Der Vampir vom Niederrhein (Teil1): Die Mordserie des Peter Kürten
Shownotes
Mit einem Zweiteiler befasst sich die Podcastreihe „True Crime Köln“ mit dem Fall des Serienmörders, der 1883 im damals noch selbstständigen Mülheim am Rhein geboren wurde. Er behauptete später, dass er schon als Kind zwei Gleichaltrige beim Spielen im Rhein getötet hat. Juristisch aufgearbeitet wurden diese mutmaßlichen Taten nie, weil Kürten da noch nicht strafmündig war und sie von allem, was später passierte, überlagert wurden. „True Crime Köln“ begibt sich mit der Kriminalpsychologin Lydia Benecke und der Buchautorin Susann Brennero ("Der Vampir vom Niederrhein" auf Spurensuche in Köln und Düsseldorf.
Kürten war für Dutzende Überfälle verantwortlich, bei denen insgesamt neun Menschen starben. 1929 und Anfang 1930 schlug er in so rascher Abfolge zu, dass die Angst in der Bevölkerung panische Züge annahm. Geschürt wurde diese Hysterie nicht nur durch den anhaltenden Misserfolg der Polizei bei der Fahndung. Auch die mediale Berichterstattung trug zur Verbreitung von Angst bei: In der modernen, anonymen Großstadt begannen alle, allen zu misstrauen. Jeder galt als verdächtig. Die Taten inspirierten den Filmemacher Fritz Lang zu einem der bedeutendsten Werke der deutschen Filmgeschichte: „M – Eine Stadt sucht einen Mörder".
Kürten konnte so lange unerkannt bleiben, weil er es verstand, die Polizei zu täuschen. Seine Taten folgten keinem Muster, es gab wenig Verbindendes. Kürten fühlte sich so sicher, dass er immer wieder an die Tatorte zurückkehrte, um der Polizei bei der Arbeit zuzuschauen und die Aufregung in der Nachbarschaft zu genießen. In der Nachbarschaft galt der stets gut gekleidete Mann als freundlich und hilfsbereit. So lockte er auch einige seiner Opfer in die Falle, weil er ihnen seine Hilfe anbot.
Trotzdem bleibt unverständlich, warum ihn die Polizei nicht früher erwischte. Kürten war unter anderem wegen Sexualstraftaten vorbestraft und wohnte in der Nachbarschaft seines zweiten Opfers. Die Frage, warum und wie ein Mensch zu einem grausamen Mörder wird, der seine Opfer scheinbar wahllos auswählte, sorgt bis heute für Ratlosigkeit und Schrecken. Das Grauen macht Angst, sorgt aber auch für eine seltsame Faszination. So hat man Kürtens Kopf nach seiner Hinrichtung, in der Hoffnug, irgendetwas Erklärendes finden zu können, aufgeschnitten und untersucht. Danach wurde er zu einem Ausstellungsstück in einem Privatmuseum in Amerika.
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Transkript anzeigen
00:00:01: True Crime Köln, der Podcast des Kölner Stadtanzeiger.
00:00:06: Über wahre Verbrechen, spannende Geschichten und spektakuläre
00:00:11: Fälle.
00:00:12: Peter Kürten ist auf der Suche nach Wertgegenständen.
00:00:16: Der Mann ist in die Wohnung über einem Lokal in der Mühlheimer-Wolfstraße eingebrochen.
00:00:21: Hier wohnt das Würtepaar mit der neunjährigen Tochter.
00:00:25: Christine Kürten durchwühlt Schubladen und Schränke, während in der Gaststätte Hochbetrieb herrscht.
00:00:31: In Mühlheim ist Kirmes.
00:00:33: die Menschen sind in bester Stimmung.
00:00:35: es wird gefeiert und getrunken.
00:00:37: Die Mutter hat ihre Tochter um neun Uhr ins Bett gebracht.
00:00:41: Peter Kürton entdeckt das schlafende Kind und betritt dessen Schlafzimmer.
00:00:45: Er wirft sich auf das Kind dass ich gegen ihn wehrt.
00:00:48: Kürden versucht das Mädchen zu vergewaltigen was ihm nicht gelingt.
00:00:53: Er steigert sich in einen regelrechten Blutrausch, so wird es erzählt.
00:00:57: Eine etwas nüchterne Überlieferung geht davon aus dass er das Mädchen tötet weil es ihn beim Durchsuchen der Wohnung erwischt habe.
00:01:04: Christine Klein wird das erste Opfer des Mannes den man später Vampir von Düsseldorf nennen wird.
00:01:11: In Mühlheim beginnt eine beispiellose Mordserie die das Rheinland in Angst und Schrecken versetzt.
00:01:21: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von True Crime Köln, der Podcast-Reihe des Kölner Stadtanzeiger über Ware verbrechen in Kölnen und in den Regionen.
00:01:30: Es geht in dieser und in der nächsten Folge um den Serienmörder Peter Kürten, der im Später nach Kölne eingemeineten Mühlheim seinen ersten Mord beging.
00:01:42: Wahrscheinlich gibt es in der Kriminalgeschichte unserer Region nichts Vergleichbares.
00:01:47: Es heißt, dass erst im Zusammenhang mit den Ermittlungen in diesen Fällen der deutsche Begriff Serienmörder erfunden worden
00:01:55: ist.".
00:01:56: Kein leichter Stoff, nicht nur weil hier Menschen auf zum Teil grausame Weise gestorben sind.
00:02:01: Er ist auch schwer zu erzählen, weil die Motivation für die Taten so unklar bleibt.
00:02:07: Es gibt nicht wenige Berichte, die die Mordserie von Peter Kürten als die Tate eines triebgesteuerten Sexualstraftators beschreiben.
00:02:16: Das ist schön einfach aber so einfach ist es nicht Weil es eben kein richtiges Muster bei den Taten gibt.
00:02:24: Wir reisen zurück in die ersten drei Jahrzehnte zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts.
00:02:29: Dass man Peter Kürten den Vampir von Düsseldorf oder den Vampier vom Niederrhein genannt hat, deutet schon ein bisschen an wie in der damaligen Zeit die Stimmung war.
00:02:40: Natürlich war die Angst vor einem Mörder, der über Jahre nicht gefasst werden konnte berechtigt.
00:02:45: Er war für Dutzende Überfälle verantwortlich brutale Attacken bei denen insgesamt neun Menschen starben.
00:02:52: Neunundzwanzig und Anfang neunhundertdreißig schlägt er in so kurzen Abständen zu dass man die Furcht der menschen verstehen kann.
00:03:01: aber wir haben es auch mit einer sich steigenden Hysterie zu tun, geschürt durch mediale Berichterstattung und eine sehr große Anteilnahme der Öffentlichkeit.
00:03:13: Die Mordserie wird auch später vielfach beschrieben – die nach wie vor interessanteste Verarbeitung finde ich jedoch stammt aus der damaligen Zeit.
00:03:23: Peter Kirtens Taten haben den deutschen Filmemacher Fritz Lang zum Kinofilm M eine Stadt sucht einen Mörder inspiriert.
00:03:32: Man muss wissen, dass Drehbuch wurde geschrieben bevor Kürten, das Handwerk gelegt werden konnte.
00:03:38: Der Film gilt als ein Meilenstein der Filngeschichte und war ein weltweiter Erfolg für den deutschen Regisseur Fritz Lang.
00:03:47: Und er ist auch heute noch etwas Besonderes.
00:03:50: Es gab damals eine französische und eine englische Fassung die auch in den USA zu sehen war.
00:04:02: Verfluchte in mir das Feuer, die Stimme.
00:04:07: Die
00:04:07: Qual.".
00:04:09: Fritz Lang beschreibt einen Kindermörder als Triebtäter.
00:04:13: Schauspieler Peter Lorre wurde in dieser Rolle weltbekannt.
00:04:17: Er machte danach als einer der wohl besten Charakterdarsteller aller Zeiten Karriere In Hollywood.
00:04:35: Der Mörder sagt in dem Film, er könne nicht anders.
