine Abreibung gewesen.

00:20:41: Man habe ihn zur Rede stellen wollen und auch seine Fotoausrüstung zerstören wollen, mehr aber nicht.

00:20:46: Die Tötung des Fotografen sei letztlich tragisch gewesen, aber nicht die Folge eines geplanten Handelns was eben in der Strafbemessungen einen großen Unterschied macht.

00:20:58: Der Verteidiger von Daniel C. heißt Tim Geißler und der macht etwas Ungewöhnliches, er schreibt ein Prozess-Tagebuch.

00:21:06: Nach jedem Prozesttag kann man im Internet über seine Homepage eine Zusammenfassung der Geschehnisse im Landgericht lesen.

00:21:13: Der Mann ist bis heute für bemerkenswerte Reklameideen bekannt.

00:21:17: Die Idee kam damals nicht so gut an.

00:21:19: bei den Beobachtern oder beim Richter

00:21:21: Wenn ja der Urteilsbegründung erlaubte sich der Richter damals die Bemerkungen das Prozesstagebuch Das Rechtsanwalt sei eine Erschwernis für die Wahrheitsfindung und bestenfalls überflüssig gewesen.

00:21:34: Die Außendarstellung hatte bei der Verteidigung damals aber eine wichtige Rolle gespielt, man kann das glaube ich also ein bisschen als Flucht nach vorne interpretieren denn es sollte sicherlich das Zeichen sein wir haben nichts zu verbergen.

00:21:46: Wir berichten über alles was da kommen mag im Prozess Und so hatte der Anwalt damals auch ausgedrückt Tagebuch sollte ein Gegengewicht vor allen Dingen zur Boulevard-Berichterstattung über seinen Mandanten sein.

00:22:01: Und er warte das Ziel, mit dem Tagebuch erklären oder aufklären zu wollen und nicht vorzuverurteilen.

00:22:10: Mit dem Ziel möglichst objektiv zu sein obwohl er das natürlich jetzt anweilt auch nicht ist und auch nicht sein kann.

00:22:15: Es war aber der Versuch, so was wie die Deutungshoheit zu behalten in diesem Fall.

00:22:20: Heute würde man sagen das Narrativ da in der Hand zu behalten und wir haben damals auch in der Redaktion gerätselt warum dieser Aufwand betrieben wurde denn es ging ja eben nicht darum wie in der amerikanischen Justiz ohne Jury mit Geschworenen auf seine Seite zu ziehen, zu beeindrucken sondern es ging letztlich um Indizien.

00:22:39: Insofern war dieses Prozesta-Gebuch durchaus ungewöhnlich.

00:22:43: Du hast es gesagt, Daniel C lässt nicht nur seinen Anwalt für sich reden.

00:22:47: Er sagt auch selber sehr ausführlich aus wie präsentiert er sich davor Gericht?

00:22:52: Was sagt er?

00:22:53: Er schiebt im Grunde die Schuld auf den anderen, ne?

00:22:57: Erschiebt ja die Schulden auf seine Komplizen.

00:23:02: das kann man durchaus so sehen.

00:23:03: Er schilderte die Abläufe am Tatabend so dass er eigentlich nur einen Schlag mit dem Golfschläger ausgeübt hat und zwar gegen die Beine des Opfers, also entschlagt er in keinem Fall tödlich enden konnte.

00:23:19: Er könne sich insgesamt ohnehin nur an fünf Schläge erinnern.

00:23:23: Er habe unter Schock gestanden nach der Tat deswegen auch keinen Rettungswagen alarmiert.

00:23:28: aber was man sagen muss im Hotelzimmer gab es keine Fingerabdrücke und auch keine Kampfspuren.

00:23:34: Es blieb also am Ende nur die Version die Täter haben das Zimmer betreten, den Fotografen sofort attackiert.

00:23:43: Keine Spuren hinterlassen und sind dann sofort wieder

00:23:46: gegangen.".