00:04:37: Er habe keine Wahl wenn er seinem Triebfolge und Kindertöte.
00:05:02: Das ist auch in Zeiten wo man glaubt durch alle möglichen Krimis Horrorfilm oder Thriller total abgehärter zu sein immer noch ziemlich gruselig.
00:05:10: das grauen fasziniert Das war schon immer so.
00:05:14: Fritz Lang lässt einen Tief in einen menschlichen Abgrund schauen, wenn man sich darauf einlässt funktioniert dieser frühe Tonfilm der deutschen Filmgeschichte heute immer noch auch wenn er gar nichts mit dem zu tun hat was wir heute gewohnt sind.
00:05:30: es gibt zum Beispiel überhaupt keine Musik diesem film.
00:05:33: die einzige Melodie die man hören kann ist das Pfeifen des Mörders wenn sich eine neue Tat ankündigt.
00:05:47: Im Film tötet der Mörder nur Kinder.
00:05:50: Das trifft auf Peter Kürten nicht zu, er ermordet Kinder, Frauen und einen Mann.
00:05:56: Weitere Männer werden überfallen.
00:05:58: Dass der Film dieses scheinbar wahllose Töten nicht thematisiert hat wohl auch daran gelegen das lange nicht klar war dass für alle diese scheinbare so unterschiedlichen Mordfälle in jeder Zeit ein und dieselbe Person verantwortlich war.
00:06:14: Der Film wurde im April neunzehnhundertdreißig Uhr aufgeführt.
00:06:18: Ich habe es gesagt, das Drehbuch war fertig bevor Peter Kürten gefasst wurde.
00:06:22: Trotzdem können wir davon ausgehen dass der Film vieles von dem zeigt was den Umgang mit der Mordserie auch in der Wirklichkeit geprägt haben dürfte.
00:06:32: Da gibt es neue Ermittlungsmethoden der Polizei aber auch die Ohnmacht in der Bevölkerung die sich zur Hysterie steigert, wozu die mediale Berichterstattung kräftig beiträgt.
00:06:44: In der modernen Anonymen Großstadt beginnen alle allen zu misstrauen – jeder ist verdächtig!
00:07:04: Die ganze Stadt jagt den Mörder.
00:07:07: Auch die Unterwelt der Großstadt macht mit, weil ihr nicht gefällt, dass die Polizei immer wachsamer wird.
00:07:13: Im Film inszenieren schließlich Verbrecher einen Schauprozess gegen den Täter, der gelünscht werden soll und so wird der Film auch noch zu einem Plädoyer für den Rechtsstaat in der auseinanderbrechenden Gesellschaft der Weimarer Republik in der Wirtschaftskrise.
00:07:58: Die Botschaft ist klar, auch der schlimmste und bruthalste Verbrecher hat das Recht auf einen fairen Prozess mit einem Verteidiger an seiner Seite.
00:08:06: Auch darüber werden wir bei True Crime Köln reden!
00:08:09: Weil es viel zu besprechen gibt machen wir aus der Mordserie des Peter Kürten ein Zwei-Teiler.
00:08:14: für diese Folgen der Podcastreihe des Kölner Stadtanzeige über wahre Verbrechen habe ich mit der Autorin und Rechtsanwältin Susanne Brennero aus Düsseldorf und der Kölner Kriminalpsychologin Lydia Benecke gesprochen.
00:08:29: Bevor wir die Geschichte von Peter Kürten erzählen, will ich an dieser Stelle mal sagen dass keiner befürchten muss das wir nun jeden grausigen Mord von ihm im Detail nacherzählen werden.
00:08:40: es gibt Kollegen und Kolleginnen die das in anderen Formaten tun.
00:08:44: Ich mache das nicht.
00:08:45: Die immer wieder spannende Frage, warum Menschen gerne True Crime-Formate hören ist natürlich bei der Geschichte eines Serienkillers besonders naheliegend.
00:08:55: Es gibt keine Frage so etwas wie eine Faszination des Bösen – deshalb finde ich auch manche Triggerwarnung heuchlerisch die davor true crime Podcasts zu hören ist.
00:09:05: da wirkt die Warnung fast wie eine reklame.
00:09:08: Achtung heute wird es besonders blutig.
00:09:11: das dürft ihr nicht verpassen.
00:09:14: Die Autorin Susanne Brennero heißt eigentlich anders, sie ist eine gelernte Juristin.
00:09:20: Den Namen Susanne Brenero hat sich als Autorenname für ihre Bücher ausgedacht.
00:09:25: Aus dem Stoff über den wir in dieser und der nächsten Folge von Chukwam Köln sprechen, hat sie einen biografischen Kriminalrummer angemacht.
00:09:34: Der Vampir vom Niederrhein heisst das Buch.
00:09:38: dazu hat sie viele alte Akten und Protokolle gelesen und sich tief hinein begeben in den menschlichen Abgrund.
00:09:45: Auch sie habe ich gefragt, was sie an dem Mörder und seinen Taten fasziniert hat?
00:09:50: Ich selber war die Faszination, dass ich als Kind an den Tatorten aufgewachsen bin und selber gespielt habe und sehr gefährlos gespielt hab dort.
00:09:59: Wenn ich jetzt einen anderen Menschen denke wie der Fall fasziniert dann kann ich mir vorstellen das Menschen hoffen ein Muster zu erkennen und vielleicht sich zu erklären, wie man andere Täter vorhin dankt.
00:10:14: Ist das wirklich so oder ist es das Unvorstellbare?
00:10:18: Was man sich anschaut und denkt, das gibt's
00:10:20: doch eigentlich.
00:10:21: Das unfassbare Grauen ist so lange faszinierend bis man den Gänsehort bekommt, bis man ein Eis bekommt, dass man sich nicht mehr traut um dunkelhaft die Straße zu gehen.
00:10:31: Erzählst noch mal was über diese Kindheit in der Nähe der Tatorte.
00:10:35: Wie war das für Sie?
00:10:36: Wussten Sie das als Kind?
00:10:37: Ja, es ist uns als Kind an die Geschichte erzählt worden und uns wurde geübt, dass wir uns nicht ansprechen lassen dürfen oder mitgehen dürfen.
00:10:47: Und dann ... Ich bin an den Tatorten zur Grundschule gegangen.
00:10:55: Dann ist das erste Dysloberopfer zuletzt gesehen worden von einer Freundin, ungesah an der Stelle, an der mein Kinderzimmer war.
00:11:03: Ich bin in Gerasheim zur Schule gefahren, da ich aufs Gymnasium gegangen bin.
00:11:08: Den Bus bin ich jeden Morgen und jeden Mittag an drei Tatorten vorbeigekommen.
00:11:15: Es war ... ich will nicht sagen Normalität.
00:11:19: Aber es hat dazu geführt, dass man im Leben vielleicht einen Sprung misstrauisch wird.
00:11:25: War das Angst auch?
00:11:26: Sind Sie ängstlich dadurch geworden?
00:11:29: Das kann sein.
00:11:30: wahrscheinlich fällt mir das gar nicht mehr auf.
00:11:32: Ja, das wird schon so sein.
00:11:35: Haben die Leute um sich darüber gesprochen?
00:11:38: War das Thema präsent?
00:11:39: oder wie muss man sich das vorstellen als Kind und Jugendliche?
00:11:43: Das ist immer mal wieder Thema gewesen, aber man kann nicht jeden Tag darüber sprechen.
00:11:47: Ich hab den Film von Lang schon sehr früh gesehen ...
00:11:52: Wir haben sie den wahrgenommen.
00:11:54: Wie alt waren Sie da?
00:11:55: Acht, neun, zehn, so zum ersten Mal.
00:11:58: Man hat uns Kinder in der Pflege bewusst mit dem Thema konfrontiert.
00:12:02: Also die Vorstellung, dass so was noch mal passieren könnte in unseren Tagen sicherlich nicht.
00:12:07: Aber wir sollten schon ziemlich genau wissen, daß die Gefahr
00:12:10: besteht.".
00:12:11: Hat man
00:12:11: Kinder in diesem Film gezeigt?
00:12:13: Ja!
00:12:14: Und was hat das mit ihnen gemacht und wie viel haben sie denn?
00:12:16: Können Sie sich daran erinnern, wie der Film auf sie gewirkt hat?
00:12:18: Allein schon die Atmosphäre hat Angst gemacht.
00:12:21: Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich es beim ersten Mal den ganzen Filmen gesehen habe oder ob ich dann gesagt hab ... Oder ob ich einfach das Zimmer verlassen habe, das kann schön sein.
00:12:29: Was ist
00:12:29: das Gute an dem Film, was macht der vorzulangende Wut?
00:12:33: Zuschauer bekommt ein Gefühl für die Gefahr und für die vielen Unaufmerksamkeiten der Menschen.
00:12:42: Weil eigentlich hätte Kurt mir auch in der Realität mehr als einmal nicht sterben
00:12:46: müssen.".
00:12:46: Die alten Akten zum Fall liegen im Landesarchiv NRW in Duisburg, dort hat Susan Brennero auch die Protokolle- und Aufzeichnungen der Polizei gelesen – keine leichte Kost!
00:12:57: Wenn ich nichts Juristin gewesen wäre… wäre es mir nicht möglich gewesen, das Urteil zu lesen.
00:13:03: Oder die Anklangsschrift oder Auszug aus Protokolli und auch Fallakte.
00:13:08: Ich habe die Fallakte über das erste Düsseler-Opfer angeschaut... ...und hab dann ganz zum Schluss noch einen Umschlag in dieser Akte.
00:13:19: Ich hab den geöffnet, ich hab die Fotos gesehen, gar im Opfer.
00:13:24: Und ich hab's nicht wieder gemacht, ein zweites Umschlag aus diesen Akten zu dafür.
00:13:29: Es hat geleicht, ein Opfer zu sehen.
00:13:33: Und das bleibt im Kopf diese Bilder.
00:13:37: Also wir werden ja die Juristen aus dem Dorf Eidiges vorbereitet.
00:13:42: Gerade was auch solche Tatbestände wie Mord- und Hotschlag angeht.
00:13:46: Wir werden natürlich jetzt sich unbedingt mit der Realität konfrontiert aber wir werden immer wieder in Sachverhalten gefüttert.
00:13:54: Wenn ich nicht so ein kleines bisschen Gewohnheitseffekt gehabt hätte schon von einer Ausbildung hier... Wer ist damit nicht scharfisch geworden?
00:14:02: Seinen ersten Mord begeht Peter Kürten in Mühlheim am Rhein.
00:14:06: Zumindest ist das der erste Mord, der ihm nachgewiesen wird.
00:14:10: Er selbst behauptet später, dass er schon als Kind getötet habe.
00:14:14: Der Kölner Stadtteil Mühlheimer war damals noch eine kleine selbstständige Industriestadt die dem großen Köln im Laufe ihrer Geschichte manches Mal getrotzt hatte.
00:14:23: Mühlhelm war bis Unabhängig, dann wird es gegen den Willen vieler Mühlheimer von Köln eingemeindet.
00:14:32: Dort kommt, der Drittelteste von zehn Geschwistern.
00:14:39: Auf die Familienverhältnisse werden wir noch zu sprechen kommen, wenn wir versuchen irgendeine Erklärung für das Unerklärliche zu finden.
00:14:48: Peter Kürten wird sehr früh straffällig, erquält Tiere und begeht kleinere Einbrüche und er will beim Spielen am Rhein einen Gleichaltrigen ins Wasser geschubst haben.
00:15:02: Dann habe er, so erzählt er ein Floß über den Jungen gesteuert das der nicht mehr auftauchen
00:15:08: konnte.".
00:15:09: Die Sache soll als Unfall zu den Akten gelegt worden sein.
00:15:13: Mutmaßlich ist so noch ein weiteres Kind aus Müller im Gestorben, man hat das nie juristisch aufgearbeitet.
00:15:20: Ob er diese Taten wirklich begangen hat?
00:15:22: Ist dicht sicher!
00:15:23: Dass man der Sache nicht weiter nachging, hat auch damit zu tun, dass Kürtn da noch nicht strafmündig gewesen
00:15:30: war.".
00:15:33: Die Familie nach Düsseldorf.
00:15:35: Da ging Kürten wahrscheinlich den ersten Überfall auf ein Mädchen auf offener Straße.
00:15:42: Bestraft wurde er jedoch zum ersten Mal richtig.
00:15:44: wegen eines ganz anderen Delikts, wegen Unterschlagung musste er zum ersten mal ins Gefängnis.
00:15:51: Es folgen weitere Inhaftierungen wegen Bedrohung, Zechprällerei, Einbruch, Diebstahl und Fahnenflucht.
00:15:59: Nicht bestraft werden mehrere Brandstiftungen, weil man ihn dabei nicht erwischt.
00:16:04: Er hat offensichtlich Spaß daran, Scheunen anzuzünden und danach der Feuerwehr beim Löschen zuzuschauen.
00:16:12: Im April, zeigte er in seinem Geburtsort seinen ersten Mord als strafmündiger Erwachsener.
00:16:20: Der Tatort ist die Wohnung über einer Gaststätte im Eckhaus Holweider Straße Wolfstraße.
00:16:25: Die Wolfstraße wurde nach der Eingemeindung Mühlheims umbenannt, weil es in der Kölner Innenstadt schon eine Wolfstrasse gab und so bekam die Straße den Namen, den heute jeder kennt Es ist die Mühlheimer Kreubstraße.
00:16:41: Am Tag Nach dem Mord berichtet unter anderem die Mühleimer Volkszeitung.
00:16:45: Ein Auszug aus der Ausgabe vom sechsenzwanzigsten April
00:16:49: neunzehnhundertdreizehn.".
00:16:51: Ein abscheuliches Verbrechen verübte ein unbekannter Gesternabend an der neuenjährigen Tochter Christine des Schankwirts Peter Klein, Wolfstraße Femurneunzig hier selbst.
00:17:01: Das Kind schläft nachts allein in einem Zimmer in der ersten Etage.
00:17:05: Gestern Abend wurde es gegen Neune von der Mutter ins Bett geleitet.
00:17:09: Die Mutter verschloss wie stets die vom Flur in das Schlafzimmer führende Korridor Tür und hing den Schlüssel in der im Erdgeschoss liegenden Küche auf.
00:17:17: Als die Mutter gegen Viertel nach Elf, nach dem Kinder
00:17:19: sehen wollte, bot sich ihr ein entsetzlicher Anblick dar.
00:17:23: Das Kind lag mit durchgeschnittener Kehle
00:17:25: quer im Bett.
00:17:26: eine große Blutmenge
00:17:27: war von dem Bett her abgelaufen und stand als Lacher auf dem Fußboden.
00:17:32: Eine größere Schnittwunde wies das Kind auch am Unterleib auf so dass anzunehmen ist das entweder einen Lustmord vorliegt oder das ein solcher vorgetäuscht werden soll.
00:17:40: Mit Bestimmtheit ist anzunehmen, dass der Mörder – als er sich aus dem Schlafzimmer wieder fortschlich die Hände und auch die Kleider mit Blut besudelt hatte.
00:17:49: Personen, die irgendetwas Verdächtiges bemerkt haben, werden ersucht ihre Beobachtung schnellstens der hiesigen Kriminalpolizei mitzuteilen.
00:17:58: Die Polizei ist Tag und Nacht beschäftigt, Licht in die traurige Angelegenheit zu bringen.
00:18:03: Möge es gelingen den ruchlosen Unhold ausfindig zu machen damit er der irdischen Gerechtigkeiten nicht entgeht.
00:18:13: Es ist kaum vorstellbar, als die Zeitung erscheint sitzt der zum Zeitpunkt neunundzwanzigjährige Peter Kürten in der Gaststätte der Eltern seines Opfers.
00:18:24: so hat er es zumindest später ausgesagt.