00:23:47: Mit Spannung wurde die Aussage der ehemaligen Lebensgefährtin von Daniel C. erwartet.

00:23:52: Sie sollte seine Gewaltbereitschaft und seine rasende Eifersucht bestätigen.

00:23:58: Die aus dem Fernsehen bekannte Schauspielerin erscheint auch am Tag ihrer Vorladung als Zeugin doch dann erspart der Richter ihr den Zeugenstand.

00:24:06: warum?

00:24:08: Weil sie sich nur selbst hätte belasten können.

00:24:11: Und zwar nicht im Zusammenhang mit diesem Tötungsdelikt, um das es hier ging sondern als Mitwisserin der krummen Geschäfte und Betrügereien ihres damaligen Lebensgefährten für die er bereits in einem anderen Verfahren verurteilt worden war.

00:24:27: Sie wusste dass ihr Lebensgefärbte viele Decknamen oder Alias Namen hatte Dass er von der Polizei gesucht wurde.

00:24:36: Das Gericht hat dann Damals den Umweg eingeschlagen, also nicht die Lebensgefährtin befragt.

00:24:41: Sondern man ist dann ausgewichen auf dem Bekanntenkreis des Angeklagten und man hat auch den Polizeibeamten vernommen der damals die Befragung der Lebensgefärte in der Schauspielerin durchgeführt hatte so dass man dann auf diesem Weg eben doch ihre Aussagen vor Gericht verwerten konnte.

00:24:59: Was ist denn während des Prozesses über die Beziehungen der beiden bekannt geworden?

00:25:03: Muss ja eine sehr besondere Beziehung gewesen sein.

00:25:06: Beide hatten sich offenbar über eine Online-Anzeige kennengelernt und vermutlich hatte der angeklagt, dass er nicht geschrieben ist.

00:25:12: Dreißter Betrüger sucht Frau fürs Leben.

00:25:14: Es hätte wenig Aufsicht auf Erfolge gehabt.

00:25:17: Stattdessen hat er sich als Wohlhabend dargestellt.

00:25:20: Nach dem ersten Treffen hatte die Schauspielerin ihren Eltern wohl vom neuen Freund erzählt.

00:25:25: dabei soll ein Ersatz gefallen sein.

00:25:27: ich habe jemanden kennengelernet da muss ich nie mehr arbeiten also Geld.

00:25:33: Eine sehr große Rolle gespielt von Anfang an.

00:25:36: Ein Jahr später sind dann beide zusammengezogen, grützer rauf ist die Schauspielerin aber wohl von ihm mehrfach körperlich attackiert worden.

00:25:44: unter anderem soll er angeklagt, dass sie ihn in der Schusswaffe bedroht haben.

00:25:47: Die Schauspielerin hatte irgendwann ihren Eltern offenbart das sie Angst vor ihrem Mann hatte.

00:25:51: Sie ist einmal wegen seiner Gewaltausbrüche wohl auch ins Frauenhaus geflohen.

00:25:57: Dieses Drohpotenzial ihres Freundes hatte sie letztlich dazu veranlasst, sogar mit Messer unter dem Kopfkissen zu schlafen.

00:26:04: Aus Angst und das zeichnete eben das Bild einer sehr gestörten Beziehung.

00:26:09: Die nächste Überraschung gibt es am sechzehnten Oktober zwei tausend sieben.

00:26:13: Das Gericht hebt den Haftbefehl gegen A und B auf also gegen den mutmaßlichen Komplizen.

00:26:19: Das ist etwas dass in Mordprozessen eigentlich so gut wie nie passiert oder?

00:26:24: Es ist zumindest sehr selten der Fall Aber sowohl Staatsanwaltschaft als auch Gericht haben ihm geglaubt.

00:26:33: Er hat sehr glaubhaft beteuert, dass er nicht nur nicht im Hotel war sondern das er zum Tatzeitpunkt überhaupt nicht in Köln war.

00:26:41: Das hat man letztlich auch nicht widerlegen können und andersrum war es eben so Hauptangeklagte, sich oft in den Widersprüche verstrickt hatte.