00:18:27: Stunde lang habe er den aufgeregten Berichten über seine Tat zugehört was ihnen sozusagen geradezu euphorisch werden ließ.
00:18:35: Er mischt sich unter die Leute, das wird er bei seinen späteren Taten immer wieder tun.
00:18:41: Er sucht den Kontakt bei späteren Fällen sogar mit der Polizei.
00:18:45: Angeblich will er später auch immer wieder am Grab des Bühleimer Mädchens gewesen sein.
00:18:50: wenn er die Erde der Grabstelle berührte habe ihn das sexuell erregt.
00:18:56: Das sagt er.
00:18:57: ob es stimmt oder nicht weiß man nicht.
00:19:00: Es ist viel geschrieben worden über Peter Kürten.
00:19:03: Es gibt mehrere Filme, es gibt natürlich seine eigenen Aussagen... ...es gibt die zeitgenössischen Berichte den Zeitungen und die sind natürlich alle sehr stark von Stereotypen, von Klischees geprägt.
00:19:15: Das gilt auch für den Film von Fritz Lang.
00:19:18: Bei der Suche nach Erklärungen und Motiven ist man vor allem auf das angewiesen, was Peter Kürten später selbst – der Polizei – einem Gutachter und seinen Kölner Richtern gesagt hat.
00:19:31: Und da beschreibt Kürton den Mord an dem kleinen Mädchen als die Tat eines Triebtäters, der sich in einen Blutrausch hineingesteigert
00:19:39: habe.".
00:19:40: Susanne Brennero ist davor- sichtig, wenn sie eine Antwort geben soll auf die Frage ob sich in Mühlheim wirklich alles so abgespielt hat wie Peter Kürten das selbst erzählt.
00:19:50: Herr Sol ausgesagt haben er habe Hunger gehabt und hätte nach etwas Essbarem gesucht.
00:19:56: seine Aussage nach sollen an der Tür unoffen gestanden haben es sei sehr leicht gewesen bis zu diesem Kind zu kommen Und ich kann mir eigentlich nur eine Vertuschungsabsicht vorstellen in dem Moment Dafür gibt es nicht unbedingt jetzt den Anhaltspunkt, erden Akten.
00:20:12: Aber so ein Kind einen Schaden zu erfügen und so grausam zu ermordnen, die können überhaupt etwas tun, lässt sich kaum anders
00:20:22: erklären.".
00:20:23: Der Mörder der den Blutrausch hören wollte, so beschreibt sich Peter Kürtn selbst.
00:20:28: Brennero hat zumindest was die ersten Daten angeht da ihre Zweifel.
00:20:33: Er sagte mir aber Rauffzicht daran.
00:20:36: Aber das sagt er... Und während der Verhöhre später nach seiner Festnahme widerspricht er sich öfter, er zieht Geständnisse zurück.
00:20:45: Erzählt dann wieder andere Theorien.
00:20:47: So sieht es die Juristin und Autorin, fragt man die Kriminalpsychologin, fällt die Antwort anders aus?
00:20:54: Auch Lydia Menikke hat sich mit Peter Kürten intensiv beschäftigt.
00:20:58: Sie glaubt zwar auch nicht dass Kürton den Mord in Mühlheim geplant hat sie sieht ihn allerdings schon als Folge einer Entwicklung Die in seiner Jugend beginnt.
00:21:08: er hat in Wirklichkeit ja schon vorher gemerkt, dass Gewalt etwas ist was sich für ihn gut anfühlt und auch sexuell befriedigend anfühelt.
00:21:17: Er hat ja ab seinem dreizehnten Lebensjahr sexuelle Befriedigung durch das Quelen von Tieren.
00:21:22: er hat da konkret Ziegen Schweine und Schafe genannt also größere Tiere.
00:21:28: Das Da gewalt auszuüben ihnen schon sexuell erregt hat er ja früh erkannt.
00:21:34: Und der hat ja gesagt dass dann eben ab den ersten sexuellen aktivitäten mit weiblichen Personen er auch da gemerkt hat, dass das ausschließlich für ihn funktionieren kann wenn er in irgendeiner Form gewalttätig ist.
00:21:47: Kürten
00:21:48: berichtet später von Tagträumen und von Gewaltfantasien denen er als Jugendlicher nachgehangen habe.
00:21:56: diese hätten sich dann im Gefängnis immer weiter verstärkt.
00:22:00: Lydia Benicke meint Auch Wenn die Ermordung der kleinen Christine nicht geplant war komme sie doch nicht aus dem Nichts.
00:22:08: und auch die These, dass wir es mit einer Vertuschungstart zu tun haben findet sie nicht überzeugend.
00:22:13: Da ist ja ein Mann der zu dem Zeitpunkt schon eine langjährige Geschichte von Entwicklung durchlebt hat in der er weiß das Gewalt sexueller regent ist, dass auch schwere Gewalt sexualerregend für ihn ist.
00:22:26: Und er hat gesagt, dass er ursprünglich dort oben eben über der Gastchette tatsächlich war, weil er gehofft hat etwas stehlen zu können.
00:22:36: Und er hat dann beschrieben, dass er dieses Kind in diesem Bett sah und in dem Moment die Gelegenheit sich im Boot diese Gewalt auszuüben.
00:22:45: Er hatte es nicht als so einen bewussten Prozess beschrieben sondern er hat gesagt, er macht diese Tür auf nachdem er schon frustriert festgestellt hat das da wahrscheinlich jetzt nichts groß finanziell für ihn bereichendes zu finden ist.
00:22:55: und dann sieht er eben dieses schlafende Kind hat spontan dieses Bedürfnis ausgelöst, jetzt eben Gewalt auszuüben.
00:23:06: Ab dem Moment wo er das Kind gesehen habe sei es ihm nur noch um sexuelle Befriedigung gegangen.
00:23:13: Hemschwellen sein Kürden fremd gewesen.
00:23:15: Ich hatte nicht den Eindruck dass er eine emotionale Grenze oder ähnliches hatte sondern eher dass er durch Lernerfahrungen zunehmend gesehen hat wie er die gewalttätigen Bedürfnisse und Fantasien in der Realität ausleben kann.
00:23:32: Nach dieser Entwicklung, in seiner Persönlichkeit und seiner Sexualität war es aus meiner Sicht dann für ihn eine logische Entwicklung, dass er dann in einer günstigen Situation, die seine sexuelle Fantasie angeregt hat dazu übergehen würde auch hier das was er sich immer weiter vorgestellt hat an einem realen Menschen auszuagieren.
00:24:00: Und an der Stelle glaube ich, dass das eine logische Weiterentwicklung war nach eben den vielen Jahren und den Erfahrungen die er vorher gemacht
00:24:10: hat.".
00:24:10: Wir werden auf die Frage wie aus Kürten ein brutaler Serienmörder wird noch ausführlicher eingehen?
00:24:16: All das was Lydia Beneke sagt konnte nach der Tat in Mühleheim keiner wissen oder
00:24:22: ahnen
00:24:23: Und so ermittelt die Polizei vor allem in eine Richtung.
00:24:27: Sie geht ganz offensichtlich davon aus, dass sie es mit einer Vertuschungstart eines Einbrechers zu tun hat und das versucht sie auch zu beweisen.
00:24:37: allerdings hat sie dabei einen völlig falschen im Visier.
00:24:40: nachdem man zuerst den Vater des ermordeten Mädchens verdächtigt hatte glaubt man schließlich dass es dessen Bruder war.
00:24:47: kristines Onkel wird beschuldigt und angeklagt.
00:24:51: Die Polizei glaubt, dass der mittellose Mann in der Wohnung nach Geld gesucht habe und ihn das Mädchen dabei überraschte.
00:24:59: Zeitweise glaubt man sogar, daß der Onkel bereits in Amerika einen Mord begangen haben könnte.
00:25:05: Im März, fourteen steht er in Köln vor Gericht.
00:25:09: die Beweislage ist dürftig.
00:25:11: trotzdem bleibt der Staatsanwalt auch am Ende der einwöchigen Verhandlung dabei ,dass der Onke seine Nichte umgebracht.
00:25:20: Der habe seinen Bruder beklauen wollen und sei dabei von Christine erwischt worden, deshalb habe er sie getötet und danach eine Sexualstraftat vorgetäuscht um von sich abzulenken.
00:25:32: Damals gab es auch in Deutschland noch Gerichtsverfahren mit Geschworenen und die waren sich schon nach einer halben Stunde Beratung sicher das Polizei- und Staatsanwaltschaft schlecht gearbeitet hatten – der Onkel wurde freigesprochen!
00:25:48: Es ist ganz interessant, mal die Gerichtsberichterstattung der damaligen Zeit zu lesen.
00:25:53: Da wurden Zeugen-Aussagen in den Zeitungen zum Teil wörtlich protokolliert.
00:25:59: Die Berichterstatter bewerteten diese und ergriffen Partei auch von der Unschuld des Onkels überzeugt.
00:26:09: Bei seiner Freilassung aus dem Kölner Stadtgefängnis Klingelpütz sollen Tausende auf der Straße gewesen sein, schreibt die Müllheimer Volkszeitung.
00:26:17: Der Mann sei unter den Hochrufen der Zuschauer freigekommen kann man da lesen.
00:26:23: Doch wenn jemand nur aus Mangel an Beweisen freigesprochen wird, bleibt immer auch was hängen.
00:26:28: Der Onkel stirbt als Soldat im Ersten Weltkrieg – er wird nicht erleben wie schließlich zweifelsfrei seine Unschuld erwiesen wird.
00:26:37: Das geschieht erst fünfzehn Jahre nach seinem Tod.
00:26:41: Solange bleiben auch Christines Eltern in
00:26:44: Ungewissheit.".
00:26:45: Nach dem Mord in Müllheim kehrt Peter Kürten nach Düsseldorf zurück.
00:26:50: Seine weitere Biografie bestätigt, was Susanne Brennero vermutet hat wenn Kürton Christine aus reiner Mordlust getötet haben sollte und wollte so wie er das später ja selbst gesagt hat dann ist es schwer zu erklären warum in den folgenden fast sechzehn Jahren kein zweiter Mord geschieht.
00:27:09: Die Mordserie, die Kürten in der Berichterstattung zum Vampir vom Niederrhein oder zum Vampier von Düsseldorf machte beginnt ja erst neunzehnhundertneinundzwanzig.
00:27:19: Da ist eine sehr lange Zeit dazwischen vor allem wenn man bedenkt dass die Mordi die dann folgen in kürzester Abfolge passieren.
00:27:27: Was macht Kürden in dieser Zeit?
00:27:29: In dieser Phase?
00:27:30: bekannt sind Überfälle auf eine Frau einen Mann und zwei Mädchen außerdem Brandstiftungen um Diebstähle.
00:27:38: Im Gefängnis beteiligt er sich an einer Mäuterei.
00:27:42: Nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis zieht der nach Thüringen vielleicht eine Vermutung, um irgendwie mit dem alten Leben zu brechen?
00:27:50: Da können wir nur spekulieren!
00:27:52: In jedem Fall heiratet er dort augustisch scharf.
00:27:55: auch das deutet auf einen versuchten Neubeginn hin.
00:27:59: allerdings haben wir es mit einer sehr speziellen Beziehung zu tun.
00:28:03: Das wird auch ein Thema in der zweiten Folge über Peter Kürten bei True Crime Cologne sein.
00:28:08: Die beiden kehren zurück nach Düsseldorf, auch da weiß man nicht genau warum.
00:28:13: Auch die Frage was ihnen nach seiner Rückkehr zu neuen brutalen Taten brachte ist nicht ganz klar.
00:28:19: es gibt keinen Auslöser, keinen richtigen Anlass.
00:28:23: Eine Spekulation lautet, dass Kürten bei seinen Gefängnisaufenthalten gezielt den Kontakt zu Sexualstraftätern gesucht hat und sich von ihnen ihre Taten schildern ließ.
00:28:34: Das habe ihn angestachelt.
00:28:36: Sosan Brennero sagt das es dafür in den Akten keine Belege gibt.
00:28:40: wie auch immer am dritten Februar.
00:28:53: schwer verletzt.
00:28:54: Es beginnt eine beispiellose Serie mit brutalen Überfällen und Morden, bis zu seiner Verhaftung begeht kürten mindestens zwanzig Überfälle und weitere acht Morde.
00:29:05: Im Rückblick wird man sich immer wieder fragen warum der Mann nicht früher erwischt worden ist?
00:29:11: Im Falle des Überfalls auf Apollonia Kühl ist das leicht zu beantworten denn da bekennt es sich ein offensichtlich geisteskranker Mann zur Tat die er nicht begangen hat.
00:29:22: Sechs Tage nach dem Überfall auf Apollonia Kühn tötet Peter Kürten zum zweiten Mal ein Kind.
00:29:29: Die achtjährige Rosa Olinger hatte sich nach einem Besuch bei einer Freundin verlaufen, Kürton bietet dem Mädchen seine Hilfe an.
00:29:38: Rosa bezahlt das Vertrauen in den freundlich wirkenden und gut gekleideten Mann mit dem Tod – er ersticht sie!
00:29:49: Ein Gerichtsmediziner wird dreizehn Stichwunden finden, fünf davon im Herz des Mädchens.
00:29:55: Außerdem kann er feststellen dass das Mädchen zuvor bis zur Bewusstlosigkeit gewirkt worden war.
00:30:01: Kürten versteckt die Leiche in einer Baustelle und geht ins Kino.
00:30:06: Ich gehe davon aus, dass der das Mädchin vielleicht in einem Bereich gesehen hat wo ein Brand liegen wollte und sie hat ihn überrascht.
00:30:14: aber das ist meine Theorie und die würde dann auch zu der Vertuschungstheorie in Köln passen.
00:30:19: Und dann hatte einmal die Hemmstelle überschritten, hat es dann vielleicht gedacht gut wenn ich Macht ausüben kann in dem Moment über Schwächere, die mir vertrauen.
00:30:29: Dann mache ich
00:30:29: weiter.".
00:30:30: Nach dem Kinobesuch geht Kürten nach Hause holt Petroleum.
00:30:34: er will die Kinderleiche anzünden lässt das aber weil es wohl zu viele Zeugen gegeben hätte.
00:30:40: am nächsten Tag geht der wieder zum Tatort.
00:30:43: jetzt legt er das Feuer.
00:30:45: er selbst sagt später dass er das getan habe um die Empörung über diese Tat weiterzusteigern.
00:30:51: Er sagt auch, dass ihn die Wirkung seiner Taten manchmal mehr erregt habe als die Tat
00:30:57: selber.".
00:30:58: Der Mord an dem Mädchen geschieht in der Nähe seiner Wohnung.
00:31:02: Da liegt der Gedanke natürlich nahe das nun die Polizei doch mal auf seinen Namen kommt.
00:31:08: Da wohnt ein mehrfach vorbestrafter Mann unweit des Tatorts, der auch wegen Sexualstraftaten angezeigt worden war.
00:31:15: aber nichts geschieht Diesmal nicht und auch nach den folgenden Taten nicht.
00:31:22: Peter Kürten sucht auf offener Straße, nach neuen Opfern.
00:31:27: Am zwölften Februar neunzehnundneunzwanzig stirbt ein fünfzigjähriger Mann.
00:31:33: es handelt sich um den körperbehinderten Rudolf Scheer.
00:31:36: Bei der Polizei sieht man wohl durchaus einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen.
00:31:41: Es werden zwei Männer verhaftet, einer davon in Köln.
00:31:45: Da handelte es sich um einen Mann, der aus einer Heilanstalt ausgebrochen war.
00:31:49: Er hatte eine Tat begangen die der Ermordung der kleinen Rosa sehr ähnlich war.
00:31:54: Tatsächlich hatte er mit Rosas Tod aber nichts zu tun.
00:31:58: Auch Rosa Olinger und Rudolf Scheher waren Zufallsopfer.