00:26:53: Dass das Gericht von Anfang an den Eindruck hatte, dass er die Hauptschuld auf seinen Komplizen abwälzen wollte.

00:27:04: Im Zeugenstand hatten eben auch die Kollegen des Mannes aus Stuttgart ausgesagt.

00:27:10: Die hatten ihn als gutmütig und liebevoll, als zuverlässig und überhaupt nicht aggressiv beschrieben Und das alles hat er dazu beigetragen, dass das Gericht am Ende keine andere Wahl hatte als den Haftbefehl aufzuheben und die am Ende dann auch für nicht schuldig zu befinden.

00:27:27: Es ist sogar so, dass die Staatsanwaltschaft die Aufhebung des Haftbehälts beantragt.

00:27:32: also da gibt es überhaupt keinen Zweifel und dann spielt es überhaupt keine Rolle, dass Daniel C., Agon B belastet hat?

00:27:37: Also der hat ja gesagt, der war's!

00:27:39: Das ist dann egal weil man ihm einfach grundsätzlich nicht geglaubt hat.

00:27:43: Genau, es gab viele Widersprüche.

00:27:46: Es gab auch Lügen, denen er dann überführt werden konnte und im Grunde war das gesamte Leben die Betrügereien, die er vorher begangen hatte, auch ein sehr großes Lügengebilde.

00:28:00: Das heißt so ... Die Glaubwürdigkeit war nicht vorhanden.

00:28:03: deswegen haben am Ende glaube ich die Indizien die Beweise den Hauptausschlag gegeben und da war eben nicht nachzuweisen wer dieser Komplize war.

00:28:13: Nächste Überraschung, Daniel C., also der Angeklagte und seine Verteidigung ändern ihre Strategie.

00:28:19: Sie verweisen auf einen exzessiven Drogen, Medikamenten- und Alkoholkonsum von Daniel C. Davon war zuvor nie die Rede.

00:28:28: Es geht natürlich weiterhin darum, die volle Schuldfähigkeit von Daniel c in Frage zu stellen.

00:28:32: Wie glaubhaft war das dann?

00:28:34: Für mich wirkte es wenig glaubhaft weil eine wie auch immer geartete Drogenabhängigkeit nach meiner Wahrnehmung der Persönlichkeitsstruktur und auch den betrügerischen Aktivitäten ist angeklagt und widersprach.

00:28:47: Denn er wurde mehrfach als nazistisch skizziert, als eifersüchtig.

00:28:54: Er verfügte über viele Identitäten und im Grunde waren diese kriminelle Machenschaften sein Geschäft und seinen Lebensmodell.

00:29:03: Und hierfür benötigte er einen klaren Kopf – das muss man so deutlich sagen!

00:29:08: Er hatte da schließlich ein sehr großes Lügengebilde aufgebaut und was er da sicherlich nicht brauchen konnte, das war ein wie auch immer gearteter Kontrollverlust.

00:29:18: Und auf mich wirkte er zuweilen wie ein Jean Leur der immer noch einen Ball in der Luft halten musste und er jonglierte halt nicht mit Bellen sondern mit Lügen und irgendwann war klar dass alles zusammenfällt.

00:29:32: Dazu kam aber auch, dass es eine H-Probe gab von ihm die bei der Festnahme wegen der Betrugsdelikte entnommen worden war und die da für Klarheit sorgte.

00:29:43: Denn das Ergebnis war, dass er zumindest über eine Dauer von einem halben Jahr keinen dauerhaften Drogenkonsum hatte.

00:29:51: Auch seine Bekannten hatten ihn im Gericht als sehr abstinent beschrieben und letztendlich war auch der Drogenkonsum ne Lüge.

00:29:58: Das muss man glaube ich so klar sagen.

00:30:01: Eine Medizinerin hatte den Angeklagten im Zeugenstand als er leistungsfähig beschrieben, auch sein Narzismus sei nicht krankhaft gewesen.

00:30:11: Er habe die Störungen beherrscht und nicht umgekehrt.

00:30:14: Und da zeigt sich dann wieder das Bild eines Mannes für den Kontrolle eine sehr große Bedeutung

00:30:18: hatte.".

00:30:19: Die Motive für die Tat, die bleiben ja immer so ein bisschen unklar.

00:30:23: Es gibt eigentlich nie eine ganz klar überzeugende Variante.

00:30:26: aber wenn den Staatsanwalt einen Plädoyer hält dann muss er eine Vorstellung haben warum ein Täter eine Tat begangen hat.

00:30:34: Die Staatsanwaltschaft bleibt dabei dass Daniel C aus Eifersucht gemordet hat.

00:30:38: der wichtigste Beleg dafür ist das Tagebuch der Schauspielerin die aber selbst nicht aussagen musste.

00:30:44: Ja es gab dieses Tagebuch was sie geführt hat und wir.

00:30:48: an einer Stelle tauchte eben auch der getötete Fotograf auf, der sie ja vor einigen Jahren dann mal abgelichtet hatte.

00:30:56: Und sie hatte offenbar Gefallen an ihm gefunden und hatte ihn als nett beschrieben, hatte wohl auch geschrieben dass Sie sich eine Beziehung mit ihm hätte vorstellen können.

00:31:09: das alles hat er dann wohl ihr Freund oder dameliger Lebensgefährte gelesen Der sei aber eben krankhaft eifersüchtig gewesen.

00:31:17: Aber die Verteidigung hat bis zum letzten Verhandlungstag betont, dass Eifersucht nie ein Tatmotiv war.

00:31:24: Der Richter hatte dann in der Urteilsbegründung noch mal gesagt, dass man bis zum Schluss das Motiv nicht genau rekrozuieren konnte.

00:31:33: Man wusste eben nicht was den Ausschlag dafür gegeben hatte für diese Tat.

00:31:37: Und wie plädiert die Veteiligung angesichts dieses Zweifels an der Eif-Versuchsthese?

00:31:43: Der Angeklagte hatte einen Schlag gegen die Beine des Opfers zugegeben und entsprechend plädierte die Verteidigung dann auf gefährliche Körperverletzung.

00:31:52: Die Einordnung war, glaube ich aus Sicht der Verteiligung vollgerichtig.

00:31:55: ein Anwalt muss seine Mandanten erstmal Glauben schenken und der Varteidiger hatte auch am Ende seines Plädoyers betont dass er keine Lügen seines Mandanten habe feststellen können in dem Verfahren.

00:32:08: es ist ja auch nicht Aufgabe der Veteidigungen diese Aussagen zu bewerten daran zu zweifeln oder sie infrage zu stellen.

00:32:14: das hat dann letztendlich das Gericht übernommen.

00:32:17: Also wenn der Anwalt keine Zweifel hat, dann bleibt ja auch dabei dass der freigelassene Agon B der Haupthälter war.

00:32:24: bis zum Schluss?

00:32:25: So die

00:32:26: letzte Gewissheit was da genau passiert ist und wer was gemacht hat, die gab's nicht.

00:32:35: Wie entscheidet das Gerich angesichts dieser unklaren Lage?

00:32:39: Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Morles.

00:32:45: Der Richter betonte, dass die Schuldfähigkeit des Angeklagten nicht eingeschränkt gewesen sei.

00:32:51: Im Gegenteil, er habe sehr bewusst und gewollt den Tod des Opfers verursacht.

00:32:56: Er habe heimtückisch gehandelt.

00:32:59: Das betonte der Richter auch nochmal, obwohl das Motiv nicht abschließend abgeklärt werden

00:33:04: können.".

00:33:04: Ich

00:33:04: finde es ungewöhnlich jemand wegen Mordes zu verurteilen wenn man die Motivlage nicht kennt.

00:33:08: Dann bleibt die Heimtücke als sogenanntes Mordenwerk mal übrig.