00:32:02: Es gab aber auch Fälle, bei denen Kürten den Kontakt zu seinen späteren Opfern suchte.
00:32:08: Er bendelte mit Frauen an – das wirkt fast so als wolle er sie verführen.
00:32:13: Viele Frauen, die er überfällt, tötet oder versucht zu töten sind Hausangestellte!
00:32:19: Er geht mit ihnen zur Kirmes, lädt sie zu Spaziergängen ein.
00:32:23: Einmal stellt er sich einer Witwe als heiratswilliger Junggeselle vor, einmal sucht er den Kontakt zum Prostituierten.
00:32:31: Am elften August, neunzehntundundzwanzig ermordet er Maria Hahn.
00:32:36: Mit der hatte er sich regelrecht verabredet.
00:32:39: Kürten behauptete die Frau habe ihn angesprochen.
00:32:42: Daraufhin hätten sie sich für den nächsten Tag zu einer Wanderung durchs Neandertal verabreadet.
00:32:48: Sie kehrten in Lokalen ein.
00:32:50: Möglicherweise hatten sie danach im Wald Sex miteinander.
00:32:54: Das hat Kürton später ausgesagt das habe ihm aber nicht gereicht.
00:32:58: Auf dem Heimweg habe er dann die Frau gewürgt und schließlich mit der Schere, die er dabei hatte erstochen.
00:33:04: Er behauptete auch dass er versucht habe das Blut der Frau zu trinken.
00:33:09: Kürten kam nachts zum Tatort zurück um die Leiche zu verscharren.
00:33:13: Rund eine Woche später überfällt Kürden mehrere Menschen die von einer Kirmes nach Hause gehen.
00:33:19: darunter ist auch ein Mann auf den er einsticht.
00:33:22: Auch seine nächsten Mordopfer sind Kirmes Besucher.
00:33:26: Am vierundzwanzigsten August, neunzehnhundert und zwanzig sterben die erst dreizehnjährige Louise Lensen und die erst fünfjährige Gerd Ruthamacher, die Kürten auf ihrem Heimweg verfolgt hatte.
00:33:39: Mit diesen Morden beginnt die sehr große Anteilnahme der Öffentlichkeit, die bald panische Züge annehmen wird.
00:33:46: Nur einen Tag später versuchte er eine sechsundzwanzigjährige Hausangestellte zu töten.
00:33:52: Zuvor war er an den Ort zurückgekehrt wo die Kinderleichen gefunden worden waren.
00:33:58: Die Aufregung um die grausamen Morde animierten ihn offenbar dazu sofort weiterzumachen.
00:34:04: Im September benutzte er erstmals einen Hammer als Mordwaffe, als die einundreißigjährige Hausangestellte Ida Reuter sterben musste.
00:34:13: Die weiteren Mordopfer waren die zweiundzwanzig- jährige obdachlose prostituierte Elisabeth Dörner und die erste fünfjährige Gertrud Albermann – eine ganz grausige Tat von der Kürtenspäter sagte, er habe sich danach ganz frei gefühlt!
00:34:30: Nach dem Tod der kleinen Gertrud und der sich weitersteigernden Panik in der Stadt schaltete sich auf Landesebene das Innenministerium ein.
00:34:40: Experten aus anderen Städten werden nach Düsseldorf geschickt, um die Fahndung zu unterstützen.
00:34:46: Dass aus der Sorge-und-Furcht den Menschen eine regelrechte Hysterie wird liegt auch daran dass es Kürden immer wieder schafft die Polizei als völlig hilflos darzustellen.
00:34:57: Es wird nämlich bekannt, dass der Mörder einen Brief an die Polizei und eine Zeitung verschickt hat.
00:35:04: Kürten machte Andeutungen wo sich das Grab von Maria Hahn befindet, was er geschaufelt
00:35:10: hat.
00:35:11: Auf den ersten Blick gibt es kein typisches Vorgehen bei den Überfällen.
00:35:16: Da scheint nicht viel zusammen zu passen aber tatsächlich gibt es doch Verbindungen dazu.
00:35:21: gleich mehr
00:35:23: Kleine Werbeunterbrechung in eigener Sache.
00:35:26: Hier ist Sarah Brassack, stellvertretende Chefredakteurin des Kölner Stadtanzeiger.
00:35:30: Wir berichten in der gedruckten Ausgabe oder im E-Paper des Köllner Stadtanziger sowie auf ksdr.de täglich intensiv über alles Wichtige was in Köln passiert – aber natürlich auch in der Region Deutschland und der Welt!
00:35:44: Dieser Podcast ist für Sie kostenfrei hörbar.
00:35:46: Deshalb freuen wir uns wenn sie unseren Lokaljournalismus und die Arbeit der Redaktion mit einem Abo unterstützen.
00:35:51: Alle Infos dazu finden sie unter ksda.de slash abo Oder für das rein digitale Abonnement unter castia.de-plus.
00:36:01: Und jetzt geht's weiter mit dem Podcast!
00:36:03: Was ist das Verbindende bei den Taten von Peter Kürten?
00:36:07: Kinder, Frauen aber auch Männer gehören zu den Opfern.
00:36:10: Mal sucht er den Kontakt zu ihnen mal schlägt der aus dem Nichts zu.
00:36:15: die Tatorte sind höchst unterschiedlich.
00:36:17: Kürtern findet Opfer an belebten Orten mal mordet im dunklen Park und auch die Tatwaffen sind unterschiedlich.
00:36:25: Er wirkt seine Opfer.
00:36:26: mal benutzt eine Schere dann einen Dolch und einen Hammer Es gibt sexuelle Übergriffe und versuchte Vergewaltigungen, aber eben oft auch nicht.
00:36:36: Das alles wirkt fast völlig willkürlich und beliebig – es scheint kein Muster erkennbar!
00:36:42: Aber es gibt doch Verbindungen zwischen den Taten wie Susanne Brennero
00:36:46: sagt.".
00:36:52: Der versucht eben auf der Straße noch auszuweichen und dann reiken die beiden mehr oder weniger in Streit.
00:37:01: Und auch da nutzt Kurpen seine Macht aus, die macht es stärker.
00:37:07: Es sind immer Schwächere, es sind auch Frauen insbesondere, die ihm vertrauen.
00:37:13: Er schleift sich regelrecht ihr Vertrauen.
00:37:16: Ich sehe ihn als Sadisten, der an Flächen... dass er ein bisschen feige zunächst ist und extrem hinterhältig.
00:37:24: Er schleicht sich in das Vertrauen von Leuten, er schleift sich im Dunkeln an ... Er greift sich Kinder raus, von denen er genau weiß, die haben keinen Schutz, kann nicht mehr nehmen.
00:37:34: Da passiert mir erst mal nichts.
00:37:37: Er macht aus in dem Moment.
00:37:39: Und er isst extrem kalt!
00:37:42: Er hat sich seinen Fantasien hingegeben.
00:37:45: Wenn dann eine Person in einer bestimmten Situation dieser Phase ihm begegnete, so hat er das auch geschildert.
00:37:53: Dann konnte er recht spontan entscheiden, dass das jetzt der richtige Moment und die richtige Situation und Person sei, um an der das auszuagieren.
00:38:04: Bei manchen Personen war das ja dann sehr spontan.
00:38:08: Zum Beispiel bei dem Mann, den er getötet hat, hat er gesagt ... Der Mann sei angetrunken gewesen und hätte ihn angerempelt.
00:38:15: Er hat aber auch hier dem Gutachter gesagt, dass er davon ausgeht selbst wenn der Mann ihn nicht angerempelt hätte, dass er ihn trotzdem getötet hätte.
00:38:23: Weil er gerade wieder in dieser Stimmung war, in dieser Phase und die Situation aus seiner Sicht sich eben dafür eignete.
00:38:30: Der Punkt ist in seinem Fall das eben die massive Gewalt an sich Das war Wovon er auch beschrieben hat?
00:38:37: Dass es ihm die maximale sexuelle Befriedigung gebracht hat.