00:33:12: aber Wenn man es nicht genau weiß, ist es dann noch ein strenges und hartes Urteil.

00:33:18: Wie hat denn Daniel C das Urteil aufgenommen?

00:33:21: Wie hast du ihn da im Gerichtssaal erlebt als das Urteil gesprochen wurde?

00:33:25: Er wirkte konzentriert und natürlich geschockt weil abgesehen von der langen Strafe in dem Moment klar war dass die Verteidigungsstrategie überhaupt nicht aufgegangen.

00:33:39: Noch kurz vor der Urteilsverkündung hatten seine Anwälte zwei Beweisanträge eingereicht, um das Gericht zu überzeugen, dass er eben die Tat nicht von Langehand geplant hat.

00:33:49: Das ist also kein vorsätzliches Handelnvorlag, dass man jetzt so kurz vor Torus Schluss dann nochmal mit diesen zwei Beweisanträgen um die Ecke kam.

00:33:59: Das zeigte schon, daß die Verteidigung wohl auch der Ansicht war, nicht so richtig aufgegangen ist.

00:34:08: Dass es nicht so überzeugend war, dass ihr Mandanta nur eine Nebenrolle gespielt hat.

00:34:15: Das Gericht ist eben diese Argumentation dann auch nicht gefolgt und dann stand da diese lebenslange Freiheitsstrafe.

00:34:22: Das Urteil ist dann eindeutig in so einem Moment.

00:34:25: Da gibt's keinen Zweifel.

00:34:26: Es steht aber trotzdem sind ja viele, viele Fragen offen geblieben.

00:34:31: Aber so ist das nach einem Indizienprozess ohne einen echten Beweis Wenn man sich die unterschiedlichen Verteidigungsstrategien der beiden Angeklagten anschaut, Agron B ist dann ja auch freigesprochen worden.

00:34:42: Also das was ich abzeichnete, ist sehr vollzogen worden.

00:34:45: Wenn man sie die Strategie anschaut liegt die Frage nahe was denn eigentlich geschehen wäre wenn auch Daniel C einfach nur geschwiegen hätte so wie Agron.

00:34:55: Wie gesagt klar ist niemand kann mit Bestimmtheit sagen wer die tödlichen Schläge im Hotelzimmer ausgeführt hat.

00:35:00: letztendlich hatten aber, glaube ich auch die vielen Lügen des Angeklagten und die dauernden Widersprüche zum Urteil.

00:35:07: Und auch zur Höhe des Strafmaßes beigetragen.

00:35:09: Insofern wäre das Schweigen, glaub' ich, die bessere Alternative gewesen.

00:35:13: Im Ende muss man einfach sagen, schlimmer hätte es jedenfalls nicht kommen können.

00:35:18: Wie sieht dein Fazit aus?

00:35:20: Wie hast du das Urteil damals bewertet?

00:35:22: Das Urteil war nach dem Prozessverlauf und vor allen Dingen auch nach dem Auftreten des An geklagte Erwartbar gewesen.

00:35:30: Ein Mensch war auf brutale Weise getötet worden und das Urteil war die Quittung.

00:35:36: Das muss man so sagen, es war vollgerichtig.

00:35:39: Der Prozess musste nicht neu aufgerollt werden.

00:35:42: Das Gericht hatte keine nachweisbaren Fehler gemacht bei der Urteilsfindung.

00:35:48: Insofern war auch für mich damals durchaus nachvollziehbar.

00:35:53: Auch wenn's für den Angeklagten hart war sich was anderes vorgestellt hatte.

00:36:00: Niemand hat bestritten, also zu keinem Zeitpunkt des Prozesses das es einen zweiten Täter gegeben haben muss.

00:36:06: verurteilt wurde aber nur einer ist.

00:36:08: läuft also ein Mörder freier rum

00:36:11: so kann man's sehen.

00:36:12: es ist unklar geblieben mit wem der angeklagte die Tat begangen hat wer der zweite Mann war.