00:38:40: Er hat gesagt Wenn er auf die Menschen einschlug oder einstach diese massive gewalt Dabei habe er einen Orgasmus gehabt Und deswegen war es für ihn nicht so wichtig, ob das ein Messer eine Schere oder ein Hammer ist.
00:38:53: Weil die massive Gewalt ... Das war was diese maximale Erregung bei ihm ausgelöst hat, die ihn dann auch sexuell befriedigte.
00:39:02: Würde man heute solche Muster erkennen können?
00:39:05: Hat die Polizei recht wenn sie sagt Sie hätte keine Chance gehabt?
00:39:09: habe ich auch die Kriminalpsychologin Lydia Benecke gefragt?
00:39:13: Man kann auf gar keinen Fall wissenschaftlichen Erkenntnis und Ermittlungsmethoden von damals mit heute vergleichen.
00:39:19: Das ist also sehr weit weg von dem, was wir heute wissen und was Ermittungsbehörden heute können.
00:39:25: Und demnach würde er sicherlich mit heutigen Mitteln sehr viel schneller ermittelt werden können.
00:39:35: aber mit den Mitteln die damals zur Verfügung standen war es tatsächlich nicht einfach Die wissenschaftlichen Erkenntnisse auch dazu, dass Menschen aus solchen Motiven wie in seinem Fall Taten begehen.
00:39:48: die waren damals noch nicht wissenschaftlich so erfasst und beschrieben.
00:39:54: Peter Kürten kehrt nach seinen Taten immer wieder an die Tatorte zurück sowie er das bereits in Müllheim gemacht hatte wo er sich in das Lokal der Eltern seines Opfers gesetzt hat.
00:40:05: Auch das ist ein widerkehrendes Muster.
00:40:08: Wenn er als junger Mann irgendwo ein Feuer gelegt hatte, mischte er sich unter die Schaulustigen um die Wirkung seiner Tat zu genießen.
00:40:14: Das war bei den Morden nicht anders, sagt Susanne Brennero und wie es scheint wird er mit der Zeit immer
00:40:20: leichtsinniger.".
00:40:29: Viele Arbeitslos waren, viele einfach tagsüber rumgelaufen sind.
00:40:32: Wir oder weniger auf der Suche nach Arbeit und er geht unter, denke ich.
00:40:37: Er kommt an die Tatort und schaut sich das an als normaler Schaulustiger.
00:40:41: Es könnte auch sein, dass er immer ein G-Räder geboren ist neue Opfer zu finden wieder zustanden zu können, wieder eine Schlagzehnte zu sein.
00:40:49: Er hat Spaß daran zu sehen was er angerichtet hat.
00:40:52: Er hebt sich damit selber aus der Masse hervor, Mit dem was er getan hat, war achten zu viel.
00:41:00: Er gibt der Polizei auch jedenweise.
00:41:02: Da schiegt ihr mehrfach Post an die Kommunalpolizei mit dem Niedenweis, wo er ein eigenes in den Opfer vergraben hat im
00:41:09: Wahrheit.".
00:41:10: Peter Kürtn schreibt an die Polizei.
00:41:13: Er malt eine Skizze, damit man die Leiche findet.
00:41:16: Einmal spricht er sogar am Tatort einen Polizisten mit Spürhund an und gibt ihm Hinweise, wo die Polizei Kleidung eines Opfers finden kann.
00:41:25: War es sich seiner Sache so sicher?
00:41:28: Jemand der so irre agiert, kann meiner Meinung nach nicht so ein Gefühl von sich-sicher-Fühlen gehabt haben.
00:41:38: Der war
00:41:39: Risiko bereit
00:41:40: durchaus!
00:41:41: indem er sich an den Tatorten gezeigt hat oder beim Löschung von Rennen geholfen hat.
00:41:46: Was durch die Tatsache befördert wurde, dass er nicht ins Visier der Ermittler geriet.
00:41:50: Kürten war nicht nur ein brutaler Verbrecher – man muss wissen, er war eben auch ein geschickter Täuscher!
00:41:57: Er täuschte seine Opfer, sein Umfeld und natürlich auch die Polizei.
00:42:02: Es ist natürlich eine seltsame Abschreibung aber irgendwo passt es auch in... Kürten war aufgrund seiner Erfahrung, die er mit so vielen Mitmenschen gemacht hat.
00:42:12: Er hatte eine genieße Schleuge gehabt.
00:42:14: Da hat gewusst wo er sich auf die Laue legen muss.
00:42:17: Er hat gewusst wann ein Kind herausgreifen kann das schutzlos ist, sodass er nicht enttahnt werden kann.
00:42:24: Er profitierte davon, dass ihn viele der Überlebenden nicht angezeigt haben.
00:42:28: Allein stehende Frauen aus einfachen Verhältnissen hatten Angst vor gesellschaftlicher Echtung.
00:42:33: Sie hätten erklären müssen warum sie mit einem Fremden mitgegangen sind.
00:42:37: Das waren meistens junge Damen die irgendwo vom Dorf nach Düsseldorf gewechselt hatten um ihr das große Glück zu finden und die dann von heute auf morgen auf der Straße stehen konnten die letztendlich ohne Verbände ohne Schutz In Frauenunterkünften übernachteten, wenn sie Glück hatten und dort einen Platz hatten.
00:42:56: Und die eigentlich ihren Arbeitgebern völlig egal waren.
00:43:00: Also letztendlich, wenn die Polizei irgendwo vor der Tür stand und nach einem Hausmitglied gefragt hat... ...die wussten nichts weiter bei dieser Angestellten, die dann zu opfern
00:43:08: wurden.".
00:43:09: Auch die Zeitumstände in einer anonymen Großstadt kommen dem Täter zugute.
00:43:14: Die Gesellschaft fängt an zu zerfallen?
00:43:17: Es gibt ja auch immer wieder moderne Erfindungen, die eigentlich Fortschritt sorgen sollten.
00:43:24: Die aber viele Menschen alleine zurücklassen, die nicht mithalten können.
00:43:29: Aufgrund der Arbeitslosigkeit gibt es viele Wohnungsräumungen gerade da wo er dann auch den einzigen Mann ermordet hat.
00:43:36: Gibt das die sogenannte Bretterbudensiedlung am Helleweg?
00:43:39: Alles illegal und die Leute stehen auf der Straße und holen sich ein paar Bretter an was noch immer.
00:43:46: Bauen sich einen Raum mit über Nacht und damit ganzen Familien kann es einfach nur mit dem gesellschaftlichen Chaos beschreiben, dass den Boden für seine Taten bereitet hat.
00:43:58: Er sagt auch selber immer wieder in der Befragung – die haben es mir ja zu leicht gemacht!
00:44:05: Nicht alle haben geschwiegen, es gab Täter-Beschreibungen von einigen überlebenden Opfern doch auch die waren keine große Hilfe, sagt Glüdea Beninke Kürten täuschte mit seinem Aussehen, er soll sich auch geschminkt haben um Jünger zu wirken.
00:44:20: Er hat davon profitiert dass die Menschen die ihn beschreiben konnten sowohl die die Überfälle von ihm überlebt hatten als auch andere Personen die eine Beobachtung gemacht hatten das die ihnen
00:44:31: halt auch
00:44:33: deutlich jünger schätzten als er war.
00:44:36: und Das war das eine dass er sich sicher fühlte weil die Beschreibungen ein völlig anderes Alter ergaben.
00:44:42: Und Er hat genutzt, dass die Vorstellung der Menschen davon wie ein Mensch wirken muss.
00:44:49: Der solche Taten begeht, dass sie sehr weit weg von der Realität war.
00:44:52: Das hat er genutst.
00:44:54: Er hat es auch verstanden, dass sich die Menschen eben den Täter in diesem Fall ganz anders vorstellen.
00:45:00: und selbst in der Zeit als bekannt war das da also so ein Täter offensichtlich aktiv ist in Düsseldorf.