00:36:20: es gab Kameraaufnahmen aus dem Hotel aber eben keine eindeutige Spur zu einem Komplit, zu einem zweiten Täter.

00:36:29: Letztendlich gab es seitens des Angeklagten sehr viele Widersprüche lügen und das Gericht wusste glaube ich am Ende nicht so ganz.

00:36:38: was kann man da glauben?

00:36:40: Was kann man nicht glauben sodass wirklich nur die Indizien eine Rolle spielten?

00:36:45: Der Kompliz war nicht eindeutig zu identifizieren, zu erkennen auf den Bildern.

00:36:50: Man konnte es nicht herausfinden wer es war.

00:36:53: Es gab im Hotelzimmer keine Spuren, keine DNA und ähnliches.

00:36:57: Insofern kann man sagen ja da läuft jemand frei rum der nicht vor Gericht stand der damals dabei war der der Komplize war Und bis jetzt ist unklar wer's war und das wird wahrscheinlich auch immer bleiben.

00:37:09: Herzlichen Dank Thorsten Möck.

00:37:12: Thorsten Möck hat es erwähnt, auch wenn das Motiv unklar blieb.

00:37:15: Der zweite Mann nie überführt wurde und manch weitere Frage offen geblieben ist – Das Urteil hatte Bestand!

00:37:23: Es gab einen Revisionswunsch der Verteidigung und er wurde im November zwei tausend acht vom Bundesgerichtshof abgelehnt.

00:37:30: Das Kölner Urteil war rechtskräftig.

00:37:32: die Richter im Land gerecht haben nach Ansicht des Bundesgerichtsshofs nichts falsch gemacht.

00:37:39: Das war's für heute.

00:37:41: Ich danke auch Laura Ostender und Florian Holler, die als Sprecherin mitgemacht haben.

00:37:47: Empfehlen Sie uns weiter!

00:37:49: Abonnieren Sie True Crime Köln wenn sie das noch nicht gemacht haben.

00:37:53: Schreiben Sie mir, wenn Sie Lust drauf

00:37:55: haben.

00:38:10: Schreiben Sie mir, wenn Ihnen danach ist.

00:38:12: Ich lese auch alles was unter unseren Folgen im Netz steht.

00:38:17: Manchmal juckt es mich da einen Kommentar zu kommentieren mache ich nicht, aber einen Kommentar bei Spotify zur letzten Folge über das Massaker im Gremberg Erwältchen kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs nehme ich mal zum Anlass an dieser Stelle etwas Grundsätzliches zu sagen.

00:38:34: True Crime Köln die Podcast-Reihe des Kölner Stadtanzeiger ist nicht irgendein gelaber.

00:38:39: sie ist das Ergebnis journalistischer kritischer Recherche.

00:38:43: wenn wir mal über irgendetwas spekulieren sage ich immer dass es sich um Spekulationen handelt.

00:38:49: Im konkreten Fall heißt das, es gibt ausreichendes Quellenmaterial, Ermittlungsakten, Zeugenaussagen und vieles mehr womit belegt werden kann was im April nineteenhundertvierzig im Gremberger Welchen geschehen ist.

00:39:01: Und wer für den Massenmord über den wir in der letzten Episode gesprochen haben verantwortlich war.

00:39:08: Dass man nicht genau weiß, wie viele Menschen hier bei dem Massaka oder auch schon vorher auf grausame Weise gestorben sind ist kein Argument gegen die Schlussfolgerungen, die Historiker ziehen wenn es um die Täter und ihre Taten geht.

00:39:23: Wer meint dass hier nur spekuliert werden kann und nichts erwiesen sei der liegt völlig falsch und er verharmlost ein schlimmes Verbrechen.

00:39:32: So so viel dazu.

00:39:33: das war's für heute.

00:39:34: bleiben sie wachsam aber bitte auch gelassen.

00:39:37: Ich weiß, das ist nicht immer einfach.

00:39:50: Tschö!

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