00:45:07: Hat er ja immer wieder es auch geschafft unauffällig Frauen anzusprechen weil eben offenbar, so wie alle anderen auch sich nicht vorgestellt haben.
00:45:16: Dass jemand der super nett wirkt, der total eloquent sprechen kann und sehr gut gekleidet ist, dass es ein sehr seriös und freundlich wirkender Mensch in der Lage dazu sein könnte diese Taten zu begehen.
00:45:29: Er profitierte also von den falschen Vorstellungen der Menschen bezogen auf Personen die solche Taten begehen.
00:45:35: Die Kriminalpsychologin warnt davor, diesen Umgang mit Stereotypen auf die Zeit vor hundert Jahren zu schieben.
00:45:41: Auch heute haben die allermeisten Menschen ein Bild im Kopf wenn sie sich einen Gewaltverbrecher vorstellen.
00:45:48: Ich glaube schon dass Menschen obwohl Sie heutzutage zum Beispiel sehr häufig mit Darstellungen von Verbrechen konfrontiert werden gerade in diesem Genre True Crime das Trotzdem, Menschen dazu neigen nicht davon auszugehen dass eine Person die sie kennen eine schwere Straftat begehen könnte.
00:46:06: In dem Moment wo es das eigene soziale Nahfeld betrifft ist es für Menschen sehr schwer auch emotional auszuhalten sich vorzustellen dass eine Personen die sie mögen und die für sie wichtig ist eine Schwere Straftat begehen könnten.
00:46:17: Statistisch betrachtet wenn man bedenkt wie viele Sexualdelikte es gibt Ist davon aus zu gehen dass jede Person die diese Sendung hört Gewiss schon mit Menschen zu tun hatte, die sexuelle Elikte begangen haben.
00:46:30: Das ist aber eine Erkenntnis, die sich direkt schlecht anfühlt – das möchte man nicht hören!
00:46:35: Aber das ist die Realität….
00:46:37: Davon profitiert Peter Kürten.
00:46:39: Die Polizei macht kaum Fortschritte, sie bringt die vielen Fälle nicht als Taten eines einzigen Täters zusammen.
00:46:46: Das liegt daran dass vieles nicht zusammenpasst kein Muster erkannt wird.
00:46:50: es liegt auch daran das sich andere selbst bezichtigen einzelnen Taten verübt zu haben und Es liegt an schweren Fehlern der Polizei.
00:46:59: Neben den Aussagen der Opfer gibt es zum Beispiel auch eine Aussage eines Mannes, der Kürten aus dem Gefängnis kannte und er sagt das Kürden mit den brutalen Überfällen angegeben habe.
00:47:11: Auch das hat nicht dazu geführt sich den Mann mal genauer anzusehen und dass obwohl ich hab's gesagt, er gleich neben der Fundstelle eines seiner Opfer
00:47:20: wohnt.".
00:47:20: Auch die Öffentlichkeitsarbeit der Polizei war schlecht.
00:47:23: Anstatt die Bevölkerung mit guten Informationen oder einem Fahndungsbild zu versorgen, sah man dabei zu wie die Historie und die Angst der Menschen immer größer wurden.
00:47:35: Bereits Ende November neunzehnhundertundzwanzig tauchte die Bezeichnung Vampir von Düsseldorf auf.
00:47:42: Mehrere Zeitungen berichteten darüber, dass die Polizei einen Mann der sich in mindestens zwei Fällen als Mörder ausgegeben hatte.
00:47:50: In eine Heilanstalt geschickt habe.
00:47:52: Da sollte er auf seinen Geisteszustand untersucht werden.
00:47:56: Da war der falsche festgenommen worden.
00:47:58: aber nun scheint klar zu sein das mehrere Überfälle auf ein und denselben Täter zurückgehen.
00:48:04: Es dauert nicht lange bis es die Bezeichnung Vampir auch überregionale und sogar ausländische Medien schafft.
00:48:11: Nach Kürtens Verhaftung bestätigte er selbst dieses Bild.
00:48:15: Er gestand nicht nur die Überfälle auf Menschen, er sagte auch, dass er derjenige war, der im Dezember und im Düsseldorfer Hofgarten einen Zamen Schwan getötet hatte in dem er ihm den Kopf abriss.
00:48:30: Danach habe er das Blut des Tieres getrunken.
00:48:34: Gärtner hat nach morgen danach den blutleeren Tierkörper ohne Kopf gefunden.
00:48:39: So verfestigt sich das Bild des Mörders, der das Blut seiner Opfer trinkt.
00:48:44: Tatsächlich hat er das in dieser exzessiven Art nur einmal bei dem Schwahn getan.
00:48:49: Bei zwei Morden soll er zumindest versucht haben, das Bluth seiner Opfert zu
00:48:53: trinken.".
00:48:55: Man sieht also Verbindungen zwischen den Taten und doch führte es nicht dazu ihm auf die Schliche zu kommen.
00:49:02: Da wohnt ein Vorbestraft des Sexualstraftäter in der Nachbarschaft der Tartorte.
00:49:07: Er wird immer wieder gesehen, es gibt viele überlebende seiner Überfälle und trotzdem klopft bis zum Mai-Ninzehundertdreißig kein Ermittler an seine Tür.
00:49:17: Und als das endlich geschieht ist das nicht das Ergebnis guter polizeilicher Ermittlungen.
00:49:22: Es hilft vielmehr der Zufall und die Bereitschaft von Kürtens Ehefrau ihn zu verraten.
00:49:29: Am vierzehnten Mai-Neunzehundertdreißig trifft Peter Kürten auf die arbeitslose Hausangestellte Maria Buddlies.
00:49:36: Sie war mit dem Zug von Köln nach Nüsseldorf gefahren, Peter Kyrton beobachtete wie sie am Bahnhof von einem Mann angesprochen wurde und folgte den beiden dann.
00:49:47: er sieht wie der Mann die Frau bedrängt und geht dazwischen.
00:49:51: Der Serienmörder spielt also den Retter und erschleicht sich so das Vertrauen der Frau.
00:49:57: Es bleibt auch im weiteren Verlauf ein seltsamer Fall.
00:50:00: Maria Butlis wird zwar sein nächstes Opfer, kommt aber im Vergleich zu den vielen anderen glimpflich davon und damit verbindet sich der Anfang vom Ende des Serienmörders Peter Kürten.
00:50:12: Wie und warum Peter Kyrton festgenommen wurde erzähle ich in der nächsten Folge von True Crime Cologne.
00:50:18: Dann sprechen wir noch einmal über die Ermittlungen der Polizei und ihre Methoden.
00:50:22: Immerhin mussten da zwölftausend Spuren ausgewertet werden.
00:50:27: Hellseher und kein geringerer als der Erfolgsautor Edgar Wallace boten ihre Hilfe an, und die Polizei ließ sie tatsächlich in ihrer Ratlosigkeit in die Ermittlungsakten schauen.
00:50:39: Wir versuchen zu ergründen wie ein Mensch zu solch einem brutalen Verbrecher werden kann.
00:50:44: muss man nicht ganz zwangsläufig davon ausgehen, dass Kürtens schwer krank war.
00:50:49: Das würde bedeuten das er nicht voll schuldfähig wäre und man hätte ihn nicht verurteilen können.
00:50:55: Wir werden auch versuchen herauszubekommen welche Rolle Kürthens Ehefrau Auguste gespielt hat.
00:51:00: Aus dem Prozess gegen Kürten im Jahr nineteenhundertdreißig wird einer der aufsehenerregendsten Gerichtsverfahren der Weimarer Republik.
00:51:09: Auch dazu dann mehr in den nächsten Folgen!
00:51:12: Das war's für heute.
00:51:13: Dank an Laura Ostender und Bela Hadekopf, die als Sprecherinnen und Sprechern mitgemacht haben.
00:51:18: Und natürlich dank an Lydia Benicke und Susanne Brennero für ihre Expertise!
00:51:24: Ich verabschiede mich bis zur nächsten Folge.
00:51:26: Bleiben Sie wachsam aber bitte auch gelassen.
00:51:39: Tschü!
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